The Affair – Season 2

Das Serienkarussell dreht sich beständig weiter: Da sich „The Affair – Season 2“ auch im Angebot von Amazon Prime befindet, habe ich die zweite Staffel meiner jüngsten Entdeckung zeitnah nachgeschoben. Es ist schon toll, dass man inzwischen selbst neueste Pay-TV-Serien ohne weitere Zusatzkosten in Originalsprache sehen kann. Da muss ich, zumindest für den Serienkonsum, meinen eher skeptischen Streaming-Artikel fast schon relativieren. Doch an dieser Stelle soll es nicht um das Medium, sondern die Serie an sich gehen – und auch über die lohnt es sich zu schreiben…

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Die zweite Staffel von „The Affair“ erweitert die Erzählperspektiven um zwei Figuren. Während man in der ersten Staffel die Geschichte nur aus den Augen der beiden Ehebrecher Noah und Alison erlebt hat, bekommt man in der Fortführung der Geschichte auch die Perspektiven von den Ex-Ehepartnern Helen und Cole präsentiert. Dies sorgt für eine neue Dynamik und erweitert das Universum der Serie enorm. Ich hoffe nur, dass die Autoren dieses Konzept in den kommenden Staffeln nicht noch weiter zerfasern lassen, denn ab und zu scheint sich die Geschichte doch recht weit von der ursprünglichen Prämisse zu entfernen. Als Beziehungsdrama funktioniert die Serie weiterhin extrem gut und es gibt so manche schmerzhafte Szene durchzustehen. Die Nebenschauplätze dagegen wirken manchmal ein wenig beliebig, schaffen es jedoch meist den Bezug zur Haupthandlung zu wahren.

Spannend fand ich, dass die Serie versucht Fragen zu erörtern, welche größer sind als die Affäre selbst: What’s the difference between a good person and a great person? Kann man nur Großes erreichen, wenn man rücksichtslos seine Ziele verfolgt? Oder sind das am Ende nur ausreden, um das Fehlverhalten vor sich selbst zu rechtfertigen? In diesen Momenten fand ich die zweite Staffel tatsächlich am stärksten. Oft hatte ich jedoch das Gefühl, dass in dieser Hinsicht noch mehr möglich gewesen wäre – eine tiefere Erforschung dieser Thesen. Der stärkere Fokus auf die erzählerische Klammer, den Kriminalfall, war der Geschichte leider nicht zuträglich, auch wenn dieser Erzählstrang zweifellos unterhaltsam inszeniert ist und den famosen Richard Schiff (Toby Ziegler, „The West Wing“) zu bieten hat.

Noch mehr als die erste Staffel ist „The Affair“ im zweiten Jahr oft unerwartet düster und schont die Charaktere nicht. Das ist bisweilen ein wenig anstrengend, aber auch faszinierend und mitreißend. Insgesamt bietet die Fortführung der Geschichte weiterhin sehr gute Unterhaltung, wenngleich ich mir etwas weniger Fokus auf den Kriminalfall und mehr Konzentration auf die Affäre selbst, und die damit verbundenen Nachwirkungen auf alle in zweiter Reihe beteiligten Personen, gewünscht hätte. Dennoch zweifellos nach wie vor sehr sehenswert: 8/10 (8.2) Punkte.

8 Gedanken zu “The Affair – Season 2

    • Ich habe von der zweiten Staffel auch nur durch Amazon Prime erfahren und war höchst erfreut, dass diese bereits komplett verfügbar ist. Fast parallel zur US-Ausstrahlung. Eine dritte Staffel wurde übrigens bereits in Auftrag gegeben…🙂

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  1. Pingback: Media Monday #253 | Tonight is gonna be a large one.

  2. Ich kann dir da nur zustimmen. Die erste Staffel hat mich schon beim Pilot sofort in seinen Bann gezogen deswegen war ich auch sehr skeptisch was die zweite Staffel angeht. Die Serie war eigentlich so aufgebaut, dass es darum geht wie sie sich kennen lernen und zusammenkommen, was am Ende ja auch passiert. Das fand ich am Anfang etwas komisch – als würde Ted die Mutter schon in der ersten Staffel treffen. Aber sie haben es wirklich gut gemacht. Dadurch zieht sich die Geschichte nicht und man erlebt auch noch andere Sichtweisen. Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht!

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    • Die erste Staffel hat mir gerade aufgrund des Kennenlernens und der langsamen Annäherung wohl auch noch etwas besser gefallen. Dennoch haben sie die Kurve gut gekriegt und die Geschichte sinnvoll weitererzählt. Den starken Fokus auf den Kriminalfall hätte es jedoch nicht gebraucht. Da finde ich, was ansonsten zwischen den Charakteren geschieht, doch spannender.

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  3. Pingback: Centurion (2010) | Tonight is gonna be a large one.

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