Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht – OT: Star Wars: Episode VII – The Force Awakens (2015)

Unglaublich, aber wahr: Ich habe es tatsächlich noch geschafft, mir „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“ im Kino anzusehen. Leider konnte ich aufgrund des späten Zeitpunkts der Sichtung keine Vorstellung im Originalton mehr ausfindig machen. Somit bin ich immerhin in den Genuss einer IMAX-Projektion in 3D gekommen. Das volle Programm also. Vermutlich war das in diesem speziellen Fall auch ganz gut so, denn ich hatte die Nacht zuvor nur drei Stunden Schlaf abbekommen – ein langer Firmen-Event am Vorabend und Kinder im Faschingsrausch ab 4:30 Uhr haben ihren Tribut gefordert – und wurde somit alleine durch die audiovisuelle Wucht wachgehalten. Ob mich der Film auch inhaltlich begeistern konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

star-wars-erwachen

Was mir „Star Wars“ bedeutet

Tatsächlich stelle ich mit Erschrecken fest, dass dies der erste Eintrag zu „Star Wars“ auf meinem Blog ist. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich in den letzten 10 Jahren keinen „Star Wars“-Film mehr gesehen habe. Wow. Dabei ist die Filmreihe doch ein inhärenter Bestandteil meiner popkulturellen Identität. Auch wenn ich die Original-Trilogie bereits als Kind unglaublich beeindruckend fand, so hat gerade die Sichtung der verhassten Special Editions im Kino ab 1997 den Wert der Filme für mich enorm gesteigert. Entsprechend gespannt war ich auch auf „Star Wars: Episode I“ und habe den damals kursierenden Screener geflissentlich ignoriert. Der Kinobesuch war Event und Enttäuschung zugleich. Über die kommenden Jahre habe ich jedoch – antizyklisch zur filmischen Netzgemeinde – meinen Frieden mit den Prequels gemacht. Auch wenn ich mich sehr auf „Episode VII“ gefreut habe, ist der große Hype bei mir ausgeblieben. Dennoch hätte ich mich sehr geärgert, wenn ich nicht mehr im Kino gewesen wäre. Nach diesem kurzen Exkurs wende ich mich nun direkt „The Force Awakens“ zu:

Mit J. J. Abrams steht beim „Star Wars“-Relaunch ein Mann hinter den Kulissen, den ich sehr schätze. Nicht nur aufgrund seines „Star Trek“-Reboots oder des wunderbar nostalgischen „Super 8“, sondern vor allem aufgrund seiner TV-Serien „Lost“ und „ALIAS“ sowie des hierzulande weniger bekannten, aber umso sehenswerteren Coming-of-Age-Dramas „Felicity“. Schon alleine die Tatsache, dass Abrams nun die zwei größten Sci-Fi-Franchises unter seinen Fittichen hat, ist bemerkenswert. Ich war somit recht guter Dinge, dass er mit diesem bedeutenden Werk seiner und all unserer Jugend kein Schindluder treiben würde – und nach George Lucas‘ letzten Bemühungen konnte dieses Vorhaben gar nicht so schief gehen, oder etwa doch?

Charaktere und Inszenierung

Schon beim Opening Crawl hatte ich eine Gänsehaut. Da war es wieder: das bekannte „Star Wars“-Gefühl. Schon kurz danach lernen wir unsere neuen Hauptfiguren kennen – und was das für Figuren sind! Rey und Finn sind mir sofort ans Herz gewachsen. Auch wenn ihre Charakterisierung teils noch zu wünschen übrig lässt, so sprechen die Taten und ihr Zusammenspiel für sich. Einfach erfrischend und endlich einmal wieder eine weibliche Heldin, die keinen starken Mann an ihrer Seite braucht, um sich aus gefährlichen Situationen zu manövrieren – das Gegenteil ist der Fall. Schon bald treffen wir mit Han Solo und Chewbacca auf zwei alte Bekannte, was für einen weiteren Nostalgieschub sorgte.

Die Balance aus Altem und Neuem hat Abrams, was die Figurenkonstellation angeht, wirklich gut getroffen. Selbst Nebenfiguren aus der Originaltrilogie sind öfter mal im Hintergrund zu sehen. Da freut sich das Fanherz.  Mit Kylo Ren gibt es eine interessante Variation Darth Vaders zu sehen, der viel Potential aber auch gewisse Gefahren birgt. Wird er sich als eigenständige Figur etablieren können oder nur als Emo Vader in die Geschichte eingehen? Mit Adam Driver (Adam Sackler in der TV-Serie „Girls“) stimmt die Besetzung und ich bin mir sicher, dass sich die Figur in den kommenden Teilen noch interessant entwickeln wird. Derweil sprießen bestimmt auch die Theorien, welche bereits bekannte Figur sich letztendlich hinter Supreme Leader Snoke verbirgt. Langweilig sind diese Ergänzungen des Universum somit keinesfalls.

Ebenso famos ist die Inszenierung: teils kann man kaum glauben, dass zwischen „A New Hope“ und „The Force Awakens“ bereits 38 Jahre liegen. Seien es die Modelle, die Aliens, die HUDs der Raumschiffe oder sogar die Frisuren der Charaktere (z.B. Poe Dameron) – hier passt wirklich alles. Sehr begeistert war ich auch von der Kameraarbeit, die – bis auf wenige Ausnahmen – stets auf Augenhöhe der handelnden Figuren stattfindet, was gerade in 3D zu einer wirklich starken Immersion führt. Der perfekte „Star Wars“-Film also?

Inhaltliche Schwachstellen

Leider bietet „Star Wars: Episode VII“ inhaltlich nur einen Aufguss der Ereignisse aus „Star Wars: Episode IV“. So gibt es wieder einen Droiden mit einer geheimen Botschaft, statt der Cantina in Mos Eisley gibt es Maz Kanatas Festung und am Ende läuft alles auf die Zerstörung eines noch größeren Todessterns hinaus. Da hätte ich mir etwas mehr Eigenständigkeit gewünscht, zumal es auch keinen Unterschied macht, dass das Imperium nun Erste Ordnung heißt – die Rebellen befinden sich in exakt der gleichen Position wie damals und es wirkt einfach nicht so, als hätten die Ereignisse aus „Return of the Jedi“ großen Einfluss auf die Geschichte dieses Universums gehabt. Auch wenn ich die einzelnen Schauplätze und die individuellen Szenen wirklich mochte, so wirkt das große Ganze doch bereits zu vertraut.

Fazit

„The Force Awakens“ hat es auf jeden Fall geschafft, das „Star Wars“-Fieber bei mir wieder ausbrechen zu lassen. Ich freue mich schon sehr auf die Zweitsichtung im Originalton und habe mir fest vorgenommen demnächst noch einmal „Episode I“ bis „Episode VI“ zu sichten. Trotz des exakt getroffenen Gefühls für diese Welt, wiegen die Abstriche in der Handlung zu stark, als dass ich gewillt wäre, sie einfach unter den Tisch zu kehren. Zweifellos ein sehr guter Start für das Franchise, es bleibt nur zu hoffen, dass Rian Johnson („Looper“) und Colin Trevorrow („Jurassic World“) die wunderbar bodenständige Inszenierung beibehalten und sich die Autoren auch inhaltlich mehr trauen. Ich bin sehr gespannt und voller Vorfreude: 8/10 Punkte.

61 Gedanken zu “Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht – OT: Star Wars: Episode VII – The Force Awakens (2015)

  1. Wow. das ist ausführlich.
    Brauche da gar nichts mehr zu ergänzen, denn du triffst meinen Standpunkt auch sehr genau. Die Figuren sind größtenteils super gelungen, auch wenn mir der „Emo Vader“ (passende Beschreibung *lach*) nicht ganz so in den Kram passte. Da hat sein Verhalten doch zu oft für einen verhaltenen Lacher im Saal gesorgt. Wobei die Sturmtruppler, die geradewegs wieder kehrtmachten…. das war doch klasse.😀

    Was ich so extrem schade fand war, dass nie so recht ein Gefühl der Bedrohung aufkommen wollte. Die Starkiller-Base war einfach mal da und sprengt einen Planeten, aber mir hat da zu viel Background gefehlt, um die Gefahr wirklich spürbar zu machen. So verhielt es sich narrativ eben doch zu sehr mainstreamorientiert, als dass neue Türen aufgestoßen würden. Einer der wenigen Kritikpunkte in meinen Augen.

    Zur Kameraarbeit: Ich meine Abrams hat irgendwo mal erklärt, dass er zum Teil sogar die originalen Kameralinsen der alten Trilogie verwendet hat. Vielleicht hatte ich auch deshalb beim ersten Sonnenauf-/untergang so unglaubliche Gänsehaut…😉

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    • Ich fand es ganz gut, dass man sich mit Kylo Ren an der Mythologie Vaders orientiert hat, aber eben doch einen eigenen Weg gegangen ist. Allerdings stimme ich dir zu, dass es hier noch einiges an Optimierungspotenzial gibt.

      Ja, die fehlende Bedrohung sehe ich ähnlich. Das Gefühl kam nur auf, weil man eben noch weiß, wie gefährlich und mächtig das Imperium war. Und die erneute Planetenzerstörung? Das war so übertrieben und vom eigentlichen Geschehen weg, dass es für mich auch ohne Gefühl von Gefahr vonstatten gegangen ist.

      Abrams ist eben selbst Fan und das merkt man in jeder Einstellung. Hach, toll!🙂

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      • problematisch ist doch v.a., dass man die Starkiller-Base streichen und kaum was würde sich verändern, der wirklich Plot-relevante Punkt ist hier die Rettung von Rey – eine gewöhnliche ‚imperiale‘ (Raum-)Station/Basis hätte es ebenso getan
        die mangelnde Gefahr sehe ich ebenfalls. Eine Todesstern-ähnliche Waffe ist bereits, auch innerhalb des Universums, bestens bekannt, mit bloßer Brutalität kann diese folglich kaum noch überraschen oder schockieren, zudem fehlt dem Zuschauer jegliches Wissen über die Republik oder eine etwaige emotionale Bindung an sie, ehe sie (evtl.?) innerhalb weniger Sekunden ausgelöscht wird – hatte das Konstrukt dieser Neuen Republik auch nur eine Minute Screen Time?

        in seiner Erzählung hat The Force Awakens teilweise erhebliche und markante Schwächen. Trotzdem ist er in erster Linie ein emotionaler Film, weswegen ich deine Rezension hier auch zu 100% so unterschreiben würde!😀

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      • Ich finde auch, dass man erst das bessere Leben unter der Neuen Republik hätte zeigen müssen, um eine wirkliche Veränderung seit „Episode VI“ zu etablieren. So ist das irgendwie alles nur der Status quo unter anderem Namen. Aber wie du schon schreibst, der Film funktioniert auf emotionaler Ebene dennoch sehr gut und ich bin habe mir diese Fragen auch eher danach als während der Sichtung gestellt. Mal sehen was „Episode VIII“ so liefert!

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    • Was im Speziellen hat dich denn an Kylo Ren gestört? In deiner Besprechung habe ich nichts zu ihm gefunden. Grundsätzlich stimme ich dir aber zu, auch dass es sich bei „Star Wars“ eher um ein emotionales Phänomen handelt und man die Filme nicht durch das Aufdecken von Logiklöchern kaputtmachen sollte.

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      • Ich finde die Anlehnung oder Verbindung zu Vader überflüssig und kontraproduktiv. Gerade durch diese offensichtliche Verbindung drängt sich der Vergleich zwischen Vader und Ren geradezu auf. Und da wirkt Kylo eher wie ein trotziges Kind, als ein potentieller Superschurke. Seine Macht ist wie seine Kampfkunst eher bedauernswert. Und der alberne Helm macht ihn dann zusätzlich zum ultimativen Poser😉

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      • Mit Darth Maul hatte man ja in „Episode I“ einen Gegenspieler, der sich von Vader abgesetzt hat. Hier wollte man vermutlich auf Nummer sicher gehen – und ich finde den Ansatz auch interessant, zumal hier natürlich die Familienkonstellation zusätzlich mit reinspielt. Bin gespannt, war die Autoren noch so mit Kylo Ren anstellen…🙂

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      • Eigentlich wollte ich die für mich behalten, damit mich keiner darauf festnageln kann, wie blödsinnig das mal wieder war. Wie auch immer. Ich glaube Kylo war als Kind ein Rebell (oder Muttersöhnchen), der mit dem ganzen Jedi-Macht-Gehabe nichts zu tun haben wollte und lieber zu Hause (bei seiner Mama) abhängen wollte. Han und Leia wollten aber unbedingt, dass ihr Sohn ein Jedi wird und stecken ihn ins Luke Skywalker Ausbildungscamp. Dort macht Kylo widerwillig mit, bis er erfährt, dass Luke gar nicht die große Nummer ist für die er sich ausgibt. Immerhin war es nicht Luke, sondern Vader der den Imperator besiegte und dann (aus Kylos Sicht) von Luke zum Sterben zurückgelassen wurde.
        Der Zorn darüber, dass er von Luke und seinen eigenen Eltern getäuscht wurde, lässt ihn sich der dunklen Seite zu wenden und er tötet (wie Anakin) alle Jedi-Azubis. Deswegen gibt es keine mehr und Luke lebt wegen seines schlechten Gewissens im Exil.
        Noch Fragen? 😉

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  2. Ich sag’s mal so: Nach dieser Ouvertüre bin ich auf die Episode 8 richtig heiß geworden. Die Produktions-Crew zu diesem Film, vor allem den Drehbuchautoren, beneide ich wirklich nicht, denn da muss geliefert und darf sich nicht hinter bereits leicht variiertem Etabliertem versteckt werden. Hast du auch das Gerücht gehört, dass die Blu-ray schon im April veröffentlicht werden soll?

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    • Puh, mit dem Veröffentlichungstermin habe ich mich noch gar nicht auseinander gesetzt. Muss ich jetzt auch nicht mehr, da ich den Film doch noch im Kino mitnehmen konnte. Und bis dahin schaffe ich es vielleicht sogar noch die vorherigen sechs Teile zu sehen…😉

      Yep, die Drehbuchautoren müssen wirklich aufdrehen. Ähnlich wie es damals ja auch bei „The Empire Strikes Back“ war, nur eben hoffentlich nicht wieder genau in dieser Schiene. Inhaltliche Eigenständigkeit bei inszenatorischer Nostalgie. Rey und Finn – und alles wird gut…🙂

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    • Ich war in meiner Besprechung auch bewusst kritisch. Im O-Ton und mit einer anderen Perspektive (z.B. nach meiner Sichtung von „Episode I“ bis „Episode VI“) ist dann bestimmt auch ein Punkt mehr drin. Inhaltlich erhoffe ich mir dennoch einiges mehr von den kommenden Episoden…

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  3. Wow, fast ein kleiner Aufsatz😀

    Trotz des exakt getroffenen Gefühls für diese Welt, wiegen die Abstriche in der Handlung zu stark, als dass ich gewillt wäre, sie einfach unter den Tisch zu kehren.

    Sprach’s und zückte die 8/10😀

    Für mich wohl einer der Filme, deren Hype ich nie verstehen werde. Abstriche wiegen schwerer als Vorzüge (weil die an sich nicht vorhanden sind, meiner bescheidenen Meinung nach).

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    • Wird der Film wirklich so sehr gehypt? Also abgesehen vom natürlich omnipräsenten Marketing? Alleine auf der IMDb finden sich fast nur Verrisse und auch in der Blogosphäre sind die Meinungen durchaus gemischt. Was die Punkte angeht: Ja, für mich wiegen die Vorteile deutlich stärker und ich hatte unglaublich viel Spaß mit dem Film. Für „Episode VIII“ sollten sie nun aber auch inhaltlich mehr bieten, sonst hat sich der reine Nostalgieeffekt auch bei mir abgenutzt…😉

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      • Für “Episode VIII” sollten sie nun aber auch inhaltlich mehr bieten, sonst hat sich der reine Nostalgieeffekt auch bei mir abgenutzt…

        Das verstehe ich hier ebenso wenig wie drüben bei Xander. Episode VII darf ruhig 0 Kreativität besitzen und dasselbe erzählen wie Episode VI (der direkte Vorgänger, der schon Episode IV kopierte), aber Episode VIII soll doch bitte was Neues bieten?

        Warum darf Episode VIII nicht einfach „Empire“ nachäffen so wie der hier „Star Wars“? Opening Crawl wird Gänsehaut verleihen, Finn und Rey sind dabei, Kylo Ren auch und Hamill als Nostalgiefaktor und schon sind wieder alle happy. Verstehe die Logik nicht, den hier für etwas durchzuwinken, was der nächste dann aber nicht darf. Mir scheint, ich verstehe generell viel zu wenig in der Film- und Fanlandschaft 😀

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      • Mir scheint eher, dass der Blick ein wenig schwarzweiß gefärbt ist: Niemand sagt, dass „Episode VII“ null Kreativität besitzt. In dem Film gibt es so einige spannende Elemente, wie eben die neuen Charaktere, so manch tolle Set-Pieces und auch Handlungselemente. Das alles ist nun aber bereits eingeführt.

        „Episode VIII“ kann eben nicht mehr auf den Neuigkeitswert von Rey, Finn und Kyle Ren setzen – und ich bin mir auch sicher, dass wissen die Produzenten. In diesem Disney-Reboot ist man eben inhaltlich noch auf Nummer sicher gegangen, um ja keinen Fan zu verschrecken. Und wie es eben immer ist, wenn man auf Sicherheit spielt, hat das auch seine Schattenseiten. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und lässt sich eben nicht absolut ausdrücken. Insofern ja, gerne kreativer und auch weiterhin nostalgisch. Das hat nichts mit durchwinken zu tun.

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      • Die Streitfrage wäre natürlich, wie kreativ die „neuen“ Figuren sind (Rey ist quasi eine Y-Chromosom-Variante von Luke [meiner bescheidenen Meinung nach]).

        Grundsätzlich ist Episode VII kein Reboot, sondern nominell ein Sequel. Es ist nicht The Amazing Spider-Man nach Spider-Man, sondern es ist der 7. Teil einer Reihe, der dieselbe Geschichte erzählt wie Teil 6 vor ihm und Teil 4 davor. Wer Star Wars 4-7 nacheinander schaut, kriegt in 4 Filmen drei Mal dieselbe Geschichte serviert. Das kann man gut oder schlecht finden. Was ich nur nicht verstehe, ist, wieso Fans wie du und Xander sagen „Der Film erzählt nur das, was schon erzählt wurde, ich find ihn super. Aber der nächste Teil, der wie dieser hier eine Fortführung der ursprünglichen Trilogie ist, der darf nicht wie der Teil hier, der eine Fortführung der ursprünglichen Trilogie ist, nur dasselbe erzählen“.

        Wenn ich ein Drehbuchautor von „The Force Awakens“ wäre, und ich seh, dass mein Film, den ich quasi 1:1 von „Star Wars“ abgeschrieben habe (lediglich Figuren ausgetauscht), 2 Milliarden Dollar einspielt… warum soll so jemand sich die Mühe machen, irgendwelche neuen Ideen zu entwickeln für Episode VIII, wenn ihm die Fans für sein Sequel-Reboot aus der Hand gefressen haben (allein das Crawl Intro – das eh jeder „Star Wars“-Film besitzt – sorgt ja scheinbar bereits für Orgasmen)?

        Um das klarzustellen, mir geht es in dieser Frage nicht so sehr darum, dass Leute den Film hier abfeiern, auch wenn er nichts Neues präsentiert (to each his own), was mich verwundert ist nur, dass man dem Film hier einen Freifahrtschein erteilt für etwas, das man dem nächsten Teil verwehrt. Nach deiner Argumentation dürfte Episode VIII ja total „Empire“ nacherzählen, solange wir neue Figuren eingeführt bekommen (Finn und Rey scheinen ausschlaggebend gewesen zu sein, dafür dass du trotz der Handlungsabstriche nah ah der Top-Wertung warst). Finn und Rey werden also Nebenfiguren mit Cameo-Faktor (quasi ein Mini-Nostalgie-Bonus wie bei Han und Chewie) und wir kriegen 1-3 neue Figuren, die 1:1 die Handlung von „Empire“ nachspielen und schon ist das wieder hohe Kunst (abzüglich der Abstriche in der Handlung, die Episode IX dann besser machen muss).

        Wie angedeutet, für mich ist das eine Hype-Frage von Fans, die ohnehin irgendwie ihrer eigenen Logik folgen, die sich mir nicht ganz erschließt. Ich weiß nur, wenn ich das Drehbuch zu „Force Awakens“ (ab)geschrieben hätte, und das Ergebnis avanciert zum 2-Milliarden-Happening, würde ich mir sicher nicht die Mühe machen, mit einer originellen Geschichte aufzuwarten für Menschen, die schon mit derselben Story zufrieden waren, die bereits 2 der 3 direkten Vorgänger erzählt haben.

        Aber wie gesagt (bzw. böswillig unterstellt): Fans scheinen irgendwie ihrer eigenen Logik zu folgen (die sich mir nicht wirklich erschließt).

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      • Die Ähnlichkeiten zwischen Rey und Luke lassen sich bestimmt nicht wegdiskutieren, doch ist sie schon in der ersten Szene deutlich selbstständiger und aktiver als Luke es über die Hälfte von „A New Hope“ war. Für mich durchaus ein eigenständiger Charakter, der für mich ein großer Zugewinn für dieses sehr männlich dominierte Universum ist.

        Schon klar, dass „Episode VII“ auf dem Papier ein Sequel ist. Dennoch ist es für Disney vor allem auch ein Reboot: neue Charaktere werden eingeführt, das Produktionsteam ändert sich und es findet tatsächlich ein Neustart (siehe MCU) statt. Ich mache mir auch gar keine Illusionen, dass „Episode VIII“ nicht bekannte „Star Wars“-Elemente, wie z.B. eine Trainingssequenz à la Dagobah, in die Handlung aufnehmen wird. Allerdings glaube bzw. hoffe ich auch, dass eine größere Handlung vorangetrieben wird, die eben nicht nur auf einen weiteren Todesstern bzw. Starkiller rauslaufen wird, was ja – wie du richtig schreibst – schon ein Schwachpunkt von „Return of the Jedi“ war.

        Mit Rey und Finn hat man nun die alte Garde abgelöst und auch wenn es neue Charaktere in „Episode VIII“ geben wird, so werden diese Figuren zusammen mit Kylo Ren doch im Mittelpunkt stehen. Nostalgie wird es auch weiterhin geben und nicht alles wird neu sein. Doch das ist okay. Für mich überwiegen bei Filmen und Serien ohnehin die emotionalen Aspekte – und da geht es gerade Fans wohl auch nicht anders, was auch erklärt warum du dieser „Logik“ bzw. deren Ausbleiben nicht folgen kannst, da du Filmen ja ohnehin eher analytisch begegnest.

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  5. Der Film ist ein 140-Minuten langes „Wir haben verstanden.“ – und ich war begeistert, denn sie haben verstanden. Innovationskraft war nicht hoch (Innovation wird ehh hoffnungslos überbewertet), aber so macht man wieder verdammt nochmal Lust auf Star Wars und dann gerne wieder mit neuer Handlung Episode 8.

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    • Ja, da beschreibst du so ziemlich exakt wie ich den Film auch wahrgenommen habe. Nun bin ich mal gespannt, wie sich die anderen Teile so schlagen. Gerade die Prequels, an denen ja inzwischen überhaupt kein gutes Haar mehr gelassen wird…

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  6. Ich mochte den Film sehr… ich hatte beim ersten Mal auch die gleichen Bedenken wie du. Aber letztendlich musste halt irgendwo ein Anfang gemacht werden. Nachdem ich den Film jetzt noch ein paar Mal mehr gesehen habe, finde ich mit jeder Sichtung besser und besser. Dieser Film schafft es halt einfach perfekt, dass STAR-WARS-Feeling aufkommen zu lassen, baut sich seine Charaktere wunderbar auf… und da kann ich es dann auch mehr als nur verschmerzen, dass sie sich jetzt Story-technisch noch nicht so viel getraut haben.

    Aber ich finde den Anfang, den sie gemacht haben, wunderbar… da kann man doch jetzt wunderbar für den zweiten Teil aufbauen. Da muss dann die Story aber auch wirklich sitzen und uns aus den Socken hauen…

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    • Da machst du mir gerade große Hoffnungen, dass mir der Film bei den Folgesichtungen noch weit besser gefallen wird. Toll! Inhaltlich sind wir auch einer Meinung, zumal sich die Parallelen erst im Nachgang herauskristallisiert haben. Während des Films war ich so gut unterhalten, dass ich mir darüber kaum Gedanken gemacht habe…😉

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      • Ich habe den Film jetzt so vier Mal im Kino geguckt… und war jedes Mal besser unterhalten. Ich mag den Film echt. Es ist halt auch schwer, allen in jeder Hinsicht gerecht zu werden… und mit diesem Film haben Abrams und Co. irgendwie einen guten Weg gefunden, das Alte mit dem Neuen zu verbinden. Mir hat’s gefallen… und wie gesagt, der nächste Teil muss es dann noch mehr bringen… halt wie bei der alten Trilogie auch😉

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      • Keine Frage, Abrams hat große Arbeit geleistet. Kaum ein Franchise ist so groß und wird von Fans so beäugt, wie eben „Star Wars“ – da kann man nach „The Force Awakens“ nur von einem Erfolg sprechen. Man merkt eben auch, dass er selbst Fan ist und versucht hat an die alte Trilogie anzuschließen. Dass er damit inhaltlich ein wenig über das Ziel hinausgeschossen ist, macht die Sache fast schon sympathisch…😉

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  8. Wie fandest du die ganzen Cameos?
    Ich ärgere mich immer noch dass ich jedes Mal vergessen habe, auf die Beastie Boys Anspielung zu achten. Dafür liebe ich J.J. wirklich. In Star Trek und Star Wars, das würde Yauch gefallen. *heul*

    Also für mich hat das ganze Ding mega funktioniert, aber ich bin ja auch kein Fangirl. Naja, jetzt schon. *GeneralHuxFigurdekorier*

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    • Die Cameos, soweit ich sie erkannt habe, fand ich nett. Simon Pegg war unter der Maske ein wenig verschenkt, dafür habe ich mich sehr über Greg Grunberg gefreut. Die Beastie Boys sind mir nur im neuen „Star Trek“-Trailer davor aufgefallen, den ich tatsächlich zu actionlastig fand. Wo war denn die Anspielung bei „Star Wars“?

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