Vertical Limit (2000)

Nachdem der Urlaub in der bayerischen Bergwelt nun hinter mir liegt, wollte ich filmisch noch einmal in die Berge zurückkehren. Da ich „Cliffhanger“ das letzte Mal vor nicht einmal zwei Jahren gesehen habe, stand heute „Vertical Limit“ auf dem Programm. Manchmal entscheidet eben doch das Setting über die Filmwahl – und nicht Handlung und Drehbuch, wie ich es ansonsten gerne behaupte…

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„Vertical Limit“ dürfte ich das letzte Mal vor gut 10 Jahren gesehen haben. Damals in schrecklicher Qualität auf einer miesen Video-CD. An viel erinnern konnte ich mich nicht mehr, nur das schlechte Bild, tolle Landschaftsaufnahmen und viel Action. Zumindest das Bild war bei der heutigen Sichtung dank Blu-ray deutlich besser. Leider wurden dadurch auch die teils wirklich miesen Effekte hervorgehoben. Wirklich unglaublich. Besonders der Prolog wirkt wie im Hinterhof eines mäßig talentierten Filmstudenten zusammengebastelt. Glücklicherweise wird es über den Lauf des Films besser, doch insgesamt ist es Renny Harlin bereits 7 Jahre zuvor gelungen, die Berge in einem Actionfilm deutlich besser in Szene zu setzen.

Neben den Effekten haben mich besonders die erstaunlich schlechten Schauspieler aus der Handlung gerissen. Einzig Bill Paxton habe ich den arroganten Millionär abgenommen. Somit wundert es mich nicht, dass die beiden Hauptdarsteller Chris O’Donnell („Navy CIS: L.A.“) und Robin Tunney (Agent Lisbon, „The Mentalist“) ihr Dasein in mittelmäßigen Krimiserien fristen. Die Geschichte selbst entstammt dem Drehbuchbaukasten und bietet zumindest ein paar nette Ideen für aufwändige Actionszenen.

„James Bond“-Regisseur Martin Campbell („GoldenEye“ und „Casino Royale“) ist mit „Vertical Limit“ leider kein besonders guter Bergsteigerfilm gelungen. Einzig die Naturaufnahmen können wirklich überzeugen. Die Action wirkt überladen und die Handlung konstruiert. Spaß macht er dennoch größtenteils, zumindest wenn man sich auf einen reinen Actionfilm einstellt. Nächstes Mal darf Sly wieder John Lithgow bekriegen: 5/10 Punkte.

19 Gedanken zu “Vertical Limit (2000)

  1. Pingback: Vertical Limit (2000) | Film-Blogosphäre

    • Ich weiß schon, dass die Serie viele Fans hat – ich bin ja auch durch euren Podcast darauf gekommen – und es ist vielleicht etwas harrsch ausgedrückt, doch inzwischen bin ich irgendwo in Staffel 3 und die Serie hat ziemlich stark an Reiz verloren. Aber immerhin spielt Robin Tunney besser, als in diesem Film…😉

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    • Ich hatte ihn auch so in Erinnerung, dass ich ihn mögen würde. Letztendlich musste ich mich gestern über so viele Punkte (Schauspieler, Effekte usw.) ärgern, dass der Unterhaltungswert, den der Film durchaus besitzt, doch stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

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  2. Wie es der Zufall so will hab ich den Film diese Woche auch gesehen und ich muss sagen so ganz übel fand ich ihn überhaupt nicht (war allerdings auch eine Erstsichtung).

    Für mich lebt der Film besonders von seiner Location. Viele Filme dieser Art gibt es nunmal einfach nicht (oder ich hab sie einfach noch nicht gesehen). Deshalb hat er mir auch ganz gut gefallen. Einzige Kritikpunkte wären natürlich der hohe Grad an Unrealismus sowie die zu lange „Rettungsmission“, welche ja mehr oder weniger 3/4 des Filmes ausmacht. Denn so schnell wie die da den Berg hochkommen läuft es nun wirklich nicht, vorallem auch nicht mit Hubschraubern auf über 7000m zb.

    Was schauspielerische Leistungen angeht seh ich es ehe nicht so wild. Am Ende ist es immer noch Entertainment und so blöd es klingt selbst die noch so stärkste schauspielerische Leistung kauft man nicht ab, weil immer wieder Details drin sind die einen ehe rausreißen, weil man eben weiß das es CGI oder Fake ist. Muss für meinen Teil aber auch sagen das ich dem Action-Bereich ehe son bisschen abgeschworen hab in den letzten Jahren und jetzt viel mehr die ruhigeren Sachen mag. Letztendlich kann man Actionfilme sowieso nicht normal bewerten, da hier nicht die Charaktere oder Handlung im Vordergund steht sondern eben die Action und die war hier abwechslungsreich und relativ innovativ (kenne zumindest keine ähnlichen Filme). Bei einem Film wie Vertical Limit muss man wissen worauf man sich einlässt schon bevor man ihn schaut, wenn das der Fall ist dann kann man ihm locker 7/10 geben. Die Actionszenen hier sieht man schon nicht in jedem 08/15 Actionfilm. Wer allerdings eine super innovative Story mit sehr starkten Charakteren und vielen Wendungen erwartet der wird logischerweise enttäuscht sein.

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    • Ist ja lustig, dass hier so eine zeitnahe Sichtung zustande gekommen ist. So richtig übel fand ich ihn ja auch nicht, nur eben weit schwächer, als ich ihn in Erinnerung hatte.

      Der Film lebt auf jeden Fall von seiner Location und ich würde liebend gern mehr Filme sehen, die in den Bergen spielen. Wenn du noch Tipps hast, gerne her damit! „Cliffhanger“ wirst du ja kennen, doch viel anderes fällt mir da auch nicht ein. Zumindest in der Kombination Action und Berge.

      Ich bin normalerweise auch eher unempfindlich gegen schwache Schauspielleistungen, doch hier hat es mich regelrecht aus dem Film gerissen. Das darf nicht sein. Ganz genauso, wie die üblen CGIs, welche überhaupt nicht zu den wunderbaren On-Location-Shots gepasst haben und für mich einen Großteil der Atmosphäre zerstört haben. Vielleicht sind 5 Punkte etwas hart, doch egal ob 5 oder 6 Punkte – so richtig gut war der in meinen Augen nicht. Dabei bin ich eigentlich recht nachgiebig was Filme in tollen Locations angeht (z.B. „The Cave“), doch gestern wollte das für mich nur bedingt funktionieren…

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  3. Ich mag den Film sehr, hab ihn aber auch schon Jahre nicht mehr gesehen. Und NCIS L.A. schau ich auch immer noch sehr gern!😉

    Wenn du einen guten Bergsteigerfilm sehen willst, schau dir Nordwand mit Benno Führmann und Florian Lokas an, den fand ich sensationell!

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  4. Ich habe den Film damals sogar im Kino gesehen (ist das tatsächlich schon 13 Jahre her?!?), kann mich aber auch nur noch rudimentär an die Handlung entsinnen. Ich weiß aber noch, dass ich das Ende sehr merkwürdig fand, da der komplette Abstieg überhaupt nicht gezeigt wurde. Das wäre durch die letzten Ereignisse im Film eigentlich das wirklich Fordende geworden… Nunja, in dem Genre kann ich ausnahmsweise mal einen deutschen Vertreter empfehlen – Nordwand von 2008. Gleichzeitig auch ein politischer Film, an dem man sich aus diesem Grund auch durchaus reiben kann. Sehr spannend jedenfalls.

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