Iron Man 3 (2013)

Nach einer weiteren Woche Magen-Darm-Hölle, stand der Samstag abermals im Zeichen einer Lehrveranstaltung. Die Studenten waren fit und motiviert, ich hatte Spaß dabei. Anstrengend war der lange Tag nach solch einer Woche dennoch. Vermutlich hätte ich das mit dem Film auch lassen sollen, doch die letzte Sichtung liegt schon wieder zwei Wochen zurück – und außerdem hatte ich mit „Iron Man 3“ noch ungesehene Popcorn-Unterhaltung im Regal. Einem solchen Film zu folgen sollte ja wohl nicht allzu schwierig sein…

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Doch es war schwierig. So stark musste ich schon lange nicht mehr gegen den Schlaf kämpfen, Szenen zurückspulen und mich zum Weiterschauen zwingen. Ja, Filme schauen kann auch anstrengend sein. Ich lege dies jedoch weniger der flott inszenierten Superheldensaga zu Lasten, als meiner extrem anstrengenden Woche und dem heutigen Tag an der Hochschule. Trotz kleineren Lücken bilde ich mir aber ein, den Großteil des Films gesehen zu haben und mir somit ein Urteil erlauben zu können. Falls ihr den Film anders wahrgenommen habt und davor seid vehement Einspruch einzulegen, bedenkt bitte dieses kleine Vorwort. Danke.

Tony Stark steht nach den Ereignissen in New York am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Man sollte also meinen, dass die Bezüge zu „The Avengers“ deutlicher sind, als in jedem anderen Marvel-Film. Dem ist allerdings nicht so und man bekommt – außer in der obligatorischen Post-Credit-Szene – keinen anderen Avenger zu sehen. Somit steht das erste Abenteuer der zweiten Phase des Marvel Cinematic Universe (MCU) ziemlich für sich und funktioniert als Abschluss, wenn es denn ein solcher ist, der „Iron Man“-Trilogie auch recht gut. Tony Starks jüngster Auftritt ist gleichzeitig düsterer aber auch komischer als seine vorhergehenden – und am Ende darf ihm Pepper Potts den Arsch retten. Das macht Shane Blacks Film doch gleich noch sympathischer.

Die Geschichte wirkt ein wenig zusammengeschustert und weckt Erinnerungen an die „X-Men“-Reihe. Am spannendsten fand ich den Film immer dann, wenn sich Tony Stark tatsächlich ohne seine Rüstung behaupten muss. Ebenso toll fand ich den Twist um Bösewicht Mandarin, mit dem ich nun überhaupt nicht gerechnet hätte. Herrlich! Fans der Vorlage sehen das anscheinend anders, doch für mich hat dieses Element den Film deutlich aufgewertet. Ansonsten gibt es viel Action, teils sogar zu viel. Das Finale auf dem Frachtschiff war beinahe schon ermüdend in seiner Materialschlacht – zumindest bin ich während dieser Szenen am häufigsten eingeschlafen.

Letztendlich ist „Iron Man 3“ ein typischer Marvel-Film: Alles andere als innovativ, doch äußerst unterhaltsam und professionell bis in den letzten Frame inszeniert – fast schon ein wenig zu glatt. Ich hatte meinen Spaß damit und würde den dritten Teil qualitativ wohl ungefähr auf einer Ebene mit „Iron Man 2“ und deutlich hinter „Iron Man“ einordnen. Mal sehen, was so die anderen Filme der zweiten Phase des MCU so können: 7/10 Punkte.

22 Gedanken zu “Iron Man 3 (2013)

  1. Also… wer den 3. auf die selbe Ebene wie den 2. stellt, der hat viel davon verschlafen! ;D
    Aber Spaß beiseite. Ich kann mich da mal wieder anschließen, eben bis auf die Sache mit dem qualitativ wie der 2. Teil. Da seh ich den dritten doch noch ein Stück vorne. Teil 1 ist dennoch uneinholbar auf Platz 1 von den dreien.

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    • Hehe, da magst du Recht haben…😉

      Ernsthaft: Ich hatte ja damals schon nicht verstanden, warum der zweite so abgewatscht wird. Er war eben die typische Fortsetzung, die hinter dem ersten Teil zurückbleibt, aber dennoch unterhaltsam ist und die Charaktere weiterentwickelt. Fand ich durchaus brauchbar. Da hat der dritte Teil inhaltlich auch nicht mehr geboten, finde ich…

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    • Ja, die Kid-Buddy-Movie-Komponente hat mir auch sehr gut gefallen. Das Finale war mir dann auch zu viel des Guten. Zwischen den Actionszenen hat man auch immer wieder gemerkt, dass Shane Black eher Comedy gut inszenieren kann und er ein starker Dialogautor ist. Naja, aber ist eben Marvel.

      Deine Rezension kann ich eigentlich so unterschreiben. Haben wir wirklich sehr ähnlich wahrgenommen.

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  2. Erstaunlich, dass wir mal ganze zwei Punkte auseinanderklaffen, aber da habe ich ‚Iron Man 3‘ deutlich stimmiger und überzeugender erlebt als du es getan hast. Sicherlich hat der Film auch seine Schwächen und die Materialschlacht hätte auch weniger opulent ausfallen können am Ende, aber in Anbetracht der Tatsachen, dass ich mich die 130 Minuten kein einziges Mal gelangweilt habe, weniger Iron Man denn vielmehr Tony Stark im Vordergrund stand, der Humor einfach genau meinen Geschmack getroffen hat und stets präsent war, dazu der angesprochene Twist mit dem Mandarin und ein überzeugend bedrohlicher Antagonist wunderbar funktioniert haben, steht der dritte Teil in meinen Augen deutlich näher beim ersten Teil als dem – auch in meinem Augen nur ab und an mal ein wenig schwächelnden – zweiten Teil.

    Und jetzt bin ich auch mal gespannt, was du zu den weiteren Filmen sagen wirst, denn zumindest ‚Thor 2‘ hat mir zwar deutlich merklich besser gefallen als der erste, hatte aber auch mit denselben Schwächen zu kämpfen und landet damit für mich eher im 7er-Bereich als ‚Iron Man 3‘.

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    • Vielleicht hätte ich den Film auch besser bewertet, wenn ich fitter gewesen wäre. Die äußeren Voraussetzungen waren für „Iron Man 3“ sicher nicht komplett fair. Dennoch hätte ich mir weniger Materialschlacht und mehr Handlung bzw. Humor gewünscht. Es gab einige Szenen, die ich richtig stark fand, andere dagegen verschenkt. Wäre dies der zweite Teil gewesen, hätte ich ihn vielleicht stärker bewertet, doch so hatte ich das Gefühl es war nur mehr von dem, was man schon unzählige Male gesehen hat. Dabei fand ich den Film aber alles andere als schlecht! Er bleibt auch in meiner Sammlung und ich werde ihn irgendwann bestimmt noch einmal sehen. Eigentlich wollte ich eh alle Marvels noch einmal nachholen vor „The Avengers 2“, doch das ist ein utopisches Vorhaben. Nun bin ich schon gespannt auf die Fortsetzungen von „Thor“ und „Captain America“ – die ersten Teile fand ich ja schon gut (eben im 7er Wertungsbereich).

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  3. Pingback: Review: Iron Man 3 (Film) | Medienjournal

  4. Ich fand den Film klasse, besonders wegen der Szenen in denen sich Tony ganz ohne seinen Anzug durchschlagen muss. Ich weis nicht warum, aber diese „Dritten Teile“ sind immer meine Liebsten. So auch bei IRON MAN🙂

    Ich hoffe du bist wieder fit, wenn nicht, dann gute Besserung!

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  5. War damals im Kino ziemlich enttäuscht. Mittlerweile habe ich jedoch meinen Frieden mit ihm schließen können und finde ihn bis auf das wirklich extrem überfrachtete Ende gut. Na irgendwann mussten sie ihn ja wieder in den Anzug stecken. *lach* Mochte die Szenen zwischen Stark und dem kleinen Jungen echt gern.

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    • Ich begegne den Marvel-Filme gar nicht mit so viel Herzblut, als dass sie mich groß enttäuschen könnten. Sind eben nur unterhaltsame Comicverfilmungen. Da bin ich glücklicherweise recht entspannt, kann aber verstehen, dass Fans der Vorlage das anders sehen…

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  6. Fraglos der beste der IRON MAN-Filme, obschon ich dir zustimme, dass das Finale eine – typisch für Marvel bzw. Blockbuster – unnötige Materialschlacht ist. Mochte jedoch den „schwarzen“ Humor (Wortspiel) und empfand ihn als einer der sehenswerten Marvel-Filme. Aus Erfahrung weiß ich jedoch auch: Filme, bei denen man mit der Müdigkeit kämpft (und womöglich einschläft) tut man für gewöhnlich Unrecht. Denke im wachen Zustand wäre da bei dir sicher 1 Punkt mehr rausgesprungen.

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    • Ja, das mag durchaus sein. Ich mochte Shane Blacks Art Humor zu inszenieren sehr gerne, ist aber auch kein Wunder bei dem was der Mann zuvor auf die Beine gestellt hat. Der Rest ist leider wirklich sehr konventionell und eben typisch für Marvel. Da hat mir „Guardians of the Galaxy“ ungleich besser gefallen. Wahrlich kein schlechter Film, doch er zeigt inzwischen eben nur allzu Bekanntes – speziell im Finale. Letztendlich ist 7 oder 8 Punkte aber auch schon egal…😉

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  7. Ich hab Iron Man 3 mit Freunden im Kino gesehen und fand ihn sehr sehenswert. Unterhaltsam, sehr gut gemacht, fast schon ein bisschen zu glatt, wie du ja schon schriebst. Interessanterweise verlor nach dem Kinobesuch kaum einer aus der Gruppe ein Wort über den Film – super gut gemachtes Popcornkino und das wars dann auch schon. Den restlichen Abend verbrachten wir damit uns nochmal(!) über den schlechten Film Oblivion mit Tom Cruise aufzuregen. Wenn man sich als Kritiker auf nichts stürzen kann, isses halt auch nix…;)

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    • Ja, an „Iron Man 3“ kann man sich nicht einmal sonderlich reiben. Er ist einfach saubere Hollywood-Unterhaltung ohne große Ecken und Kanten. Aber ähnlich habe ich ja auch „Oblivion“ wahrgenommen, den ich im direkten Vergleich – zumindest aus ästhetischen Gründen – sogar noch ein wenig gelungener fand. Hat bei mir zumindest auch 7 Punkte bekommen…😉

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  8. Ich fand es ein wenig schade, wie wenig ernst Starks persönliche Traumata genommen wurden; und auch dass ewige Mauerblümchen-Dasein von Pepper stört auch hier wieder einmal. Und noch ein paar Kleinigkeiten. Aber insgesamt für mich der interessanteste „Iron Man“-Film

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    • Ja, das kann ich nachvollziehen. Allerdings hätte eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Trauma wohl Gelegenheitszuschauer abgeschreckt; da geht Marvel leider einfach auf Nummer sicher. Pepper darf doch am Ende ziemlich austeilen, das fand ich toll!🙂

      Für mich ist der erste „Iron Man“ immer noch der beste, aber ich mag auch Origin-Geschichten…

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  9. Pingback: Thor: The Dark Kingdom – OT: Thor: The Dark World (2013) | Tonight is gonna be a large one.

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