Surrogates: Mein zweites Ich – OT: Surrogates (2009)

Eigentlich stand heute ein weiterer Lauf auf dem Programm, doch bin ich spontan zum Strohwitwer geworden, so dass ich zu Hause geblieben bin und die Kinder ins Bett gebracht habe. Dafür war ein wenig Zeit mich einem Film zu widmen: Die Wahl fiel auf „Surrogates: Mein zweites Ich“ – und das nicht nur aufgrund der angenehm kurzen Laufzeit von 84 Minuten. Dank seiner interessanten Prämisse wollte ich die Comic-Verfilmung ohnehin schon lange sehen und heute war es endlich soweit…

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Jonathan Mostows Sci-Fi-Thriller fasziniert hauptsächlich durch die Welt, in der er spielt: fleischgewordene Avatare, hinter denen sich die Menschen verstecken bevölkern die Straßen. Erinnerungen an „The Matrix“ werden wach, nur dass es eben keine virtuellen Welten gibt. Schon alleine der Prolog ist äußerst effizient erzählt und man bekommt die Entwicklung der Surrogates in einem kurzen Zusammenschnitt erklärt. Dann nimmt man am Leben Tom Greers (Bruce Willis) Teil und lernt die Vorzüge, Nachteile und Besonderheiten kennen, welche die Teilnahme am Leben durch einen Stellvertreter so mit sich bringen. Es werden ein paar spannende Punkte angeschnitten, jedoch leider nie wirklich ausformuliert.

Inhaltlich ist „Surrogates“ ein klassischer Kriminalfilm bzw. Thriller. FBI-Agent Tom Greer muss zusammen mit seiner Partnerin eine Mordserie lösen, die sich letztendlich als große Verschwörung entpuppt. Alles schon unzählige Male gesehen und nur wenig überraschend – wäre da nicht der spannende Grundgedanke, der den 08/15-Krimi durch ein paar tolle Szenen und visuell nette Ideen über den Einheitsbrei hinaushebt. Bei der Inszenierung der Actionszenen könnte man übrigens meinen Mostow hätte eine Fortsetzung zu seinem „Terminator 3: Rise of the Machines“ drehen wollen.

Letztendlich braucht man wohl ein Faible für High-Concept-Sci-Fi und futuristische Welten, um „Surrogates“ viel abgewinnen zu können. Bruce Willis spielt an der Seite von Radha Mitchell sowie Rosamund Pike recht überzeugend und Langeweile will bei der kurzen Laufzeit ohnehin nicht aufkommen. Ich hatte aufgrund der ziemlich durchwachsenen Kritiken eher eine Enttäuschung erwartet, wurde aber positiv überrascht. Kann man sich als Genrefreund durchaus anschauen: 7/10 Punkte.

37 Gedanken zu “Surrogates: Mein zweites Ich – OT: Surrogates (2009)

      • Auch ich habe meine Prinzipien.
        Nee, so scheiße war er dann auch wieder nicht. Nur eben so langatmig, und das bei der kurzen Laufzeit. Dadurch fällt er dann in die Kategorie „Gesehen und vergessen“. Und das ist eigentlich die schlechteste Sparte, in die ein Film bei mir rutschen kann. Dann lieber „richtig Scheiße“. Das hinterlässt dann wenigstens noch nen Eindruck, wenn auch nen negativen.

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      • Stimmt, diese Kategorie ist wahrlich nicht sonderlich reizvoll. Bei mir fällt er schon aufgrund der Prämisse nicht rein, die doch stark mein Kopfkino angeregt hat. Ich stehe aber auch einfach auf Sci-Fi-Welten, die eine gewisse Besonderheit zu bieten haben.

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      • Okay, das erklärt natürlich auch deinen Eindruck. Sci-Fi würde ich vermutlich sogar als mein Lieblingsgenre bezeichnen, wofür ich einfach eine Schwäche habe. Insofern ist da alles in dieser Richtung gerne gesehen.

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      • Bei mir kommts da immer so ein bisschen drauf an. Generell mag ich Sci-Fi auch. Was ich aber beispielsweise gar nicht abkann, sind so Mysterysachen, bei denen die Auflösung dann ist, dass es Außerirdische waren. Das ist so unfassbar lahm und einfallslos, dass ich jedes mal kotzen könnte. Wenn sich das bei nem Film oder einer Serie abzeichnet, dass es darauf hinausläuft, breche ich meist direkt ab.

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      • Hmm, sowas kenne ich nun bewusst gar nicht. Meist ist es bei Alien-Geschichten ja so, dass von vorneherein feststeht, dass es Aliens sind – selbst bei ungewöhnlicheren Vertretern wie „Signs“. Meine liebsten Sci-Fi-Filme sind allerdings auch die Klassiker à la „Alien“ oder „Blade Runner“, keine Frage.

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      • Signs war ja zum Beispiel so ein Ding, wo mir das Ende den ganzen Film versaut hat. Es war zwar klar, dass es sich um Aliens handelt, aber man hätte den ja nun wirklich nicht zeigen müssen. Das einfach offen zu lassen, wäre viel besser gewesen und hätte auch noch Interpretationsspielraum gelassen.
        Bei serien habe ich es schon öfter erlebt, dass man irgendwelchen Hokus Pokus aufbaut und dann irgendwann mit Aliens um die Ecke kommt. Damit kann man eben alles ganz einfach erklären.

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      • Auch wenn das Ende von „Signs“ wahrlich ein wenig seltsam war, so mochte ich den Film doch. Hatte eine schöne Atmosphäre und war eben mal ein anderer Alien-Invasion-Film.

        Die einzige Serie mit dieser Art von Mystery-Aliens, die ich kenne, ist tatsächlich „The X-Files“ – und dort funktioniert all das (zumindest bis zur zweiten Staffel) noch richtig gut.

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      • Ja, Signs war auch generell nicht schlecht, nur kann so ein Ende das dann schon mal arg runterziehen. ich fand das einfach unnötig und dämlich.
        Und X-Files hat ja eigentlich schon immer klar gemacht, dass es da solchen Kram gibt. Ich meine eher so Sachen wie jetzt Under The Dome, was ich zwar nicht gucke, wo ich aber gelesen habe, dass die Macher überlegen, ob sie das Ganze nicht mit Aliens auflösen wollen. Gibt da noch ein paar andere Serien, wo ich das gesehen habe, die einen tollen Anfang hatten und dann meh! Aliens. Die Namen fallen mir allerdings nicht mehr ein, weil ich die gekonnt verdrängt habe. Gerade Anfang des neuen Jahrtausends gabs da welche, im Fahrwasser von Lost, wo das dann der Fall war. Deshalb beschwere ich mich übrigens auch nie über das Lost-Ende. Denn auch wenn das nicht perfekt war, ist es immer noch besser als: Die Insel ist ein Alien-Raumschiff.

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      • Stimmt, jetzt fällt mir auch wieder eine Serie dazu ein: „The Event“ war eine Mystery-Serie im „Lost“-Fahrwasser mit Alien-Auflösung, was ich auch extrem schwach fand. Das „Lost“-Finale macht das aber auch nicht besser. Und wenn wir schon bei Aliens sind, fehlt doch eigentlich nur noch „Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull“, oder?😉

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  1. Ich habe den zwei Mal versucht anzuschauen und bin zwei Mal eingeschlafen. Kein gutes Zeichen, denn ich fand den Film von Beginn an unterdurchschnittlich und langweilig. Obwohl die Geschichte viele gute Ansätze beweist, wird nichts ausformuliert oder wirklich interessant gestaltet. Schade drum.

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    • Die fehlende Ausformulierung fand ich auch schade, doch hat mich der Film wirklich gut unterhalten und die präsentierte Welt fand ich toll. Bestimmt kein Klassiker, aber nicht so schlecht wie man oft liest – auch wenn da die Meinungen bestimmt auseinander gehen…😉

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  2. Pingback: The Purge: Die Säuberung – OT: The Purge (2013) | Tonight is gonna be a large one.

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