Der Schwarze Falke – OT: The Searchers (1956)

Kürzlich hatten wir es auf der Arbeit über Western und dass viele Kollegen – mich eingeschlossen – noch nie einen Western mit John Wayne gesehen haben. Daraufhin hat sich ein großer Fan des Dukes vorgenommen, diesen untragbaren Umstand zu ändern und mich sowie fünf weitere Kollegen zu einem Westernabend inklusive standesgemäßem Essen (lecker Grillfleisch und Bohnen mit Speck) einzuladen. Nach einem kurzen Abriss über die Bedeutung des Films, waren wir schon gespannt, ob “Der Schwarze Falke” seinem Ruf als bester Western John Fords und John Waynes gerecht wird und uns auch 60 Jahre später noch zu überzeugen weiß…

der-schwarze-falke

Der Western und ich

Im Vorfeld der Besprechung muss ich den Hinweis geben, dass die Stimmung doch eher ausgelassen war und somit manche aus heutiger Sicht unfreiwillig komische Szene noch zusätzlich an Humor gewonnen hat. Die Umstände der Sichtung haben den Film bestimmt anders wirken lassen, als die ursprüngliche Intention vorgesehen hat – und doch glaube ich, dass ich mir insgesamt ein recht gutes Bild von “Der Schwarze Falke” machen konnte, zumindest nachdem die Zwischenbildberechnung ausgeschaltet war, was nur wieder mich zu stören schien. Danach aber konnte John Fords epochaler Western zumindest visuell überzeugen, denn die auf Blu-ray gebannten VistaVision-Bilder sind auch heute noch sehr beeindruckend und lassen schnell vergessen, dass man einen Film aus dem Jahr 1956 sieht.

Western ist ein Genre, das mich meist nicht sonderlich lockt, auch wenn mit “Die glorreichen Sieben” ein nur vier Jahre nach “The Searchers” entstandener Genrekollege zu meinen Lieblingsfilmen zählt. Auch John Fords legendärer Western zählt für viele Kritiker und Filmschaffende (u.a. Martin Scorsese und John Milius) zu den besten Filmen aller Zeiten. Dies hatte ich bei der Sichtung im Hinterkopf – und auch wenn ich so manch spannenden Ansatz erkennen konnte, wollte mich der Film nicht so wirklich mitreißen. Das mag einerseits an den Umständen der Sichtung liegen, doch auch darüber hinaus werden John Ford, John Wayne und ich vermutlich keine allzu engen Freunde. Die simple Handlung wird oft unnötig umständlich erzählt und ein Gefühl für den langen Zeitraum (immerhin über 5 Jahre), den unsere Suchenden unterwegs sind, mag sich kaum einstellen.

Licht und Schatten im Monument Valley

Ich war wirklich erstaut wie unsympathisch der Held aus heutiger Sicht gezeichnet ist: wortkarg, eindimensional und ohne jegliche Empathie. Ob das damals genauso wahrgenommen wurde? In ausgewählten Szenen kann man als Zuschauer tatsächlich hinter die Fassade blicken – und in diesen Momenten konnte mich der Film tatsächlich packen. Teils hatte ich auch das Gefühl eine Entmystifizierung des Westernhelden zu sehen: Während der 5-jährigen sinnlosen Odyssee geht das restliche Leben weiter und Martin Pawley (Jeffrey Hunter) hätte beinahe seine große Liebe an einen anderen Mann verloren. Die endlich ausgeübte Rache an Scar wirkt wenig kathartisch und für unseren Helden scheint es auch kein glückliches Ende zu geben – ruhelos zieht er weiter. Eine Deutung von “Der Schwarze Falke”, mit der ich mich wirklich anfreunden könnte. Leider jedoch wirkt John Fords Film in anderen Szenen äußerst eindimensional erzählt und bekräftigt fragwürdige Stereotype. Den Rassismusvorwurf muss sich Ford aus heutiger Sicht an manchen Stellen gefallen lassen, doch offenbart “The Searchers” auch für die damalige Zeit durchaus progressive Ansichten, wie das offene Zeigen der Auswirkungen eines Massakers an den Ureinwohnern. Insofern befindet sich der Film eher in einer Grauzone als in einem der beiden Lager, welche von der Filmkritik so gerne eingenommen werden.

Rein formal ist “The Searchers” bemerkenswert. Gerade in den Szenen, die auf einem Set spielen, gelingt Ford ein Deep Staging mit ungeahnter Tiefenschärfe, was bei uns Zuschauern oft den Eindruck hervorruft eher ein Theaterstück als einen Film zu sehen. Im direkten Kontrast dazu stehen die weiten, offenen Einstellungen des Monument Valley, die wirklich famos anzusehen sind. Max Steiners Score ist mir dagegen leider kaum im Ohr geblieben, was ich schade fand, da z.B. Elmar Bernsteins Score zu “The Magnificent Seven” zu meinen Lieblingsfilmmusiken zählt und Ennio Morricone im Italowestern geradezu Großartiges geleistet hat.

Fazit

Eine Bewertung fällt mir nun wirklich schwer. Einerseits konnte ich mich während der Sichtung nicht so komplett auf den Film einlassen, wie er es verdient gehabt hätte, und andererseits habe ich genug gesehen, um zu wissen, dass “The Searchers” für mich nicht die große Offenbarung des Western ist, die er für viele Fans und Kritiker gerne sein würde. Die Präsenz John Waynes hat mich beeindruckt, gerade weil er einen ungewöhnlich unsympathischen Heldentypus verkörpert und die Inszenierung John Fords fand ich famos. Dem gegenüber stehen eine unausgegorene Rachegeschichte und eine aus heutiger Sicht fragwürdige Charakterzeichung. Filmhistorisch relevant, doch keiner dieser Klassiker, die auch heute noch wie eine Offenbarung wirken. Dennoch bin ich sehr froh, die Möglichkeit bekommen zu haben den Film zu sehen: 6/10 Punkte.

Blogparade: Unwiderrufliche Karriererollen

Die erste Blogparade im Februar kommt von Ma-Go Filmtipps und stellt uns vor eine spannende Herausforderung: Er möchte von uns zehn unwiderrufliche Karriererollen wissen, sprich welche Rollen durch einen Schauspieler bzw. eine Schauspielerin extrem geprägt wurden und ihnen bis ans Ende ihrer Karriere nachhängen – dies kann sowohl positiv als auch negativ sein. One Hit Wonder (z.B. Mark Hamill als Luke Skywalker) und Serienfiguren sollten dabei aber ausgeschlossen werden.

Hier nun also meine Top 10 der unwiderruflichen Karriererollen und das wie immer in alphabetischer (nach dem Film sortiert) und nicht in wertender Reihenfolge:

  1. Sigourney Weaver als Ellen Ripley in “Alien” (1979)
  2. Jason Biggs als Jim Levenstein in “American Pie” (1999)
  3. Robert de Niro als Johnny Boy in “Mean Streets” (1973)
  4. Zach Galifianakis als Alan in “The Hangover” (2009)
  5. Daniel Radcliffe als Harry Potter in der “Harry Potter”-Reihe (2001-2011)
  6. Elijah Wood als Frodo in der “Der Herr der Ringe”-Trilogie (2001-2003)
  7. Harrison Ford als Indiana Jones in “Raiders of the Lost Ark” (1981)
  8. Mel Gibson als Max in der “Mad Max”-Trilogie (1979-1985)
  9. Chevy Chase als Clark Griswold in den “Vacation”-Filmen (1983-1997)
  10. Michael J. Fox als Marty McFly in “Zurück in die Zukunft” (1985)

Nun seid ihr dran:

  • Liste zehn unwiderrufliche Karriererollen auf.
  • Verzichte dabei auf One Hit Wonder à la Mark Hamill oder Macaulay Culkin und Serienfiguren.
  • Erstelle einen Beitrag in deinem Blog und verlinke auf diesen und den Ursprungsartikel.
  • Ende der Parade ist der 29. Februar 2016.

Die letzten 10 Blogparaden:

Castle – Season 6

Lange hat es gedauert, doch auch bei TV-Serien heißt aufgeschoben nicht aufgehoben – und so hat es “Castle – Season 6” nach beinahe drei Jahren endlich in mein ganz privates Programm geschafft, was speziell meine bessere Hälfte erfreut hat. Es war übrigens das erste Mal, dass wir die Serie nahezu am Stück verfolgt haben. Somit war ich sehr gespannt, ob das Krimi-Procedural auch noch funktioniert, wenn man beinahe täglich eine Episode schaut…

castle-season-6

Die Freude um die Rückkehr zu Castle, Beckett und Co. war wirklich groß. Die Serie funktioniert einfach famos als Wohlfühlunterhaltung – und das trotz des Settings rund um Mord und Totschlag. Wie kein anderes Procedural dieses Genres schafft es die Serie Krimi und Komödie perfekt zu kombinieren, was neben dem sympathischen Nathan Fillion (Captain Mal Reynolds, “Firefly” & “Serenity”) besonders an den außergewöhnlichen Fällen liegt: In der Vergangenheit gab es schon eine Zombie-Apokalypse zu bestehen und in dieser Staffel wird ein Zeitreisefall behandelt, der perfekt mit der Serienwelt harmoniert – und das ohne offensichtlich nur eine falsche Fährte zu sein. Auch wenn nicht jeder Fall wirklich außergewöhnlich ist, so ist “Castle” doch das einzige Krimi-Procedural, das mir auch über längere Zeit Spaß bereitet.

Bis zur fünften Staffel hatte ich “Castle” von Woche zu Woche verfolgt, doch bei dieser Sichtung stand beinahe täglich eine neue Episode auf dem Programm, was dem Sehgenuss letztendlich wohl eher abträglich war. Hier fällt dann doch die starke Formelhaftigkeit auf, was glücklicherweise durch die spielfreudigen Darsteller und die oft ungewöhnlichen Fälle aufgefangen wird. Dennoch keine Serie, die sich zum Binge-Watching eignet und lieber in kleineren Dosen genossen werden sollte. Dann funktioniert wohl auch die Rahmenhandlung rund um die bevorstehende Hochzeit und die damit verbundenen privaten Wirrungen besser. Immerhin wurde nun endlich das große Mysterium rund um den Mord an Detective Becketts Mutter aufgeklärt.

Mir hat auch das sechste Jahr rund um Richard Castle wirklich viel Spaß bereitet. Der Cliffhanger am Ende wäre dagegen nicht nötig gewesen, hat man diesen in ähnlicher Form doch bereits unzählige Male gesehen. Auf eine Rückkehr des ermittelnden Krimi-Autoren freue ich mich dennoch schon sehr. Dann werde ich ihn aber vermutlich wieder in weniger geballter Form besuchen: 8/10 (7.9) Punkte.

Media Monday #241

Ein vollgestopftes Wochenende liegt hinter mir: Freitagabend galt es einen Jahrestag zu feiern und es ging endlich zu “Star Wars: Episode VII” ins Kino. Am Samstag war das Haus mit zwölf Erwachsenen und acht Kindern ordentlich voll, denn der Geburtstag meiner besseren Hälfte wollte schließlich würdig begangen werden. Am heutigen Sonntag haben wir dann die letzten Spuren der Feier beseitigt und sind zu einer recht matschigen Fahrradfahrt aufgebrochen. Nun sind die Kinder im Bett und ich kann mich ungestört den Fragen des Medienjournals widmen. Wie war euer Wochenende?

media-monday-241

  1. Wenn es mal ein Film zu reinen Unterhaltungszwecken sein darf, greife ich ja sehr gerne zu meinen Guilty Pleasures.
  2. Neben Karneval gibt es ja noch viele andere Gründe sich zu verkleiden und bei Fantasyfilmreihen à la “Der Hobbit” hat mir das auch richtig gut gefallen, denn es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Gedanken in die einzelnen Kostüme und Rüstungen fließen.
  3. Mein Beruf hat nicht mehr viel mit der ursprünglichen Ausrichtung zu tun, schließlich habe ich kaum noch etwas mit Mediendesign, 3D-Animation und Videoproduktion zu tun.
  4. Glaubt man den Gerüchten hatte das “Cloverfield”-Sequel ursprünglich eigentlich gar nichts mit “Cloverfield” zu tun.
  5. Die zweite Staffel von “Men at Work” hat mich jüngst zum Binge-Watching verleitet, denn die 10 Episoden ließen sich so locker wegschauen, dass in kürzester Zeit keine mehr übrig war.
  6. Dass derzeit die Jecken die Straßen bevölkern könnte mir nicht egaler sein.
  7. Zuletzt habe ich “Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht” gesehen und das war wahrlich ein Erlebnis, weil ich den Alltag vergessen konnte und mich an die Filmerlebnisse meiner Jugend erinnert fühlte.

Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht – OT: Star Wars: Episode VII – The Force Awakens (2015)

Unglaublich, aber wahr: Ich habe es tatsächlich noch geschafft, mir “Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht” im Kino anzusehen. Leider konnte ich aufgrund des späten Zeitpunkts der Sichtung keine Vorstellung im Originalton mehr ausfindig machen. Somit bin ich immerhin in den Genuss einer IMAX-Projektion in 3D gekommen. Das volle Programm also. Vermutlich war das in diesem speziellen Fall auch ganz gut so, denn ich hatte die Nacht zuvor nur drei Stunden Schlaf abbekommen – ein langer Firmen-Event am Vorabend und Kinder im Faschingsrausch ab 4:30 Uhr haben ihren Tribut gefordert – und wurde somit alleine durch die audiovisuelle Wucht wachgehalten. Ob mich der Film auch inhaltlich begeistern konnte, lest ihr in der folgenden Besprechung…

star-wars-erwachen

Was mir “Star Wars” bedeutet

Tatsächlich stelle ich mit Erschrecken fest, dass dies der erste Eintrag zu “Star Wars” auf meinem Blog ist. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich in den letzten 10 Jahren keinen “Star Wars”-Film mehr gesehen habe. Wow. Dabei ist die Filmreihe doch ein inhärenter Bestandteil meiner popkulturellen Identität. Auch wenn ich die Original-Trilogie bereits als Kind unglaublich beeindruckend fand, so hat gerade die Sichtung der verhassten Special Editions im Kino ab 1997 den Wert der Filme für mich enorm gesteigert. Entsprechend gespannt war ich auch auf “Star Wars: Episode I” und habe den damals kursierenden Screener geflissentlich ignoriert. Der Kinobesuch war Event und Enttäuschung zugleich. Über die kommenden Jahre habe ich jedoch – antizyklisch zur filmischen Netzgemeinde – meinen Frieden mit den Prequels gemacht. Auch wenn ich mich sehr auf “Episode VII” gefreut habe, ist der große Hype bei mir ausgeblieben. Dennoch hätte ich mich sehr geärgert, wenn ich nicht mehr im Kino gewesen wäre. Nach diesem kurzen Exkurs wende ich mich nun direkt “The Force Awakens” zu:

Mit J. J. Abrams steht beim “Star Wars”-Relaunch ein Mann hinter den Kulissen, den ich sehr schätze. Nicht nur aufgrund seines “Star Trek”-Reboots oder des wunderbar nostalgischen “Super 8”, sondern vor allem aufgrund seiner TV-Serien “Lost” und “ALIAS” sowie des hierzulande weniger bekannten, aber umso sehenswerteren Coming-of-Age-Dramas “Felicity”. Schon alleine die Tatsache, dass Abrams nun die zwei größten Sci-Fi-Franchises unter seinen Fittichen hat, ist bemerkenswert. Ich war somit recht guter Dinge, dass er mit diesem bedeutenden Werk seiner und all unserer Jugend kein Schindluder treiben würde – und nach George Lucas’ letzten Bemühungen konnte dieses Vorhaben gar nicht so schief gehen, oder etwa doch?

Charaktere und Inszenierung

Schon beim Opening Crawl hatte ich eine Gänsehaut. Da war es wieder: das bekannte “Star Wars”-Gefühl. Schon kurz danach lernen wir unsere neuen Hauptfiguren kennen – und was das für Figuren sind! Rey und Finn sind mir sofort ans Herz gewachsen. Auch wenn ihre Charakterisierung teils noch zu wünschen übrig lässt, so sprechen die Taten und ihr Zusammenspiel für sich. Einfach erfrischend und endlich einmal wieder eine weibliche Heldin, die keinen starken Mann an ihrer Seite braucht, um sich aus gefährlichen Situationen zu manövrieren – das Gegenteil ist der Fall. Schon bald treffen wir mit Han Solo und Chewbacca auf zwei alte Bekannte, was für einen weiteren Nostalgieschub sorgte.

Die Balance aus Altem und Neuem hat Abrams, was die Figurenkonstellation angeht, wirklich gut getroffen. Selbst Nebenfiguren aus der Originaltrilogie sind öfter mal im Hintergrund zu sehen. Da freut sich das Fanherz.  Mit Kylo Ren gibt es eine interessante Variation Darth Vaders zu sehen, der viel Potential aber auch gewisse Gefahren birgt. Wird er sich als eigenständige Figur etablieren können oder nur als Emo Vader in die Geschichte eingehen? Mit Adam Driver (Adam Sackler in der TV-Serie “Girls”) stimmt die Besetzung und ich bin mir sicher, dass sich die Figur in den kommenden Teilen noch interessant entwickeln wird. Derweil sprießen bestimmt auch die Theorien, welche bereits bekannte Figur sich letztendlich hinter Supreme Leader Snoke verbirgt. Langweilig sind diese Ergänzungen des Universum somit keinesfalls.

Ebenso famos ist die Inszenierung: teils kann man kaum glauben, dass zwischen “A New Hope” und “The Force Awakens” bereits 38 Jahre liegen. Seien es die Modelle, die Aliens, die HUDs der Raumschiffe oder sogar die Frisuren der Charaktere (z.B. Poe Dameron) – hier passt wirklich alles. Sehr begeistert war ich auch von der Kameraarbeit, die – bis auf wenige Ausnahmen – stets auf Augenhöhe der handelnden Figuren stattfindet, was gerade in 3D zu einer wirklich starken Immersion führt. Der perfekte “Star Wars”-Film also?

Inhaltliche Schwachstellen

Leider bietet “Star Wars: Episode VII” inhaltlich nur einen Aufguss der Ereignisse aus “Star Wars: Episode IV”. So gibt es wieder einen Droiden mit einer geheimen Botschaft, statt der Cantina in Mos Eisley gibt es Maz Kanatas Festung und am Ende läuft alles auf die Zerstörung eines noch größeren Todessterns hinaus. Da hätte ich mir etwas mehr Eigenständigkeit gewünscht, zumal es auch keinen Unterschied macht, dass das Imperium nun Erste Ordnung heißt – die Rebellen befinden sich in exakt der gleichen Position wie damals und es wirkt einfach nicht so, als hätten die Ereignisse aus “Return of the Jedi” großen Einfluss auf die Geschichte dieses Universums gehabt. Auch wenn ich die einzelnen Schauplätze und die individuellen Szenen wirklich mochte, so wirkt das große Ganze doch bereits zu vertraut.

Fazit

“The Force Awakens” hat es auf jeden Fall geschafft, das “Star Wars”-Fieber bei mir wieder ausbrechen zu lassen. Ich freue mich schon sehr auf die Zweitsichtung im Originalton und habe mir fest vorgenommen demnächst noch einmal “Episode I” bis “Episode VI” zu sichten. Trotz des exakt getroffenen Gefühls für diese Welt, wiegen die Abstriche in der Handlung zu stark, als dass ich gewillt wäre, sie einfach unter den Tisch zu kehren. Zweifellos ein sehr guter Start für das Franchise, es bleibt nur zu hoffen, dass Colin Trevorrow die wunderbar bodenständige Inszenierung beibehält (eben anders als bei seinem “Jurassic World”) und sich die Autoren auch inhaltlich mehr trauen. Ich bin sehr gespannt und voller Vorfreue: 8/10 Punkte.

Men at Work – Season 2

So langsam beginne ich dank Streaming Serien weiterzuverfolgen, die zuvor bereits wieder von meinem Radar verschwunden waren. Kürzlich ist mir mit “Men at Work – Season 2” eine Serie über den Weg gelaufen, die ich nie weitergeschaut habe, obwohl ich deren erste Staffel recht unterhaltsam fand. Da ich ohnehin auf der Suche nach einer 20-minütigen Sitcom war, kam mir die Serie gerade recht…

men-at-work-s2

Was für ein Vergnügen! Wie ich nach meiner Sichtung der ersten Staffel bereits beschrieben hatte, fühlt sich “Men of Work” wie ein Relikt aus dem TV-Programm der 90er Jahre an. Inszenierung, Charaktere und Drehbücher wirken einfach aus der Zeit gefallen. Schon die musikalische Untermalung der Schauplatzwechsel löst bei mir Flashbacks zur goldenen Zeit der klassischen Sitcom mit Lachspur aus. Kaum zu glauben, dass diese Staffel erst 2013 gelaufen ist. Dabei habe ich nicht einmal das Gefühl, den Machern wäre diese nostalgische Komponente bewusst.

Auch dieses Jahr geben wieder erstaunlich viele Gaststars ihr Stelldichein: von J. K. Simmons (“Whiplash”) über Jason Lee (“My Name is Earl”) bis hin zu Ashton Kutcher, mit dem Danny Masterson ja bereits in “That ’70s Show” aufgetreten ist. Dies zeigt deutlich, dass Showrunner Breckin Meyer sehr gut in Hollywood vernetzt ist.

Mit nur 10 Episoden ist die Staffel extrem kurz, gerade für eine klassische Sitcom. Auch wenn die Handlung alles andere als innovativ ist, so hätte ich doch gerne mehr davon gesehen. Einfach sympathische Unterhaltung, die gerade aufgrund ihrer altmodischen Aspekte erstaunlich anders wirkt. Habe ich wirklich sehr gerne gesehen: 7/10 (7.4) Punkte.

Media Monday #240

Nachdem ich letzte Woche zweimal nach der Arbeit bei Ikea war, stand der Samstag wieder ganz im Zeichen des Möbelaufbaus. Der heutige Sonntag war geprägt von beständigem Regen und unzähligen Brettspielen. Die kommende Woche wird beruflich und privat intensiv, steht an deren Ende doch ein bedeutender Jahres- und Geburtstag. Nun aber erst einmal zu den aktuellen Fragen des Medienjournals – in diesem Zuge wünsche ich euch auch gleich eine tolle Woche! :)

media-monday-240

  1. Die einfallsreichste und/oder skurrilste Handlung hat wohl die TV-Serie “Community”, wie ich auch gerade wieder zu Beginn der 5. Staffel feststelle – herrlich!
  2. Gemessen an seinem Alter ist Ian McKellen ein junger Geist mit viel Sinn für Schabernack – zumindest wenn man den Making-of-Dokus von “Der Hobbit” Glauben schenken mag.
  3. Glaube ich kaum, dass ich noch einmal ein Haus bauen werde.
  4. Die allgemeine Begeisterung für den “Tatort” kann ich absolut nicht nachvollziehen, vor allem nicht, das so viele es so abfeiern, schließlich ist es nur ein dröger TV-Krimi.
  5. “Cloud Atlas” beeindruckt ja nicht nur mit einem großartigen Skript, sondern auch durch seine famos schwelgerische Inszenierung.
  6. Die erste Staffel der US-Version von “Shameless” hat mich allein schon dadurch überrascht, dass ich mir etwas gänzlich anderes erwartet hatte, nämlich viel mehr aufgesetztes Sozialdrama oder Scherze auf Kosten gewisser Bevölkerungsgruppen – beides meistert die Serie aber famos!
  7. Zuletzt habe ich die fünfte Staffel von “Akte X” und direkt im Anschluss “Akte X: Der Film” gesehen und das war ein tolles Erlebnis, weil speziell der Kinofilm deutlich besser ist, als ich ihn in Erinnerung hatte.

Akte X: Der Film – OT: The X-Files: Fight the Future (1998)

Kaum habe ich die fünfte Staffel der Serie beendet, hat mich “Akte X: Der Film” erneut vor den Fernseher gelockt – und das ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, da aktuelle Mini-Serie rund um Mulder und Scully gestartet ist. Mitten im zweiten Frühling der Serie und doch 18 Jahre zu spät. Was der Film der Mythology der Serie hinzufügen kann und ob er tatsächlich mehr ist, als eine aufgeblasene Doppelfolge, lest ihr in der folgenden Besprechung…

x-files-fight-the-future

Ich weiß noch genau, dass ich 1998 nach der Sichtung des Films ziemlich enttäuscht war. Zwar war meine persönliche Hype-Phase rund um “Akte X” schon längst wieder am abklingen – und doch wollte ich unbedingt wissen, ob der Film die Geheimnisse der Serie auflöst. Damals empfand ich, dass er sein Versprechen nicht einlösen konnte – und ließ damit auch die X-Akten im TV-Programm hinter mir. Mit knapp 18 Jahren hatte ich eben auch andere Dinge im Kopf. Somit war der Abschied eher organisch, als forciert. Nun, eben weitere 18 Jahre später, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus – und mitten in meiner Wiederholungssichtung der gesamten Serie, stellt “The X-Files: Fight the Future” tatsächlich ein Highlight dar.

Es ist eine Freude zu sehen, wie sich TV-Regisseur Rob Bowman (u.a. “Die Herrschaft des Feuers”) hier ausgetobt hat. Auch wenn es durchaus inszenatorische Parallelen zur TV-Serie gibt, so atmet “Akte X: Der Film” tatsächlich Kino. Dabei wirkt der größere Maßstab glücklicherweise nicht aufgesetzt, sondern passend für eine Geschichte dieses Ausmaßes. Inhaltlich dagegen ist man sehr nahe an einem TV-Zweiteiler dran, wenngleich es auch tatsächlich mehr Antworten und konkretere Begegnungen mit den Gegenspielern gibt. Zudem wird jede bisher mögliche Zweideutigkeit ausgemerzt und die Kolonisierung der Erde durch Außerirdische als Fakt innerhalb der Serienwelt präsentiert. Vermutlich der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt, da ich das Gefühl hatte die Mythology-Episoden verlieren so langsam die Bodenhaftung.

Die Bewertung des Films fällt mir nun wirklich nicht leicht. Als Doppelfolge innerhalb der Serie hätte er von mir auf jeden Fall 10 Punkte erhalten, doch als losgelöster Film betrachtet, wären 8 Punkte deutlich angemessener. Somit ergibt sich eine Mischwertung, die deutlich von meinem emotionalen Engagement in der Serienwelt geprägt ist. Zuschauer, die bisher noch keinen Kontakt mit “Akte X” hatten, dürften sich mit dem Film schwer tun, doch gehören sie auch ganz klar nicht zur Zielgruppe. Zwei Stunden beste Unterhaltung für alle Fans der Serie: 9/10 Punkte.

The X-Files – Season 5

Aufgrund viel Ablenkung durch Filme und andere Serien über die Feiertage und den Jahreswechsel, hat sich meine Sichtung von “The X-Files – Season 5” ein wenig verzögert. Für mich war es die erste Staffel, bei der ich mich nicht mehr wirklich an einzelne Episoden erinnern konnte – und die erste Staffel im damals noch recht modernen 16:9-Breitbildformat. Gleichzeitig markiert die fünfte Staffel die Mitte der Serie und den Startschuss für den ersten Kinofilm. Was hatte “Akte X” also auf der Höhe des ursprünglichen Hypes zu bieten?

x-files-s5

Man merkt, dass die Autoren inzwischen ziemlich genau wissen, was funktioniert und was nicht. Inzwischen ist das Serienuniversum auch so weit ausgebildet und populär, dass sie wunderbar ein paar Episoden einstreuen können, die eher auf der Metaebene ablaufen. Gleichzeitig fällt jedoch auf, dass die Autoren diese aufgebaute Komfortzone weniger oft verlassen und man nicht mehr dieses bunte Potpourri an Geschichten bekommt, wie dies speziell in den ersten vier Staffeln der Fall war. Allerdings mag sich der Eindruck einer stärker fokussierten Erzählung auch aus der verringerten Episodenzahl (20 statt wie bisher mindestens 24 Episoden) ergeben. Eine Tendenz, die ich grundsätzlich erst einmal positiv bewerten würde, jedoch hier in weniger Spielraum für Geschichten abseits der Norm resultiert.

Erwähnenswert sind auf jeden Fall der eröffnende Zweiteiler “Redux I & II”, der einen der größten Handlungsstränge der vierten Staffel auflöst. “Unusual Suspects” wirft einen Blick auf die Anfänge der Lone Gunman und lässt Mulder nur als Nebenfigur auftauchen, was ich durchaus erfrischend fand, aber auch zeigt, warum die Gruppe alleine nicht wirklich funktioniert. Die folgende Episode “Detour” ist einer meiner liebsten klassischen Monster-of-the-Week-Fälle, da sie die Beziehung zwischen Mulder und Scully in den Mittelpunkt stellt und gleichzeitig wirklich unheimlich ist. Mit “The Post-Modern Prometheus” folgt ein Favorit dieser Staffel, der wie ein Gruselstreifen der 30er Jahre klassisch in Schwarz-Weiß inszeniert ist und dabei herrlich augenzwinkernd daherkommt. Der Zweiteiler “Christmas Carol”/”Emily” fokussiert sich auf Scully und überzeugt gerade durch den Kontrast aus weihnachtlicher Familienamosphäre und persönlichem Horror.

In der Mitte wird die Staffel deutlich schwächer und Episoden wie “Schyzogeny” oder “Chinga” bieten nur 08/15-Horror-Versatzstücke. Mit “Bad Blood” finden die Autoren wieder zu alter Stärke zurück und präsentieren eine herrlich amüsante “Rashomon”-Variante – mein zweiter Favorit dieser Staffel. Danach folgt mit dem Zweiteiler “Patient X”/”The Red and the Black” eine weitere Mythology-Episode, die durchaus ihre Momente hat. Stärker beeindruckt hat mich jedoch die Folge “Travelers”, in der wir Zeuge von Mulders erstem Kontakt mit den X-Akten werden. Kurz vor dem eher durchwachsenen Finale hält die Staffel mit “Folie à Deux” noch eine wunderbare Monster-of-the-Week-Episode parat, die man gleichzeitig als Satire auf die Firmenkultur Amerikas lesen kann.

Insgesamt ist das fünfte Jahr der Serie wieder ein wenig schwächer, jedoch ist noch kein großer qualitativer Einbruch zu erkennen. Somit freue ich mich nun umso mehr auf den ersten Kinofilm und die darauf folgende sechste Staffel. Speziell gerade jetzt, da “The X-Files” aufgrund der endlich gestarteten neuen Mini-Staffel wieder in aller Munde ist. Nach wie vor sehr gute Unterhaltung: 8/10 (8.3) Punkte.

Blogparade: Best Parent/Child-Relationships

Zum Anlass ihres Blog-Geburtstages hat Amerdale vom “Mind Palace”-Blog eine neue Blogparade inklusive Gewinnspiel gestartet: Sie möchte von uns mindestens fünf Best Parent/Child-Relationships wissen. Dabei geht es ihr tatsächlich um die Beziehung zwischen Eltern und Kindern (inklusive der Adoptiv- und Stiefvariante), doch auch Großeltern und Enkelkinder dürfen genannt werden. Mentor-Studenten-Beziehungen schließt sie dagegen aus. Na, da sollte sich doch etwas finden lassen! :)

Hier nun also meine Top 10 der Best Parent/Child-Relationships wobei ich mich auf 1:1-Beziehungen konzentriert habe und der Elternteil jeweils als erstes aufgeführt ist – und das wie immer in alphabetischer (nach dem Film bzw. der Serie sortiert) und nicht in wertender Reihenfolge:

  1. Dad & Tim in “About Time” (2013)
  2. Lucille & Buster Bluth in “Arrested Development” (2003-2013)
  3. Hal & Oliver in “Beginners” (2010)
  4. Lorelai & Rory Gilmore in “Gilmore Girls” (2000-2007)
  5. Eric & Julie Taylor in “Friday Night Lights” (2006-2011)
  6. Cooper & Murph in “Interstellar” (2014)
  7. Adam & Haddie Braverman in “Parenthood” (2010-2015)
  8. Clark & Rusty Griswold in “Schöne Bescherung” (1989)
  9. Red & Eric Forman in “That ’70s Show” (1998-2006)
  10. Keith & Veronica Mars in “Veronica Mars” (2004-2007 & 2014)

Nun seid ihr dran:

  • Liste mindestens fünf Best Parent/Child-Relationships auf.
  • Mit Parent/Child Relationship ist jegliche Beziehung zwischen einem oder mehreren Elternteilen und einem oder mehreren Kindern, inklusive Adoptiveltern/-kindern und Stiefeltern/-kinder oder auch Großeltern etc. gemeint, bei denen die Kinder dauerhaft aufwachsen. Aber keine reine Mentor-Studenten-Beziehungen.
  • Erstelle einen Beitrag in deinem Blog und verlinke auf diesen und den Ursprungsartikel.
  • Ende der Parade ist der 26. Februar 2016 – mit eurer Teilnahme nehmt ihr an einem Gewinnspiel für einen Netflix-Gutschein teil.

Die letzten 10 Blogparaden: