Kingsman: The Secret Service (2014)

Nach ein paar wirklich herausfordernden Wochen, beginnt für mich heute eine kurze Auszeit: Die Herbstferien stehen vor der Tür. Normalerweise kann ich ganz gut abschalten, doch der heutige Tag lieferte Gedankenkarussell bis zum bitteren Ende. Somit fiel die Wahl heute Abend mit „Kingsman: The Secret Service“ auch auf einen Film, für den ich keine hohen Erwartungen hegte, mir jedoch zumindest anspruchslose Action-Unterhaltung erhoffte. Umso erstaunlicher, dass er mich für gut zwei Stunden alles andere tatsächlich vergessen ließ…

kingsman-2014

Meine bisherigen Erfahrungen mit Matthew Vaughn waren tatsächlich immer positiv: egal ob „Der Sternwanderer“, „Kick-Ass“ oder „X-Men: Erste Entscheidung“ – die Filme konnten in ihrem Genre stets überzeugen und hatten einen gewissen Kniff. Bereits bei Vaughns Beitrag zum „X-Men“-Franchise musste ich stets an die „James Bond“-Filme der 60er Jahre denken. Mit „Kingsman: The Secret Service“ hat er dieses Genre nun erfolgreich in die Neuzeit transferiert: Sein Werk wirkt in manchen Szenen mehr wie ein 007-Abenteuer als die Daniel-Craig-Filme. Dabei ist die Actionkomödie keine Parodie, sondern nimmt sich und ihre Welt – trotz einiger urkomischer Szenen – durchaus ernst, was im Endeffekt den Charakteren und dem Setting zugute kommt.

Am meisten hat mich wohl beeindruckt, dass Vaughn und sein Team immer einen Schritt weiter gehen, als man es in solch einem Big-Budget-Actioner erwarten würde. Nicht nur was den durchaus respektablen Gewalt-Level angeht, sondern auch wie Themen verarbeitet werden oder mit der Erwartungshaltung gebrochen wird. Ein subversiver Geist wohnt „Kingsman“ inne, der den Film in Kombination mit dem Blockbuster-Budget sowie dem Auftritt diverser Hollywood-Stars unglaublich frisch wirken lässt. Das Action-Abenteuer lebt vom ausgefallenen Setting, übertriebener Gewalt und abstrusem Humor. Dabei ist er meta, ohne zu selbstverliebt zu sein. Eine angenehme und äußerst unterhaltsame Mischung.

Vielleicht lag es an meinem Gemütszustand, doch hat mich „Kingsman: The Secret Service“ wirklich positiv überrascht. Die Sichtung des zweiten Teils würde ich nicht mehr so lange vor mir herschieben. Ein rundum gelungener Spaß, der unter der glänzenden Oberfläche an den genau richtigen Stellen ein paar Ecken und Kanten hervorblitzen lässt: 8/10 Punkte.

25 Gedanken zu “Kingsman: The Secret Service (2014)

  1. Pft! Das mit den „keine hohen Erwartungen“ ist ja mal ne Frechheit, wurde dir der Film hier in den Kommentaren doch wärmstens ans Herz gelegt. Finde es zwar nicht (weder deine Suche, noch Google spucken dazu was aus), aber ich bin mir sehr sicher, dass da wer was zu geschrieben hat und ich da zumindest auch beipflichten wollte, wenn nicht genau dies sogar getan habe.
    Ich hingegen wusste quasi nix von dem Film, fand die Beschreibung solala, den Trailer aber merkwürdig anders und war dann sehr sehr positiv überrascht. Hat mich sehr gut unterhalten

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    • Ich weiß nicht wovon du sprichst. War das vielleicht nebenan bei Herrn Inishmore? Wenn es jedoch eine Empfehlung gab, dann war sie auch berechtigt, denn es ist – wie du bestimmt gelesen hast – auch für mich ein gar famoser Film. Dabei kann ich mit diesem Agenten-Setting normalerweise nicht sonderlich viel anfangen. Hier hat alles gepasst. Wirklich top Unterhaltung.

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      • Kann sein. Kann nicht sein. Ich weiß nur, dass ich den Film auch sehr putzig fand. Schöne Dosis Humor, sehr gelungene Action (Stichwort: Kirchenszene) und obwohl der lispelnde Samuel Jackson als Bösewicht einem eigentlich peinlich sein sollte, fand ich den auch eher lustig. Nur die Dialog-Szene mit der skandinavischen Prinzessin traf mich wie ein Holzhammer, da habe ich mich schon gefragt, wer die so durchgewinkt hat.

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      • Putzig ist eine schöne Beschreibung für den Film…😀

        Jackson als Bösewicht fand ich auch herrlich. Hätte nicht gedacht, dass diese überzogene Art so gut funktioniert. Klasse!

        Der Prinzessinnen-Dialog war unerwartet, das stimmt. Ich musste sehr lachen. Überhaupt hatte der Film ein paar solcher Szenen, wenn das subversive Element hier auch am stärksten war.

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      • Keine Ahnung. Hatte das vorher auch schon in Verdacht, aber auch da konnte Google nix finden. Kannst du die Kommentare deines Blogs nicht durchsuchen? Oder hattest du da schon drüber gebloggt, als du z.B. die DVD/Bluray bekommen hast?
        Ich könnte schwören da war mal was…

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  2. Ich fand ihn ja sogar NOCH besser und könnte mir den Film gefühlt prompt noch x-mal antun. Übrigens lohnt sich in dem Fall auch der Comic sehr und speziell die (zahlreichen) Abwandlungen, dadurch gewinnt der Film quasi noch eine zusätzliche Meta-Ebene, ist aber tatsächlich auch ausnahmseise etwas besser als das „Original“!😉

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      • Nahezu gleichzeitig trifft es ganz gut, aber ich meine, der Comic wäre zuerst dagewesen. Aber vom Ansatz her unterscheiden sich die beiden schon ziemlich, allein was den Bösewicht und die „Rolle“ von Mark Hamill angeht.

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      • Dazu gibt es ja auch ein paar nette Anekdoten im Making-of. Schon ziemlich cool Mark Hamill zu zeichnen und so den Kontakt herzustellen und ihn dann in einer anderen Rolle im Film zu besetzen. Großartig!😀

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  3. Erstmal vorweg: eine gelungene Rezension, die den Kern trifft!
    Ich habe den Film gesehen, als er in die Kinos kam und herrlich gelacht. Eigentlich sehen ich viel anspruchsvolles, dramatisches, aber hier wurde ich eingeladen und war positiv überrascht. Gute Satire, aber allen voran macht es Spaß, mal das Gehirn auszuschalten und den Blödsinn genießen😀

    Alles Gute!
    Katha

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