Veronica Mars (2014)

Nachdem ich heute nach der Arbeit noch spontan meine zwei Wasserratten ins Freibad entführt hatte, war ich danach eigentlich reif für einen ausgiebigen Sofaschlaf. Doch es kam ein neues Päckchen mit zwei Filmen an – und „Veronica Mars“ war einer davon. Eigentlich sollte man meinen, dass ich nach acht Jahren des Wartens (dem Ende meiner Sichtung der dritten Staffel) noch einen Abend länger hätte warten können, doch dem war nicht so. Und somit ging es zurück nach Neptune, Kalifornien…

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Als ich damals von der Kickstarter-Kampagne hörte, war ich sehr erfreut, aber auch nicht übermäßig gehypt, da meine Sichtung der Serie doch schon wieder sehr lange zurücklag. Dennoch verfolgte ich die Neuigkeiten um die Entstehung des Films mit großem Interesse und markierte mir den Kinostart im Kalender. Ins Kino geschafft habe ich es aufgrund der verschwindend geringen Anzahl an O-Ton-Kopien natürlich nicht – und wie man am Datum der Sichtung merkt, hat die Blu-ray auch nicht sofort ihren Weg in mein Filmregal gefunden. Vorfreude war zwar noch vorhanden, doch die Erwartungen eher gemäßigt. Vielleicht einer der Gründe, warum mich der Film deshalb umso mehr überzeugte. Hach, toll!

Schon nach ein paar Minuten sahen meine Frau und ich uns an und sprachen zeitgleich aus, wie sich der Film anfühlt: Es ist als würde man nach Hause zurück kommen. So, damit habe ich es gesagt. Spätestens jetzt sollte allen Lesern klar sein, dass ich trotz meiner gedämpften Erwartungen im Vorfeld ein komplett rosarotes Fanboy-Erlebnis hatte. Well, you know what they say: Veronica Mars, she’s a marshmallow. Auch heute noch. Auch nach acht Jahren ist die Magie wieder da gewesen, die Dialoge waren schmissiger denn je und alle wichtigen Charaktere haben Neptune einen Besuch abgestattet. Es gab Fanservice an allen Ecken, jedoch nie aufdringlich und plump, sondern immer sympathisch und authentisch.

Wie zu erwarten fühlt sich die Geschichte an, wie eine große Episode der TV-Serie. Dies mag für Zuschauer, welche die Serie nicht kennen, seltsam erscheinen, doch Fans werden sich sofort zu Hause fühlen. Auch wenn eine Produktion wie „Veronica Mars“ natürlich auf finanziellen Erfolg aus ist, so wirkt die Fan-Komponente hier echt und sympathisch genug, dass ich dem gesamten Erlebnis unglaublich wohlwollend gegenüberstand – ganz ähnlich wie „Hit & Run“, dem Film von Kristen Bells Ehemann Dax Shepard, der auch im Film seiner Frau einen urkomischen Cameo-Auftritt absolvieren durfte.

Was soll ich sagen? Ich bin begeistert und fast ein wenig traurig, dass es nur ein Film war und kein Pilot einer neuen Serienstaffel. Zu gerne würde ich noch weitere Fälle mit Veronica Mars lösen und Neptune auf den rechten Pfad bringen. Aber man muss ja dankbar sein für das, was man bekommt – und nach „Firefly“ und „Serenity“ hat es nun also auch mit „Veronica Mars“ geklappt. Dass beide Filme kein großer finanzieller Erfolg waren, unterstreicht den Fan-Gedanken und macht sie deshalb wohl umso exotischer und besonders für die Serien- bzw. Filmgeschichte. Schon lange hat kein Film mehr so konsequent über seine gesamte Laufzeit ein Lächeln auf meine Lippen gezaubert – deshalb lautet die Fanboy-Wertung: 9/10 Punkte.

29 Gedanken zu “Veronica Mars (2014)

  1. Hach, herrlich, ich hätte direkt wieder Lust, mir den Film noch einmal anzusehen oder am besten erst die gesamte Serie zum hundertdrölfzigsten Mal und DANN noch einmal den Film. Schön auch, dass du in dem Zusammenhang ‚Firefly/Serenity‘ erwähnt hast, da steht eine erneute Sichtung bei mir auch noch aus, da ich hoffe, die noch ins Portfolio meines Blogs mitaufnehmen zu können.

    Aber um beim Thema zu bleiben, mir ging es natürlich genau wie dir – wie du ja schon weißt – und auch wertungstechnisch liegen wir da voll auf einer Wellenlänge (wer hätte anderes erwartet…), aber es ist trotzdem schön, jetzt die Gewissheit zu haben, dass es dir genauso erging bei dem Wiedersehen!

    In dem Zusammenhang kann ich dir auch – falls du mal wieder Zeit zum lesen finden solltest – das Buch ‚Veronica Mars – Zwei Vermisste sind zwei zu viel‘ empfehlen (Rezension natürlich bei mir, klar), was quasi direkt an die Filmereignisse anschließt und trotz holprigem Start letztlich doch zu überzeugen wusste.

    So, und jetzt gehe ich flink den Link zu deiner Rezension nachpflegen und freue mich noch ein wenig, dass du dich genauso sehr gefreut hast wie ich mich🙂

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    • Kann ich gut verstehen. Auf die gesamte Serie hätte ich eigentlich auch noch einmal Lust gehabt, doch bringe ich diese in meinem aktuell Programm leider nicht wirklich unter. Zu wenig Zeit, zu viele Serien. Das übliche Problem. Doch vielleicht war ich gerade deshalb so glücklich noch einmal für zwei Stunden nach Neptune zurückkehren zu können.

      Danke noch einmal für den Roman-Tipp! Hatte ich damals schon bei dir gelesen und ist auch vorgemerkt, doch leider geht es mir mit Büchern/Comics nicht viel anders als mit Serien…😉

      Und natürlich abermals danke fürs Verlinken!🙂

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  5. Klingt besser als erwartet, auch wenn ich diese Art von Fortführung, solange nicht explizit darauf hingearbeitet wird – #sixseasonsandamovie – im Großen und Ganzen für eher überflüssig halte. Schön vor allem als Zeichen, dass die Meinung von Fans im Internetzeitalter an Gewicht gewonnen hat.

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    • Ich hatte auch befürchtet, dass hier eher auf Biegen und Brechen Fanservice betrieben wird – und das wird er auch, allerdings eher subtil und wirklich sympathisch. Zudem hatte die Serie ja kein wirkliches Ende und mit dem Film wirkt alles schon viel versöhnlicher (auch wenn eigentlich nur der Status quo wieder hergestellt wird).

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