James Bond 007: Skyfall (2012)

Nachdem mir „Ein Quantum Trost“ ein wenig die Lust auf den britischen Geheimagenten genommen hatte, stand „James Bond 007: Skyfall“ für gut acht Monate unangetastet im Regal. In dieser Zeit hatte ich immer mal wieder über den Film gelesen und von ihm gehört, doch so richtig konnte ich mich nie zu einer Sichtung aufraffen. Heute jedoch war ich bereit – und gespannt, was Sam Mendes aus der klassischen Filmfigur herausholen würde…

skyfall

Von Beginn an fällt auf, dass man es nicht mehr mit dem durch und durch gebrochenen Bond des Vorgängers zu tun hat. Dieser James Bond lässt sogar ab und zu ein paar Oneliner fallen. Wer hätte das bei Daniel Craig für möglich gehalten? Überhaupt fühlt man sich sofort an die klassischen Bond-Filme erinnert: seien es die internationalen Schauplätze, die wilden Verfolgungsjagden oder der comichafte Bösewicht – James Bond scheint seine Wurzeln wiedergefunden zu haben. Sam Mendes sei Dank!

Doch ist dies nur die eine Seite der Geschichte: Neben den klassischen Action-Set-Pieces gibt es tiefergehende Handlungselemente. So überzeichnet und theatralisch Bösewicht Silva (grandios verkörpert von Javier Bardem) auch sein mag, so ist es nicht sein Ziel die Weltherrschaft an sich zu reißen – nein, er besitzt rein persönliche Motive. Auch die Spannungen zwischen M und Bond sind eher auf der Beziehungsebene, als im professionellen Rahmen verankert. Gegen Ende zaubert Mendes sogar noch so etwas wie eine Origin-Story für unseren 007 aus dem Hut. Ein Stilbruch, der im Rahmen des Films aber durchaus erfrischend wirkt.

Im Vergleich mit den bisherigen Daniel Craig-Bonds schlägt sich „Skyfall“ auf jeden Fall sehr gut – nach aktuellem Stand würde ich ihn sogar als neuen Favoriten, knapp vor „Casino Royale“ sehen:

  1. „James Bond 007: Skyfall“
  2. „James Bond 007: Casino Royale“
  3. „James Bond 007: Ein Quantum Trost“

Auch wenn die Bond-Reihe wohl nie zu meinen Lieblingsfranchises zählen wird, so bin ich doch hoch erfreut in welche Richtung sie sich entwickelt. Nachdem Sam Mendes mit den schwermütigen – und damals zugegebenermaßen erfrischenden – Altlasten aufgeräumt hat, könnte der nächste Bond nach diesem Bindeglied tatsächlich die 70er/80er Jahre aufleben lassen. Schließlich ist Retro zurzeit ja angesagt. Ich würde mich freuen: 8/10 Punkte.

26 Gedanken zu “James Bond 007: Skyfall (2012)

      • Den Casino-Film fand ich schon gut, da auch Bond „anders“ war. Nicht mehr der aalglatte Frauenverführer und Problem-Beender😉 Aber Quantum war nun gar nix… in meinen Augen.

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      • Auch wenn ich „Ein Quantum Trost“ deutlich schwächer fand, als die beiden anderen Craig-Bonds, hatte er durchaus seine Momente. Leider waren es aber insgesamt zu wenige, um aus ihm einen guten Film zu machen.

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    • Ich verbinde James Bond immer mit den ersten TV-Abenden. Das waren mit die ersten Filme, für die ich so richtig lange bis 22 Uhr aufbleiben durfte. Immer ein tolles Erlebnis! Seitdem habe ich die meisten Bonds nicht mehr gesehen, doch schöne Erinnerungen daran habe ich auf jeden Fall.

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      • Im Dezember laufen die hier sehr gerne, SKY machte da sogar nen Sender die letzten 2 Jahre wo 24/7 Bonds laufen.
        Gerade die ganzen frühen Filme noch mal zu sehen war herrlich!

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      • Ich war auch ab und zu kurz davor gestanden mir die 50 Jahre-Bond-Komplett-Blu-ray-Box zu holen, doch wann soll ich das alles jemals schauen? Ich komme ja sowieso nicht hinterher mit all den anderen Filmen, dabei ist der Preis wirklich gut. Insofern werde ich vielleicht mal selektiv reinschauen – spätestens beim neuen Craig-Bond bin ich wieder am Start.

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  1. Ich war nie und bin noch immer kein großer Bond-Fan. SKYFALL hat mich damals aber immerhin mit dem Namen Sam Mendes ins Kino gelockt und visuell hat der Film enorm viel geboten. Die Handlung geizt allerdings nicht gerade mit Löcher im ansonsten soliden Plot, was mir den Film damals garstig gemacht hat.
    Wie er ein zweites Mal wirkt, müsste ich vielleicht mal austesten. Jedenfalls ist SKYFALL – und damit werde ich jetzt wahrscheinlich viel Unmut auf mich ziehen – mein bisheriger Liebling der Reihe.

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    • Ja, Sam Mendes hat wirklich ein paar visuell großartige Szenen inszeniert. Ich denke da besonders an Shanghai. Fantastisch! Mendes kann eben was, wenngleich der Film von Drehbuchseite her gesehen wahrlich nicht perfekt ist. Von den neueren Bonds ist „Skyfall“ auch mein Favorit; die alten Bonds mit Connery/Moore/usw. kann man eh nicht 1:1 mit den Craig-Bonds vergleichen.

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  2. Die alten Bond-Filme gefallen mir schon, eher hauptsächlich auf Grund des altmodischen Charmes bzw. der skurrilen Ideen, die sie damals hatten… Casino Royal fand ich ziemlich doof, Quantum… hab ich bislang nicht gesehen, und das was ich von Skyfall bislang gesehen habe, war auch nicht so super… Und für den Titelsong gibts schon mal 2 Punkte Abzug, die Heulboje Adele geht gar nicht…
    („ade / adele“ ist übrigens eine schwäbische Verabschiedung😉 )

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