Brick (2005)

Gestern Abend gab es wieder einmal einen Film, der mich bereits im Kino sehr interessiert hätte: Mein diesjähriges Ostergeschenk „Brick“. Rian Johnsons Kinodebut hatte mich bereits mit seinem wunderbaren Trailer gefangengenommen. Mysteriös und anders. Ungewöhnlich und fremd – und doch irgendwie vertraut. Umso gespannter war ich bei der gestrigen Sichtung, wie denn wohl der Film hinter dem Trailer aussehen wird, den ich bereits unzählige Male gesehen hatte.

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„Brick“ ist eine klassische Detektivgeschichte. Ein Film noir par excellence. Sprache, Lichtstimmung, Kameraführung. Alles scheint der Hochzeit der Schwarzen Serie entsprungen. Doch „Brick“ ist anders. Die Handlung ist an einer amerikanischen Highschool angesiedelt. Hauptfiguren sind allesamt Schüler. Rian Johnson gelingt hier das Unglaubliche: Er schafft es beide Elemente mit einer Ernsthaftigkeit zu verbinden, die ihresgleichen sucht. An einigen wenigen Stellen droht der Film in die Parodie zu rutschen (z.B. Mutter von Pin), doch der Film reißt sich stets im letzten Moment zusammen und kriegt die Kurve. Die Atmosphäre, die der Film verbreitet, ist wirklich grandios. Muss man gesehen haben.

Die Geschichte selbst hätte ohne Probleme in die Erwachsenenwelt verlagert werden können. Entfernt man die inszenatorischen Feinheiten und die besondere Situation, bleibt letztendlich eine typische Film noir Kriminalgeschichte übrig. Diese ist stets interessant, doch letztendlich weit weniger mysteriös und überraschend, wie uns der Film das teils glauben machen mag. Hier war ich gegen Ende beinahe etwas enttäuscht, wenngleich Johnson natürlich seiner Linie treu geblieben ist und auf neumodischen Schnickschnack weitgehend verzichtet wurde.

„Brick“ ist wahrlich faszinierend. Auch was seine Entstehungsgeschichte angeht: So hat der Regisseur sein eigenes Drehbuch verfilmt. Das Geld dafür hat er von Verwandten und Bekannten zusammengekratzt. Letztendlich sind ca. 500.000 Dollar zusammengekommen. Wirklich grandios, dass solch ein kleines Meisterwerk für diesen Betrag entstehen kann. Meine Hochachtung an Rian Johnson. Man merkt dem Film sein niedriges Budget zu keiner Zeit an. Es gibt bekannte Schauspieler zu sehen: Joseph Gordon-Levitt kennt man evtl. aus „Hinter dem Mond gleich links“ (OT: „Third Rock from the Sun“), Nora Zehetner aus „Heroes“ und Emilie de Ravin aus „Lost“. Auch der Score ist fantastisch und beschwört eine ganz eigene Atmosphäre herauf. Audiovisuell ist der Film wahrlich eine Pracht.

Ich kann „Brick“ nur weiterempfehlen. Es ist ein ungewöhnliches Erlebnis. Kann man sich allerdings darauf einlassen, wird man garantiert belohnt werden. Es sollte mehr solcher Filme geben, die vom Mut, dem Engagement und der Kreativität seiner Macher zeugen: 9/10 Punkte.

16 Gedanken zu “Brick (2005)

  1. Brick habe ich auch gesehen, wurde durch den Trailer auf der Lucky # Slevin DVD darauf aufmerksam (wie man sieht hat auch dieser Film seine Wirkung auf mich gehabt). Ich war so beeindruckt von der Machart und der Story von Brick- es ist kaum besser auszudrücken als du es schon selbst getan hast.

    Was die Geschichte an sich angeht, nun ja- ich fand sie als Detektivgeschichte selbst ziemlich gut, gegen Ende aber teilweise ein bisschen unkreativ, d.h. es hat sich für mich alles irgendwie im Kreis gedreht. Nichtsdestotrotz weiß man als Zuschauer eigentlich bis zum Ende nicht, was es mit der Geschichte auf sich hat. Super Entertainment.

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  2. „Lucky Number Slevin“ wartet auch noch auf die Sichtung. Habe ich mir als Pflichtprogramm auf jeden Fall schon vorgemerkt.

    Bei „Brick“ ist es, wie du sagst: Am Ende dreht sich alles irgendwie im Kreis. Dennoch – im Rahmen des Film noir – überzeugend. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Sichtung und werde den Regisseur im Auge behalten. Der kann was!

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  3. …zu gruselig also. Welch fadenscheinige Ausrede!😉

    Gruselig fand ich genau eine Szene, welche aber auch Wirkung gezeigt hat. Nun musst du „Brick“ – mangels DVD-Player, wenn ich mich recht erinnere😉 – auf jeden Fall bei der irgendwann kommenden TV-Ausstrahlung nachholen. Lohnt sich definitiv!

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  4. Mit „Brick“ konnte ich leider gar nichts anfangen, er hat mich voellig kalt gelassen. Ich hatte mich eigentlich vorher sehr auf den Film gefreut, unter anderem auch wegen der vielen bekannten Darsteller. Die waren ja dann auch noch das Beste. Ich gebe da mal lieber keine Punktwertung.

    Wer Joseph Gordon-Levitt mag, sollte sich unbedingt mal „Mysterious Skin“ anschauen, fuer mich einer der beeindruckendsten, mitreissendsten Filme der letzten Jahre.

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  5. Mich hat der Film auch nicht sonderlich berührt, aber das Genre des Film noir ist an sich eher kühl in seiner emotionalen Wirkung. Doch gerade die Atmosphäre hat mich wirklich mitgerissen und ich war beeindruckt von der technischen Perfektion dieses kleinen Films.

    „Mysterious Skin“ sagt mir nichts. Ich werde mich aufgrund deines Tipps aber einmal darüber informieren!

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  6. Informieren und am besten gleich anschauen. Hier in Taipei gibt es den in jedem gut sortierten DVD-Laden und jeder Videothek, in Deutschland ist es wahrscheinlich eher nicht der Fall.

    Ein schwieriges Thema, aber fernab aller Klischees behandelt. Sicher kein Feel-Good-Movie, aber ein Film, der mich aufgrund seiner Klasse absolut sprachlos gemacht hat und mich Tage danach noch beschaeftigt hat.

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  7. Hier ist er mit KJ-Freigabe erschienen, was die Onlinebestellung aufgrund der immens hohen Versandkosten schon einmal ausschließt. Ich werde mal in den örtlichen DVD-Läden schauen. Was ich über den Film gelesen habe, ist schonmal sehr interessant!

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