Shameless (US) – Season 2

Es ist unglaublich wie schnell die Sichtung von „Shameless – Season 2“ (weiterhin die US-Fassung) auch schon wieder vorbei ist. Durch den hohen Unterhaltungswert und die Beschränkung auf zwölf qualitativ hochwertige Episoden habe ich den Vorsatz früher ins Bett zu gehen öfter mal ausgesetzt – und war mit der Staffel innerhalb von nur zwei Wochen durch. Es ist aber auch einfach zu verlockend stets noch für eine weitere Episode bei den Gallaghers zu verweilen…

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Zwischen der ersten Staffel und der einsetzenden Handlung der zweiten Staffel scheinen ein paar Monate vergangen zu sein – große Veränderungen gibt es (außer einer anhaltenden Hitzewelle) nicht zu vermelden. Doch schon bald werden nahezu alle Gallaghers von ihrer Vergangenheit eingeholt: Steve sucht wieder Kontakt zu Fiona, Franks Mutter steht plötzlich auf der Türschwelle, Karen hat eine ganz besondere Überraschung für Lip und die kompletten Gallaghers werden von „Hurricane Monica“ (so der unheilvolle Episodentitel) heimgesucht. Mehr als genug Stoff also, um eine Staffel zu füllen, doch tatsächlich ist dies nur die Spitze des Eisbergs – und man wird als Zuschauer auf so manche gefühlsmäßige Achterbahnfahrt mitgenommen. Die bereits bekannte Kombination aus schmerzhaftem Drama und absurder Comedy wird hier oft auf die Spitze getrieben. Turbulent, erschütternd und tatsächlich auch verdammt lustig.

Hat sich die erste Staffel noch stark am englischen Original orientiert, geht die US-Version von „Shameless“ ab der zweiten Staffel eigene Wege. Auch wenn ich die Vorlage nur ausschnittsweise kenne, so merkt man doch dass irgendetwas passiert ist: Die Charaktere wirken noch verrückter, die Dramatik noch schmerzhafter und der Humor ist noch deutlich abgefahrener geworden. Teils ist es ganz schön harter Tobak (z.B. Missbrauch, Inzest, Suizid) mit dem sich die Figuren – und somit auch wir Zuschauer – auseinandersetzen müssen. Die Serie schafft es dennoch dabei erstaunlich unterhaltsam zu bleiben, was man wohl den Drehbuchautoren und den wirklich guten Schauspielern zuschreiben kann.

Qualitativ kann „Shameless“ im zweiten Jahr noch einmal eine Schippe drauflegen. Die Serie wirkt somit (noch) entfesselter, was in so manch völlig absurder Situation gipfelt. Dennoch bleiben die Charaktere innerhalb des Serienuniversums glaubwürdig und man geht mit ihnen durch dick und dünn, was wahrlich nicht immer einfach ist. Das Staffelfinale ist dann wiederum erstaunlich versöhnlich und lässt einem mit einem guten Gefühl zurück. Auch wieder etwas, das ich „Shameless“ nach den vorher angerissenen Erzählsträngen nicht unbedingt zugetraut hätte. Immer wieder sehr überraschend – und das ist komplett positiv gemeint: 9/10 (9.0) Punkte.

8 Gedanken zu “Shameless (US) – Season 2

  1. Da kann ich beipflichten. Shameless ist klasse, auch wenn ich irgendwo aus Zeitgründen in der zweiten Staffel hängengeblieben bin. William H. Macy ist die Idealbesetzung des Familienvaters und viele seiner Entscheidungen machen einfach fassungslos. Die Serie ist ein herrlicher Gegenpol zu solchen Moral-Vehikeln wie „Eine himmlische Familie“ und der Pegel schlägt dabei ins entgegengesetzte Extrem. Das ist natürlich umso unterhaltsamer.

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    • Ja, William H. Macy ist großartig! Ich mochte ihn ja schon immer – und hier hat er nun endlich einmal eine Hauptrolle. Und was für eine! Ich schaue ja gerne Familienserien („Parenthood“ ist z.B. ganz großartig), doch mit „Eine himmlische Familie“ konnte ich mich nie anfreunden. Dann lieber die Gallaghers – da weiß man zumindest nie was man bekommt…😉

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  2. Kann ich nur zustimmen! Shameless ist großartig und es wird mit jeder Staffel verrückter😉 Ich find’s ja wirklich gut, dass die Macher da kein Blatt vor den Mund nehmen und auch sogenannte „Tabu“-Themen ansprechen. Das machen nur wenige Serien in einem solchen Umfang – und Shameless ist damit sogar erfolgreich.

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    • Ja, ich finde es auch immer wieder erstaunlich, dass diese Theme in „Shameless“ nicht aufgesetzt oder peinlich wirken. Bin sehr gespannt was da noch kommt und sehr froh noch ein paar Staffeln vor mir zu haben – da kann man nur hoffen, dass der für Showtime-Serien übliche Qualitätsabfall nicht so schnell eintritt.

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