Predator (1987)

In letzter Zeit ist mein Filmkonsum auf ein Minimum geschrumpft. Darf ich mich überhaupt noch als Filmblogger bezeichnen? Speziell die Filme, die mir am Herzen liegen werden kaum noch thematisiert, da es zu viel Neues nachzuholen gilt. Man hat es schon nicht leicht in dieser Zeit des medialen Überflusses. Heute jedoch habe ich die Gelegenheit eines Babysitting-Einsatzes meiner besseren Hälfte genutzt, um mit „Predator“ einmal wieder in mein liebstes Filmjahrzehnt zurückzukehren – begleitet mich nun also bei meinem Ausflug in die 80er, wo Männer noch Männer waren und Oneliner-Geschichte geschrieben wurde: ‚I ain’t got time to bleed.‘

predator-1987

Auch wenn es sich vielleicht so liest, war „Predator“ nie mein Lieblingsfilm. Er rangierte auch nie unter meinen meistgesehenen Filmen der 80er, doch er ist mit Sicherheit einer der Filme, um den sich die meisten Legenden gerankt haben: Lange Zeit stand John McTiernans Action-Klassiker auf dem Index und selbst in der Videothek gab es damals nur verstümmelte Schnittfassungen auszuleihen. Dennoch hat der Film öfter mal den Weg in den VHS-Rekorder gefunden – und sei es nur die komplett gekürzte Aufnahme einer nächtlichen TV-Ausstrahlung gewesen. Es sollte bis zur DVD-Veröffentlichung der indizierten Fassung dauern, bis ich das Schwarzenegger-Vehikel zum ersten Mal ungeschnitten erleben durfte. Inzwischen ist die Indizierung aufgehoben und man kann die ungeschnittene FSK-16-Fassung in jedem Kaufhaus oder online ohne Probleme erwerben. Die Zeit der Legenden ist vorbei.

Selbst nach all den Jahren hatte ich mich heute sofort wieder heimisch im Dschungel Mittelamerikas gefühlt. Der Auftritt der Macho-Einheit unter Führung von Arnold Schwarzeneggers Dutch mutet heute anachronistischer denn je an – und doch funktioniert der Film nach wie vor. Ernst nehmen konnte man die Charaktere schon damals nicht und heute grenzt der Militärteil fast schon an eine Parodie, was durch die famosen Oneliner natürlich noch unterstützt wird. Ein Zeitdokument der 80er, das enorm viel Spaß macht und spätestens mit verstärktem Auftreten des titelgebenden Monsters, das es nicht umsonst unter meine fünf gruseligsten Film- und Serienmonster geschafft hat, zur Höchstform aufläuft: Der finale Zweikampf ist der Höhepunkt des Films und spätestens wenn der Predator seine Maske fallen lässt, gewinnt der Film auch alle Creature-Freunde für sich. Zwar kein „Alien“, aber dennoch sehr imposant.

Aktuell wird ja an einem Reboot des Franchises gearbeitet, auf das ich mich tatsächlich freue. Selbst dem 2010er Versuch „Predators“ konnte ich einiges abgewinnen und auch „Alien vs. Predator“ hatte so seine Momente, was man vom zweiten Teil leider nicht behaupten konnte. Ich habe nun wieder richtig Lust auf dieses Filmmonster bekommen und werde hoffentlich bald die Gelegenheit bekommen, auch der direkten Fortsetzung einmal wieder einen Besuch abzustatten: 9/10 Punkte.

46 Gedanken zu “Predator (1987)

    • Ja, da stimmt wirklich. Der Film funktioniert heute auch noch exzellent. Aber ist das vielleicht, weil wir ihn von früher kennen und bereits damals lieben gelernt haben? Vielleicht muss man sich auch wirklich nur darauf einlassen…🙂

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  1. Super unterhaltsames Beispiel des 80er Testosteron (und Steroid) Action Kinos! Angeblich war ja Jean Claude Van Damme zunächst als Predator gecastet, wirkte aber neben Arnie nicht bedrohlich genug😉.
    Die Fortsetzungen habe ich ehrlich gesagt nie gesehen, solte ich vielleicht mal ändern.
    Und zum Schluß, natürlich *räusper*:
    RUUUUUUUUN!!! GET TO DA CHOPPA!!!

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  3. Wie witzig. Anscheinend greifen meine Blogging-Buddies und ich in den letzten Tag ohne jegliche Absprachen ständig zu den selben Streifen – vor drei Tagen hätten die singende Lehrerin und ich um ein Haar ANOMALISA zeitgleich geschaut und in diesem Fall hab ich PREDATOR vor genau 4 Tagen ebenfalls nach Jahren mal wieder in den Player geschoben🙂 Finde ich super!

    Zum Film kann ich dir nur beipflichten – großes, greifbares 80er-Actionkino. Dieses mal ist mir auch verstärkt aufgefallen, wie brillant die Kamera den Dschungel einfängt. Sehr mystisch und das suggeriert, dass hinter jedem Baumstamm der Tod lauern kann. Tolles Ding.

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    • Ist wirklich witzig. Ich nehme mir die Sichtung auch schon seit Wochen vor, doch erst gestern hat es geklappt. „Anomalisa“ steht bei mir übrigens auch noch auf dem Plan. Wirst du „Predator“ noch besprechen? Oder war das eine rein nostalgische Spaß-Sichtung?🙂

      Ja, die Kamera im Dschungel ist mir auch positiv aufgefallen. Am liebsten hätte ich das Bild manchmal sogar angehalten, um zu schauen, ob sich nicht irgendwo der Predator in seinem Tarnanzug darin verbirgt.

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  6. Hach, immer wieder schön so einen Klassiker zu sehen. Die Art von Filmen wird ist heute mitunter komplett ausgestorben, da sie nicht genug Zielgruppen anspricht. Predator gehört zu den Filmen, die man schon zig mal gesehen hat und trotzdem immer wieder sehen kann.

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    • Da kann ich dir nur zustimmen. Diese Art von Film würde es heute vermutlich aus mehren Gründen nicht geben – schon alleine, weil es keine Superhelden gibt und auch kein bestehendes Franchise die Grundlage bietet. Aber egal, man hat ja die Klassiker zum immer wieder Anschauen im Regal…🙂

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  7. Ach „Predator“… ich habe dich erst spät zu schätzen gelernt, dann aber so richtig!!!

    Ein geiler Film. Ein doofer Film, aber ein geiler Film. Diese Typen im Dschungel, die einfach mal so alles plattmähen – großartig. Schwarzenegger und sein Kampfschrei, der Predator, einfach alles an diesem Film ist irgendwie komplett schrullig, aber großartig. Ich mag diesen Film sehr…

    Ich bin mal gespannt, was sie da so mit dem Reboot machen.

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  9. Pingback: Predators (2010) (WS1) | Tonight is gonna be a large one.

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