Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere – OT: The Hobbit: The Battle of the Five Armies – Extended Edition (2014) (WS1)

Zum Abschluss der Weihnachtsfeiertage habe ich mir endlich die erweiterte Fassung von „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ angeschaut. Die Erwartungen waren nicht sonderlich groß, war doch bereits im Vorfeld bekannt, dass sich die meisten Ergänzungen auf die ohnehin bereits recht ausführliche Schlacht beschränken würden. Dennoch habe ich mich sehr auf das große Finale gefreut, da ich durch die Sichtungen der ersten beiden Teile wieder so richtig in Mittelerde angekommen war. Was hat die neue Schnittfassung also letztendlich zu bieten?

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Bei der heutigen Sichtung war ich sehr erstaunt, wie wenig Platz die titelgebende Schlacht doch letztendlich im Film einnimmt. Das Kampfgetümmel startet erst mit der 75. Minute und ist nach einer Stunde mit der 135. Minute auch schon wieder vorbei. Natürlich ist eine Stunde Schlacht nicht wenig, doch bietet der Film weit mehr Handlung als ihm die meisten Kritiker zugestehen wollen. Zudem sollte man die Trilogie, wie auch „Der Herr der Ringe“, als ein komplettes Werk sehen, was auch dadurch unterstützt wird, dass es z.B. zwischen „The Desolation of Smaug“ und „The Battle of the Five Armies“ weder einen Epilog noch einen Prolog gibt – die Filme könnten nahtlos hintereinander ablaufen und es würde dramaturgisch Sinn ergeben.

Tatsächlich finden sich die meisten Erweiterungen in den Schlachtszenen wieder: So gibt es u.a. eine komplett neue Sequenz zu sehen, in der die Zwerge auf einem Streitwagen gegen mehrere Trolle kämpfen – und die ist tatsächlich äußerst unterhaltsam. Auch der Gewaltgrad wurde noch einmal deutlich angehoben, was durchaus zum Filmuniversum passt. Daneben gibt es jedoch auch mehrere Handlungselemente, die vertieft wurden: Gandalf wird in Dol Guldur konkret auf die Ringe angesprochen, es gibt eine sehr schöne Unterhaltung zwischen Bilbo und Bofur und dem Abschied von den gefallenen Zwergen wird endlich entsprechend Zeit eingeräumt. All diese Erweiterungen werten den Film deutlich auf, wenngleich sie ihn auch nicht so bedeutend verändern, wie dies bei „Smaugs Einöde“ der Fall war.

Letztendlich speist sich mein positives Bild des Films wohl auch aus den hämischen Kommentaren, die „The Battle of the Five Armies“ in letzter Zeit abbekommen hat. Der Clip aus dem Making-of, der Peter Jacksons Verzweiflung aufgrund von Zeitdruck und Terminplan zeigt, war für viele der Beweis, dass der Regisseur sein Versagen am Werk zugegeben hat. Letztendlich wurde damit nur eine schwierige Produktionsphase beleuchtet, was sich bis zu einem gewissen Grad auch schon bei „The Desolation of Smauf“ wiederfand. Die nicht idealen Bedingungen und der Druck des Studios sind bestimmt mit Schuld am oft holprigen Eindruck, den die Filme hinterlassen. Mehr sollte man aber auch nicht in das Video hineininterpretieren, zumal gerade der dritte Teil trotz seiner schwierigen Produktionsphase wieder stringenter wirkt, als der direkte Vorgänger – so man die Filme überhaupt getrennt betrachten kann.

Mit der erweiterten Fassung von „Die Schlacht der Fünf Heere“ ergibt sich nun auch eine (vorerst) finale Rangliste der Filme und ihrer Schnittfassungen:

  1. „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (Extended Edition)
  2. „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ (Extended Edition)
  3. „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (Kinoversion)
  4. „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ (Extended Edition)
  5. „Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere“ (Kinoversion)
  6. „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ (Kinoversion, HFR)

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der Trilogie rund um den kleinen Hobbit. Sie pendelt sich insgesamt bei sehr soliden 8 Punkten ein, was nur im Anbetracht der ursprünglichen Erwartungshaltung gering erscheinen mag. Ich bin nun sehr neugierig, ob „Der Herr der Ringe“ nur in meinen verklärten Erinnerungen so viel besser ist, oder ob der Zahn der Zeit inzwischen an einer meiner Lieblingstrilogien genagt hat. Dazu kann ich vermutlich genau in einem Jahr mehr sagen. Hierfür gibt es erst einmal wohlverdiente: 8/10 Punkte.

28 Gedanken zu “Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere – OT: The Hobbit: The Battle of the Five Armies – Extended Edition (2014) (WS1)

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  2. Hmm, schauen werde ich die erweiterte Fassung definitiv. Entgegen der vorherrschenden Meinung fand ich den Teil ja auch nicht so schlecht, wie ihn viele machen. Aber nochmal 20€ hinlegen… da warte ich wohl besser auf ein Angebot. Zumindest wirkte der dritte gleich von Beginn an rund, auch wenn der erhöhte Gewaltgrad sowie die besagte Szene mit den gefallenen Zwergen gegen Ende reizt. Das war ja wirklich… sehr knapp gehalten.

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  3. Zunächst mal wünsche ich Dir, lieber bullion, und allen Lesern ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2016!

    Habe mir zu Weihnachten auch die Extended Edition gegönnt und nachdem ich mir über die Weihnachtsfeiertage „Star Wars“ Episode I-VI in Vorbereitung auf den Kinobesuch Anfang dieser Woche nochmal angeschaut habe, bin ich nun heute auch endlich dazu gekommen, sie mir anzuschauen. Also ich bin eigentlich auch ganz zufrieden mit dem Abschluss und der Trilogie allgemein.

    Nur eine Kleinigkeit hat mich etwas gestört: wie Du ja schon geschrieben hast, muss man die die Filme ja eher als Gesamtwerk betrachten, denn als eigenständige Filme. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass man die erste Viertelstunde des 3. Teils (bis zu Smaugs Tod) noch an den 2. Teil dran gehängt hätte. Dann wäre das Ganze inhaltlich etwas sauberer getrennt. Und ich empfand das Ende des 2. Teils damals im Kino dann auch als ziemlich unbefriedigend. Wahrscheinlich war das sowieso eher Marketingstrategie, um sicherzustellen, dass sich die Leute auch den 3. Teil noch anschauen.😉

    Nachdem ich mir die letzten 3 Jahre zum Jahreswechsel nun immer nur den jeweils aktuellsten Teil in der Extended Edition nochmal angeschaut habe, wird es nun, da die Trilogie komplett ist, auch mal Zeit, dass ich mir die Filme mal zeitnah hintereinander anschaue. Das werde ich vermutlich Ende diesen Jahres in Angriff nehmen. Und vielleicht schaffe ich dann ja den Herrn der Ringe dann auch nochmal im Anschluss …😉

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    • Schön einmal wieder etwas von dir zu lesen und danke für deine netten Wünsche!🙂

      Schön, dass dir der Abschluss der Filmreihe insgesamt gefällt. Was die Aufteilung angeht, so ist sie bestimmt nicht glücklich gewählt, das stimmt. Jackson erwähnt irgendwo im Making of, dass er für den dritten Teil eine Art von Cold Opening (wie z.B. viele „James Bond“-Filme anfangen) inszenieren wollte: eine einzige große Actionsequenz. Und da hat sich die Zerstörung von Seestadt vermutlich angeboten, da der zweite Teil damit auch zu lang geworden wäre.

      Ich kann mir gut vorstellen, dass bei dir auch die Trilogie zeitnah zusammengeschaut besser funktionieren dürfte, als die einzelnen Teile. Ging zumindest mir so. Ich werde mich kommendem Jahr auch einmal wieder „Der Herr der Ringe“ widmen und lese aktuell noch einmal „Der Hobbit“ – mal sehen, wie ich danach über die Filme denke…😉

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      • Aha, ok!🙂 Zu den Making-ofs bin ich leider noch nicht gekommen …😉
        Das ist natürlich auch eine mögliche Erklärung.

        Stimmt, den Hobbit nochmal zu lesen ist auch keine schlechte Idee! Bei mir ist es schon viel zu lange her, dass ich das Buch gelesen habe. Habe mich dann bei den Filme auch oft gefragt, was davon eigentlich tatsächlich im Buch vorkam (außer den ganz offensichtlich neuen Szenen, die sich um die bevorstehende Rückkehr Saurons drehen).

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      • Die Making ofs sind super. Wirklich sehr lehrreich, was den Produktionsprozess angeht. Dabei kommt auch raus, dass sich Jackson und Co. viel mehr Gedanken gemacht haben, als man am Ergebnis auf den ersten Blick festmachen würde. Im Buch wird z.B. auch tatsächlich Azog erwähnt, der Thror vor Moria getötet hat. Zwar nur ein Nebensatz, aber keine Erfindung Jacksons. Besonders den ersten Teil finde ich bisher ziemlich gut getroffen.

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