Mad Men – Season 5

Auch wenn es inzwischen viele hochwertige Serien gibt, die einem den Feierabend versüßen, so finden sich unter diesen doch ein paar ganz besondere Exemplare. Dazu gehört zweifellos auch Matthew Weiners Serie über die Werbetreibenden der Madison Avenue in den 1960er Jahren. Nachdem ich 2011 ganz begeistert über die vierte Staffel berichtete, sollte es fünf Jahre dauern bis es „Mad Men – Season 5“ auf meinen Programmplan geschafft hat. Inzwischen sind glücklicherweise auch alle restlichen Staffeln auf Blu-ray erschienen, so dass einer Komplettsichtung bis zum großen Finale nun nichts mehr im Wege steht…

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Durch die lange Zeit seit Sichtung der vierten Staffel ist mir der Einstieg nicht leicht gefallen, weshalb ich zunächst noch einmal die Ereignisse des Vorjahres wiederholte. Und was soll ich sagen? Ich war erneut entzückt von der Qualität, mit der Matthew Weiner und Co. die 13 Episoden geschrieben und inszeniert haben. Ganz großes Kino. Danach war ich gewappnet für das fünfte Jahr mit den „Mad Men“ und voller Vorfreude. Die Handlung setzt, mit ein wenig zeitlichem Abstand, direkt nach den bekannten Ereignissen ein. Wir befinden uns mit Megan und Don Draper in der neuen Wohnung (wir haben somit ihre Hochzeit verpasst) und wohnen sogleich der Feier zu Dons 40. Geburtstag bei. Alleine diese eröffnende Doppelfolge ist pures Vergnügen, was Austattung, Inszenierung und Spannungen zwischen den Charakteren angeht.

Danach geht die Staffel sehenswert weiter, wobei ich das Gefühl nicht losgeworden bin, dass die Qualität des vierten Jahres nicht ganz erreicht wurde. Spätestens ab Mitte der Staffel nimmt die Handlung in vielen Belangen jedoch enorm an Fahrt auf, was zu schockierenden Wendungen führt, dich ich so von der Serie nicht erwartet hätte – oder eben doch, was man klar als Qualitätsmerkmal sehen sollte. Ich denke hier speziell an die Handlungsstränge rund um Joan und Jaguar sowie natürlich Lane Pryce, welche in ihrer Bitterkeit kaum zu überbieten sind. Davon abgesehen fand ich die berufliche Beziehung zwischen Peggy und Don abermals am stärksten, speziell die Kündigung Peggys hat mich wirklich mitgenommen, hat sie mich doch stark an meinen eigenen Abschied aus der Agenturwelt erinnert.

Ich könnte nun noch viel schreiben, über den Werdegang von Pete Campbell oder andere Nebenfiguren. Dies würde ihnen aber nicht gerecht werden, da es sich nie so anfühlt, als wären sie in dieser großartigen Serie nur Nebenfiguren. Selbst wenn Don der Star ist und es ein paar Charaktere gibt, auf denen ein größerer Fokus liegt, so zaubern die Autoren immer wieder beeindruckende kleine und große Geschichten aus dem Hut, die sich den anderen Figuren widmen – und die dadurch eben nicht weniger bedeutend sind. „Mad Men“ ist eine Ensemble-Serie und funktioniert als solche auch beeindruckend gut.

In meinen Augen ist die fünfte Staffel tatsächlich minimal schwächer als die Staffel des Vorjahres, doch das ist wahrlich Kritik auf sehr hohem Niveau. Ich bin nun wieder so richtig drin in der schillernden Werbewelt der 60er Jahre und freue mich extrem, dass ich sogleich mit der sechsten und siebten Staffel weitermachen kann. Eine Empfehlung brauche ich wohl kaum noch aussprechen, denn wer erst einmal Gefallen an diesem faszinierenden Zeitportrait gefunden hat, der kommt davon so schnell nicht mehr los: 10/10 (9.5) Punkte.

18 Gedanken zu “Mad Men – Season 5

    • Ja, da kann ich dir nur zustimmen. Die beiden Staffeln waren bisher die Highlights, wobei ich die 3. Staffel nicht schwächer eingeschätzt habe. Bin nun auf den Rest gespannt…🙂

      Hmm, ob es mit dem Lied zusammenhängt, dass ihr nicht mehr zusammen seid? SCNR😉

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  1. Was ich neben der Serie wirklich sehr sehr toll finde, sind die Extras auf den DVDs. Da ist wirklich alles mit Liebe zum Detail gemacht, beim Gesamtprodukt „Mad Men“. Es ist auch so erfrischend, dass nicht die bekanntesten der bekanntesten Lieder im Soundtrack verwendet wird, sondern sich da jemand sehr viel Mühe mit einer guten Mischung gegeben hat.
    Und Joan und Roger 4 life!❤

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  2. Hach, Mad Men. Staffel fünf ist schon richtig großes Kino, da kann ich dir zustimmen. Und wartet wirklich mit Überraschungen auf! Die Sache mit Lane Pryce hat mich damals ebenso unvorbereitet und hart getroffen wie dich (…und das nicht nur, weil ich Jared Harris seit Fringe fantastisch finde). Aber wie du sagst: Das zeichnet Qualitätsfernsehen eben auch aus…
    Ganz viel Spaß weiterhin!🙂

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    • Danke, den habe ich!🙂

      Ja, Lane Pryce fand ich auch sehr hart. Hätte nicht gedacht, dass sie das durchziehen und war zunächst erleichtert als das Auto nicht startete. Was danach kam war natürlich extrem bitter. Wirklich schade um den tollen Charakter, aber wie du sagst: Das macht die Serie auch so toll.

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  3. Ja, Staffel 5 war toll. Es war einfach mal eine schöne Abwechslung Don größtenteils glücklich zu sehen. Und es war auch die erste Staffel, in der er nur mit seiner Ehefrau ins Bett steigt ;)) Ob da ein Zusammenhang besteht?

    Peggy wie immer genial. Die Szene in Folge 4, als sie Roger fertigmacht, war herrlich.

    Allein die letzte Szene der Staffel ist einfach nur grandios. Wie Don vom Scheinwerferlicht von Megan in die Dunkelheit geht (im wahrsten Sinne des Wortes). Dann setzt „You only live twice“ ein, die perfekte Sixties-Dame erscheint und die Frage an der Bar:“ Are you alone?“ Und dann dieser Blick von Don -> genial. Wegen solcher Szenen muss man Mad Men lieben.

    Staffel 6 ist dann aber in der Tat ein wenig schwächer. Ich glaube, das sehen vermutlich die meisten Fans so.

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    • Schöne Analyse von Dons Beziehung zu Megan während der Staffel. Das dachte ich mir auch. Inzwischen habe ich die ersten Episoden der 6. Staffel gesehen – war ja klar, dass das nicht ewig gut gehen kann. Speziell nach dem Finale der 5. Staffel.

      Ich bin sehr gespannt, wie sich das 6. Jahr entwickelt. Bisher finde ich es auch noch sehr gelungen…

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