Spider-Man 2 – Extended Version (2004)

Kurz vor dem Kinostart des dritten Teils, habe ich gestern meine Erinnerungen an „Spider-Man 2“ – dieses Mal in der erweiterten Fassung – etwas aufgefrischt. Mit Comicverfilmungen konnte ich lange Zeit nichts anfangen. Bevor sich meine große Filmleidenschaft entwickelt hat, fand ich die alten „Superman“-Filme zwar ganz nett, aber zu altbacken. Burtons „Batman“ war mir zu düster und artifiziell. Schumachers „Batman“ einfach zu billig. Die neue Superheldenwelle brachte schließlich „X-Men“ und „Hulk“. Beides interessante Filme, doch sie haben mich nicht wirklich mitgerissen. Mit Sam Raimis „Spider-Man“ kam 2002 schließlich der Film in die Kinos, der mir neue und alte Comichelden wieder zugänglich gemacht hat. Für mich ein – dieses Genre betreffend – wahrer Türöffner.

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Was die „Spider-Man“-Filme für mich so zugänglich macht, ist die Ausgangssituation: Ein ganz normaler Junge stolpert in dieses Superheldenleben – ob er nun will, oder nicht. Die Alltagsprobleme bleiben jedoch bestehen. Sie bleiben für die Figur bestimmend und auch stets der Antrieb für sein Superheldendasein. Die Identifikation fällt unglaublich leicht. Zudem enthält die Welt genau den richtigen Grad an Realismus um zu funktionieren. Die Welt der alten „Batman“-Verfilmungen waren hier teils zu künstlich, bei „X-Men“ wurde teils zu sehr auf Realismus gepocht. Sam Raimi hat mit der Welt von „Spider-Man“ genau meinen Geschmack getroffen und – wie ich bereits erwähnte – damit auch die Türen zu den anderen Welten der Superheldenverfilmungen geöffnet.

Die Geschichte ist einfach und doch mitreißen. Es gibt unglaubliche Actionszenen, doch nehmen diese nicht überhand und spielen sich in den Vordergrund. Dort steht stets Peter Parker, seine Familie, seine Freunde und M.J. Dadurch wirkt die Geschichte – trotz Vorhersehbarkeit – sehr ausgewogen und schlüssig. Der Verlauf gleicht dem des ersten Teils zwar verdächtig, doch aufgrund der Figurenkonstellationen und persönlichen Probleme Parkers (Verlust von Selbstbewusstsein und damit Verlust seiner Fähigkeiten etc.) ergeben sich völlig neue Eindrücke.

Ich freue mich nun wirklich sehr auf den dritten Teil. Sam Raimi wird die Spinne schon schaukeln. Ebenso habe ich nach der gestrigen Sichtung Lust auf „Batman Begins“ bekommen, der immer noch ungesehen im Schrank steht. Auch „X-Men 3“ wartet noch auf seine Sichtung. Man merkt: Das Superheldenfieber wurde durch „Spider-Man 2“ erneut entfacht. Perfektes Popcornkino: 9/10 Punkte.

Anmerkung zur neuen Schnittfassung von „Spider-Man 2.1“: Mir sind – außer ein paar Szenen – keine sonderlichen Veränderungen zur Kinofassung aufgefallen. Die Sichtung liegt allerdings auch schon länger zurück. Wenn man noch keine Fassung sein Eigen nennt, ist man mit der 2.1-Version sicher gut beraten. Ansonsten kann man die Scheibe getrost im Regal stehen lassen.

15 Gedanken zu “Spider-Man 2 – Extended Version (2004)

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    • Ja, die Fassung war mit auf der Special Edition-DVD mit drauf und auf der Blu-ray ist sie auch mit dabei. Ist ganz nett, verändert den Film aber nicht groß. Kann man als Fan mal anschauen, doch ist keine Pflicht. Übrigens ist der zweite Teil auch mein Lieblingsauftritt von Spidey.

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  4. „Ich freue mich nun wirklich sehr auf den dritten Teil. Sam Raimi wird die Spinne schon schaukeln.“ Höhö.

    Finde die Filme nicht schlecht, gerade den zweiten mag ich sehr, und ich finde, sie orientieren sich gut an den Originalcomics, zumindest was die Figuren betrifft besser, als der neue. Dennoch sind sie mir ein bisschen zu bunt und campy, und Tobey Maguire ist einfach doof.

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    • Ich kenne die Originalcomics kaum bis gar nicht. Allerdings fand ich, dass die kunterbunte Comicwelt ausgezeichnet zur Figur Spider-Man passt. Wie fandest du denn den Reboot? Ich habe ihn noch nicht gesehen…

      Ey und was haben nur alle gegen Tobey Maguire? Ich fand den gut. So.

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      • Ich fand den Reboot im Ton besser als die alten Filme. Abgesehen von Uncle Ben sind die Figuren aber nicht wirklich den Comics entsprechend.

        Und Tobey ist und war mir zu weinerlich. Zu uncool.

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      • Tobey zu weinerlich, zu uncool – na ihr Hater müsst ja alle mords die Macker sein!😉

        Ich für meinen Teil fand, dass Tobeys Spider-Man eine herrliche Identifikationsfigur war, was auch zum Coming-of-Age-Aspekt der Geschichte passt. Denn in dem Sprung zu Erwachsenwerden fühlt man sich doch eher unsicher und überfordert. Aber so war das halt damals zu meiner Zeit. Ich alter Sack.

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  5. Ja, da muss ich mich Owley anschließen, mir war der Spidey auch immer ein wenig zu bunt und Tobey ist halt schon oft ein nerviger Milchbubi… Naja, also so richtig warm geworden bin ich mit keinem der drei Teile, der zweite war da aber tatsächlich noch der mitunter verträglichste. Alternative Schnittfassung hin oder her (von der ich auch gerade zum ersten Mal höre) kann ich ausnahmsweise mal deine Wertung nicht teilen und tendiere mehr so zu 6-7 Punkten.

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    • Ja, die Meinung liest man ja öfter über Raimis Trilogie, doch ich mag sie gerade deshalb sehr gerne. Ich habe damals noch jeden Teil im Kino gesehen und den Filmen entsprechend entgegengefiebert. Aber damals gab es auch noch nicht alle paar Wochen eine neue Comicverfilmung. Man, bin ich alt…

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  6. Ja, du bist alt. Uns gehts aber leider nicht anders😉
    Habe glaube ich nur den dritten Teil im Kino gesehen, war effekt- / soundtechnisch da schon sehr angetan. Storytechnisch… naja. Rückblickend hat mir wohl auch der 2. am besten gefallen. Und da die schicken Special Editions in England teils um 0,01 Pfund verscherbelt wurden, stehn hier irgendwie zig Spiderman-Boxen rum, aber ich glaube, keine davon mit der 2.1. Kannte die zwar vom lesen her, hab sie aber auch nie gesehen.

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    • Ich hatte auch tolle Special Editions auf DVD, doch habe ich diese dann vor ca. einem Jahr gegen die günstigen Blu-rays eingetauscht. Leider bin ich noch nicht dazu gekommen sie zu sichten, obwohl mir die Filme doch am Herzen liegen. Hier findest du übrigens einen Schnittbericht, der einen ganz guten Eindruck von der 2.1-Fassung vermittelt.

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