Star Trek (2009)

Auch wenn ich als Jugendlicher unzählige Episoden der ersten beiden TV-Serien gesehen habe, würde ich mich nicht als Fan, geschweige denn Trekkie oder Trekker bezeichnen. Dennoch habe ich mich sehr auf J.J. Abrams Neuinterpretation von „Star Trek“ gefreut. Zum einen weil ich Abrams Art Geschichten zu erzählen mag und zum anderen, weil es sowieso viel zu wenig gelungene Space Operas da draußen gibt.

Wenn ich an „Star Trek“ denke, dann sehe ich Pappkulissen, Mr. Spocks Ohren und Uhuras kurzen Rock. Jede Episode war nahezu identisch aufgebaut, doch bereits damals wusste ich den trashigen Charme der Serie zu schätzen. Was hatte man in den frühen 90ern auf für eine Wahl? Mein letztes Zusammentreffen mit der Crew der Enterprise dürfte bei einem der Kinofilme gewesen sein, doch die Erinnerungen daran sind bestenfalls schemenhaft. Trotz – oder gerade wegen – meiner nur rudimentären Kenntnisse des „Star Trek“-Universums konnte ich die Neuauflage wirklich genießen.

Zunächst einmal muss ich Abrams für die Besetzung der Hauptrollen loben. Zachary Quinto (bekannt als Sylar aus der TV-Serie „Heroes“) ist wirklich die perfekte Besetzung des jungen Mr. Spock, was sich besonders im Zusammenspiel mit Leonard Nimoy offenbart. Chris Pine gibt einen rebellischen James T. Kirk und ist in meinen Augen ein guter Ersatz für William Shatner. Auch der restliche Cast ist perfekt gewählt, wobei mir natürlich besonders Simon Peggs („Shaun of the Dead“) Scotty ein Lächeln auf die Lippen zauberte.

Auch wenn die Geschichte an sich nicht sonderlich innovativ oder wendungsreich ist, liegt in dieser die wahre Genialität von Abrams Neuinterpretation. Durch einen kleinen, aber umso geschickteren Kniff gelingt es ihm seine Version von „Star Trek“ sowohl bei Hardcorefans als auch Gelegenheitszuschauern zu etablieren und die Reihe dennoch offen für völlig neue Geschichten zu halten. Fabelhaft!

Insgesamt wirkt der 2009er „Star Trek“ tatsächlich nur wie das erste Kapitel einer größeren Geschichte. Man hungert bereits beim Abspann nach mehr. So ging es zumindest mir. Die Geschichte des Films ist zu dünn, um die Zuschauer wirklich zufrieden zu stellen. Dafür gibt es ausführliche Charakter- und Actionszenen, was – wie es typisch für Abrams ist – glücklicherweise keinen Widerspruch darstellt.

Ich für meinen Teil bin äußerst zufrieden mit der Neugestaltung des Franchise. Hardcorefans werden sich wohl darüber ärgern, dass Abrams sich an „Star Wars“ angenähert hat, doch dürfte das der Reihe neue Zuschauergruppen erschlossen haben. Ich persönlich habe nun sogar wieder Lust auf die ursprüngliche TV-Serie und die Kinofilme bekommen. Ein Neustart, der unglaublich viel Spaß macht: 8/10 Punkte.

30 Gedanken zu “Star Trek (2009)

  1. Ich kenne nicht eine Episode der Serie und habe mir den Film letztes Jahr trotzdem im Kino angesehen – eben weil er ja ein Prequel ist und man auch ohne Vorwissen der Geschichte folgen kann. Fand ihn allerdings nicht so besonders, solche Art von Filmen gibts einfach schon zu oft. Für Trekkies aber sicherlich unterhaltsam😉

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  2. Ich fand, dass der Film wohl gerade für Nicht-Trekkies unterhaltsam gewesen sein dürfte, da er deutlich mehr auf Action setzt und die Beziehungen von Grund auf neu definiert bzw. neu erzählt. Ein gewisses Faible für das Genre kann aber so oder so nichts schaden, um Gefallen an dem Reboot zu finden.

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  3. Hier mal wieder absolute Zustimmung. Als Trekkie würde ich mich nicht bezeichnen, trotzdem habe ich die Serien gelegentlich gesehen. „Star Trek“ hat mit dem Original ja nicht mehr allzu viel zu tun, aber die Frischzellenkur ist doch absolut gelungen.

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  4. Bin ich hier der einzige Hardcore-Trekkie? Scheint wohl so… Und ich konnte mich mit dem Film alles andere als anfreunden. Nach dem Kino habe ich ihn mit 2 von 10 Punkten bewertet. Hanebüchene Storyentwicklung, Eric Bana als schlechtester Star Trek-Bösewicht aller Zeiten… und auch Scotty war eine Enttäuschung für mich (obwohl ich den Charakter und auch Simon Pegg liebe…). Von den vielen Logiklöchern bzw. den mit Absicht in Kauf genommenen Abweichungen zur Original-Geschichte ganz zu schweigen.
    Einzig Karl Urban als „Bones“ war ein Highlight.
    Nach der Zweitsichtung auf Englisch hat’s der Film immerhin auf 5-6 Punkte geschafft. Was eine Originalsprachausgabe so ausmacht.

    Natürlich ist der Film gemacht für die heutige Generation von Filmeschauern, und für Leute, die bislang nicht viel mit Star Trek anfangen konnte. Vielleicht ein Neuanfang für Star Trek, aber nicht für Alt-Trekkies. Zumindest nicht für mich.

    Wenn du gute (alte) Star Trek-Filme sehen willst, schau dir die „geraden“ Filme an. Also Film 2, 4, 6 und 8 (10 war nich mehr so toll).

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  5. Guter Film, ohne Frage. Und nach den beiden letzten Kino-„Kloppern“ Insurrection und Nemesis absolut wohltuend. An der Stelle möchte ich noch kurz bejammern, dass es kaum mehr gescheite SciFi-Weltall-Schinken im Kino gibt. In dem Zusammenhang warte ich auf dein Review zu „Moon“.

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  6. @Dr. Borstel: Sehe ich ganz genauso. Obwohl die Hardcorefans (siehe Lars) da offensichtlich anderer Meinung sind…😉

    @Dos Carazones: Ja, der Film erinnert teils sehr an Lucas‘ Weltraumsaga, was von J.J. Abrams auch beabsichtigt war. Könnte dir also auch recht gut gefallen.

    @Lars: Danke für deine Meinung! Ist wirklich interessant einmal einen Trekkie zu dem Thema zu hören. Ich habe mir gestern noch das wirklich sehr gute Making of auf der Blu-ray angesehen und hatte den Eindruck, dass die Macher des Films wirklich jede nur erdenkbare Zielgruppe (vom Neueinsteiger bis zum Hardcorefan) glücklich machen wollten. Bei solch einem weit gestreuten Ansatz fällt natürlich einiges hinten runter, doch wurden die meisten Entscheidungen (zumindest aus meiner Sicht) mit Bedacht gefällt.

    @Inishmore: Da kann ich dir nur zustimmen. Freue mich auch schon sehr auf „Moon“ und „Pandorum“ und hoffe inbrünstig, dass es einen weiteren durchdachten Teil der „ALIEN“-Saga geben wird. Und damit meine ich definitiv nicht „AVP3“.

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  7. Also ich, der ich mich schon halbwegs als Fan bezeichne (auch wenn ich dir jetzt nicht genau die Funktionsweise des warp-Antriebs erläutern könnte), hatte bei der Zweitsichtung auch mehr Spaß an dem Film als zuerst im Kino. Wenn man diese „Frischzellenkur“ akzeptiert, dann mach einem der Film auch mehr Spaß.

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  8. Ich hatte mich auch über einen Neuanfang gefreut, nach der erstaunlich schlechten letzten Serie.
    Als ich dann allerdings die ersten Trailer gesehen habe.. naja.
    Für mich war das alles einfach zu unausgegoren. Die Besatzung war vor allem viel zu jung, meiner Meinung nach (Spock zählt da nicht dazu, Vulkanier werden ja eh viel älter).

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  9. Ich finde gerade die junge Besatzung gibt der ganzen Geschichte eine neue Dynamik. Picard und Co. waren bei der Übernahme ja auch schon nicht mehr die Jüngsten und somit können wir uns nun endlich über eine Crew freuen, die auch actionreicheren Anforderungen gewachsen ist bzw. länger als nur zwei Filme durchhält…😉

    Das alles ist natürlich in dem Bewusstsein geschrieben, dass du als Trekkie vermutlich innerlich aufschreist. Was ich damit sagen will: Ich kann Abrams‘ Gründe für die Wahl einer jungen Crew durchaus verstehen.

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  10. @Bullion: Ich war damals mit ein paar Hardcore-Trekkies im Kino, die durchaus meine Begeisterung teilten, ihn wahrscheinlich sogar noch besser fanden als ich. Von daher kann man Lars‘ Meinung wohl nicht verallgemeinern.😉 (Mit den geraden Filmen hat er allerdings recht, imo ist der Achte der weitaus beste der Reihe.)

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  11. Okay, dann hat Abrams mit seiner weiten Zielgruppenstreuung wohl doch Erfolg gehabt. Interessant! Mal sehen, ob und wann ich mich an die vorherigen Filme heranwage. Die Serien lasse ich vorerst außen vor. Man braucht ja auch immer noch einen Plan für die Rente…😉

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  12. Der gelungenen Neu-Charakterisierung der Figuren stimme ich zu, ebenfalls dass es ein famoses Actionspektakel ist. Aber Star Trek hat in der Vergangenheit in seinen besseren Momenten (und davon gab es durchaus einige) sich viel stärker selbst definiert (Wagen Train im Weltall, Final Frontier oder eben die Metapher auf unsere Gesellschaft, usw.). Das fehlt mir doch etwas im neuen Film, weshalb mir die Tatsache, dass er „Star Trek“ heißt da eine Enterprise mit bekannten Charakternamen herumschwirrt, zu wenig ist, um den Film wirklich Star Trek nennen zu können. Für meinen geschmack ist er einen Tick zu austauschbar und könnte auch ganz anders heißen.

    Habe ich damals bei mir noch etwas genauer begründet: http://www.thwidra.de/?p=309

    Immerhin wissen wir jetzt aber, was es mit der roten Kugel in Alias auf sich hatte.😉

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  13. Schön einmal wieder was von dir zu lesen!🙂

    Ich denke, dass die Punkte, die du ansprichst, hauptsächlich von Trekkies bzw. eingeschworenen Fans besonders negativ aufgenommen werden. Ich selbst, der ich die ursprünglichen Serien nur oberflächlich kenne, fühlte mich dadurch nicht sonderlich gestört, wenngleich die Handlung natürlich mehr Tiefe vertragen könnte. Doch da setze ich alle Hoffnungen auf den zweiten Teil.

    Hehe, ja das mit „Alias“ ist wirklich ein schöner Hinweis. Hätte ich schon längst wieder vergessen…

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  14. Um Gottes Willen, das war auch gar nicht meine Absicht, was Dr. Borstel da anspricht. Ich sehe mich nicht als Anführer der Trekkies (oder Trekker.. ich mag Trekkie lieber..), dessen Meinung dann für alle zählt, möchte ich auch gar nicht😉
    Ich sehe das in etwa wie Thwidra. Für sich, quasi als standalone Film, hätte ich den Film bestimmt besser bewertet. Aber als Star Trek-Film eben nicht.
    Mal sehen, was da noch so auf uns zukommt.

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  15. Hehe, ist wohl eine weise Entscheidung, denn wir wissen ja wie die Diskussion ausgeht, denn Harrison Ford ist einfach der beste Schauspieler überhaupt!😉

    Ernsthaft: Ich bin mit „Star Wars“ aufgewachsen und demnach gehört es zu meiner filmischen Grundausstattung, doch mir gefällt auch „Star Trek“ recht gut. Allein die Zeit für eine genauere Beschäftigung damit fehlt bisher noch.

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  16. Najaaaa… der Beste? ;p
    Ok, die erste Star Trek Serie hatte William Shatner… Der jetzt erst mit 80 sein schauspielerisches Talent für Boston Legal entdeckt hat. Aber Patrick Stewart aka Cpt. Picard ist für mich auch in anderen Rollen immer ganz großes Kino.

    Und auch ernsthaft: ich bin nicht direkt mit Star Trek aufgewachsen, wenngleich relativ früh dazugestoßen (mit.. ca. 10). Aber auch nicht mit Star Wars. Ich finde auch Star Wars gut (vornehmlich die alten Teile), allerdings hatte ich da einfach nicht so viel Bezug dazu, bzw. erst später. Und meine Sammlung ohne Star Trek? Unvorstellbar.

    Vermutlich wird es diese „Diskussionen“ ewig geben, und vermutlich ebenso lange ohne Ergebnis😉 Aber ich freue mich immer wieder über solch kleine Frotzeleien🙂

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  17. @bullion: Danke, hoffe auch, dass ich irgendwann meinen Blog mal wieder zum Leben erwecken kann. Aber ist noch ungewiss, wann ich dafür mal wieder Zeit finde…

    Ich würde mich auch nicht als Trekkie bezeichnen, obwohl ich mir die Serien von TNG bis ENT in den letzten Jahren angetan habe. Aber mich interessierte dabei hauptsächlich der Star Trek-Kult bzw. das Wesen des Star Trek-Kosmos. Und der lässt sich ja nach der Menge an Episoden doch ganz gut definieren und als eigenständig, ja vielleicht sogar einzigartig für sich, bezeichnen. Dieser Definition entspricht der neue Film eben nicht ganz, deshalb auch meine Kritik aus Sicht eines star Trek-Interessieren (weil Serien und Filme eben gut gemacht sind), aber keines richtigen Trekkies. Aufgewachsen bin ich ja auch mit Star Wars und konnte bis vor wenigen Jahren nichts mit Star Trek anfangen.

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  18. @Lars: Ich nehme an du hast „Fanboys“ noch nicht gesehen, da gibt es einen herrlichen Dialog über die Schauspielkunst von Herrn Ford. Außerdem sind die Szenen in denen es um die Rivalität zwischen „Star Trek“ und „Star Wars“ geht einfach herrlich! Zumindest größtenteils…😉

    @thwidra: Dann ist es also wohl nie zu spät mit „Star Trek“ zu beginnen. Werde mir das für die ferne Zukunft auch einmal vornehmen. Vielleicht werde ich dann aber tatsächlich mit den Filmen starten, wenngleich diese wohl nicht so einen tiefen Einblick in dieses Universum gewähren dürften, wie die Serien.

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