Die Eiskönigin: Völlig unverfroren – OT: Frozen (2013)

Nach dem unterhaltsamen Kurzfilm „Get a Horse!“ folgte mit „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ natürlich noch der zugehörige Langfilm. Nachdem mich Disney mit „Rapunzel: Neu verföhnt“ (auch wieder so ein, ähm, toller deutscher Titel) ziemlich begeistert hatte, wollte ich den Nachfolger natürlich auch sehen. Damit bin ich ziemlich spät dran, doch kam man aufgrund des großen Erfolgs schon allein aufgrund der Merchandising-Produkte nicht um „Frozen“ herum. Wird der Film dem Hype also gerecht?

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Bei „Tangled“ war ich begeistert, dass sich Disney der alten Tugenden bedient und tatsächlich einmal wieder einen Märchenfilm mit Gesang und klassischer Handlung auf die Beine stellte. Auch „Frozen“ geht – sorry! – eiskalt in diese Richtung, sprich der Film lebt von viel Gesang, einer Liebesgeschichte und lustigen Sidekicks. Auch der Animationsstil wurde dem Vorgängerfilm entnommen, was nur konsequent ist. Warum auch an der Erfolgsformel herumdoktern? Da Disney vor ein paar Tagen die Fortsetzung ankündigte, scheint der Plan auch finanziell aufgegangen zu sein. Ich hoffe jedoch inständig, dass in den nächsten Jahren nicht noch unzählige weitere Märchenfilme nach Schema F ins Kino kommen, denn dann läuft sich auch diese Formel wieder tot und es muss erst wieder ein „Shrek“ kommen, um für neue Impulse zu sorgen.

Nach diesem Vorgriff wieder zurück in die Gegenwart und zu „Frozen“: Die Handlung ist eigentlich nicht der Rede wert, es wird eben Hans Christian Andersens „Die Schneekönigin“ komplett verdisneyfiziert, mit unzähligen lustigen Charakteren angereichert und in kindgerechte Abenteuerform gepresst. Das alles klingt nun eher negativ, doch der Film macht trotz altbekannter Formel unfassbar viel Spaß. Die Dialoge sind schmissig, die Action mitreißend und die Figuren liebenswert. Hinzu kommt eine glaubwürdige Chemie zwischen Anna (toll gesprochen von Kristen Bell) und Kristoff. Ganz so viel Glitzer und Eispaläste hätte ich nicht gebraucht und auch nicht jeder Song zündet, doch konnte ich erstaunlich gut über den Kitschfaktor hinwegsehen und wurde einfach nur zauberhaft unterhalten.

Letztendlich ist „Die Eiskönigin: Völlig unverfroren“ ein wunderbarer Animationsfilm, der Kinder wohl noch besser zu unterhalten weiß als Erwachsene. Wenn man jedoch im Herzen jung geblieben ist und zudem ein Faible für Musicals hat, dann sollte man sich von der kitschigen Glitzerverpackung nicht abschrecken lassen. Mein Zappelinchen hat die Blu-ray heute schon ganz aufgeregt in den Händen gehalten und wollte wissen, wann sie den Film denn endlich einmal sehen kann. Und ich kann nur sagen, ich freue mich auf die gemeinsame Sichtung: 8/10 Punkte.

41 Gedanken zu “Die Eiskönigin: Völlig unverfroren – OT: Frozen (2013)

  1. Pingback: Get a Horse! (2013) | Tonight is gonna be a large one.

  2. Doch doch! Bitte wieder ganz viel Schema F – Märchen Filme! Das will ich! Ein Rotkäppchen könnte mal langsam her. Die Klassiker wie Schnewittchen, Cinderella und Rapunzel sind schon abgehakt, also fehlt jetzt noch Rotkäppchen.😀 Der nächste Disney-Prinzessinen-Film wird aber wohl „Moana“ sein. Zwar mit Prinzessin, aber ohne altbekanntes Märchen.🙂

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    • Einerseits verstehe ich dich, andererseits befürchte ich aber, dass sich die Formel mit der Zeit doch extrem schnell abnutzen könnte. Selbst „Frozen“ wirkt meiner Meinung nach schon nicht mehr so frisch, wie „Tangled“. Zudem möchte ich ungern auf ungewöhnlichere Animationsfilme, wie „Bolt“ verzichten. Kennst du den?

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      • Also, wenn sich das bis jetzt nich komplett abgenutzt hat, dann passiert das meiner Meinung nach auch nicht mehr. Das war ja schon immer Disneys-Ding mit den Märchen. Ich meine Schnewittchen ist von 1937. Danach kamen Cinderella, Dornröschen, Die kleine Meerjungfrau, Mulan, Rapunzel, Küss den Frosch … alles Märchen (oder Sagen). Glaube ohne die kommt Disney gar nicht aus. Die ungewöhnlicheren Animationsfilme gefallen mir meistens eher weniger. Wreck it Ralph war da aber eine willkommene Abwechslung. Bolt habe ich noch nicht gesehen. Finde ich thematisch aber auch sehr uninteressant.😦

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      • Einerseits hast du ja recht, andererseits fand ich es bei „Frozen“ schon fast zuviel des Guten bzw. hätte ich mich über einen alternativeren Ansatz gefreut, wie es Pixar z.B. bei „Merida“ hinbekommen hatten. „Wreck-It Ralph“ fand ich auch großartig. „Bolt“ geht da, wie ich finde, in eine sehr ähnliche Richtung, nur dass es um Filme und nicht um Videospiele geht.

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  3. Puh, der Film reizt – wie auch schon sein Vorgänger – mal so gar nicht. Für Kinder kann ich das nachvollziehen dass die das mögen, ich persönlich bin kein Freund von singenden Schneemännern oder so. Auch wenn ich gar nicht weiß ob der Schneemann auch singt…

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  4. Von mir gab es halb so viele Punkte. Die Songs fand ich wenig spannend, bis auf den nervigen „Let It Go“ blieb auch keins in Erinnerung. Mein Problem ist mit der Handlung, die du laut Text ja vernachlässigenswert findest. Ich verstehe den ganzen Subplot mit Kristoff und seinen Steintrollen nicht. Warum hat er bei denen gelebt und was war der Sinn, außer eben „knuddlige“ Steintrolle im Film zu haben. Dass Elsa „böse“ wird und sich in einem Schloss auf einem Berg zurückzieht war mir auch nicht genügend mit Tiefe versehen.

    Letztlich nicht so meins, da spielte Tangled doch in einer anderen Liga meines Erachtens.

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    • Ja, da kommt es einem bestimmt zugute, wenn man man auch die klassischen Disney-Filme samt ihrer Gesangseinlagen bzw. Musicals generell mag. War aber auch für mich teils an der Grenze, doch das Gesamtpaket hat dann doch sehr gut funktioniert. Bin aber auch nur ein wenig alt und manchmal grummelig…😉

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    • Aber gerne doch. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ich den Ausdruck geprägt habe. Er bietet sich hier aber auf jeden Fall an…😉

      Die Geschichte mit den Geschwistern hätte interessant werden können, doch dafür fand ich die titelgebende Eiskönigin zu schwach charakterisiert. Anna dagegen fand ich toll im Zusammenspiel mit Kristoff und Olaf. Wahrlich ein großes Vergnügen!

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  5. Dann hat es bei dir seit meiner Rezension ja doch nicht so lang gedauert😉 Freut mich, dass dir der Film fast genauso gut gefällt wie mir! Wobei ich dir schon zustimmen muss, dass „Tangled“ vermutlich der bessere Disney-Film ist – da hat Rapunzel mit Pascal aber auch einen großartigen Sidekick😀

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  6. „Do you wanna build a snowman?“ ♥
    Hach, so darf Kitsch gerne sein. Hätte mir jedoch gewünscht, dass einige Songs noch etwas kräftiger um die Kehle geklungen hätten. So blieben leider zu wenige wirklich in Erinnerung. Dennoch ein toller Film.

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  7. Das ist der absolute Lieblingsfilm meiner kleinen Schwester (fast drei Jahre alt) – jedesmal, wenn ich nach Hause fahre, muss ich ihn mit ihr ansehen und sie kann schon fast alle Dialoge mitsprechen und ist besonders von Olaf entzückt.😀 Ich mag den Film aber auch sehr gerne, vielleicht auch deswegen, weil hier nicht die Liebe Mann-Frau im Vordergrund steht, sondern das Band zwischen den Schwestern. Nachdem ich die meisten neuen Disneyproduktionen als absolut nervtötend empfunden habe, ist „Frozen“ für mich schon ein kleines Highlight gewesen, muss ich zugeben.😀

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    • Das ist doch toll! Meine vierjährige Tochter wäre auch ganz heiß auf den Film, doch wäre er noch nichts für sie. Alleine die Szene mit den Wölfen würde ihr noch schlaflose Nächte bereiten. In ein, zwei Jahren dann aber…🙂

      Wenn du übrigens „Frozen“ nicht nervtötend fandest, dann wäre es vielleicht doch mal an der Zeit bei klassischeren Disneys à la „Aladin“ oder „Arielle“ reinzuschauen. Die sind eher noch weniger kitschig, als dieser hier.

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