Gravity (2013) (WS1)

Als ich vor etwas über einem Jahr Alfonso Cuaróns „Gravity“ im Kino sah, war ich davon begeistert. Ziemlich begeistert sogar. Gleichzeitig hatte ich aber auch die starke Vermutung, dass die Begeisterung ihren Ursprung hauptsächlich in der großartigen Technik hatte, die ich während der Erstsichtung genießen durfte. In IMAX 3D mit Dolby Atmos war der Film atemberaubend – wie jedoch sah es in 2D auf 42 Zoll und mit 2.1-Ton aus?

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Erstaunlicherweise gar nicht einmal so anders. Der Film hatte mich bereits wieder aber der ersten Minute in seinen Bann gezogen. Die Handlung lässt uns Zuschauern keine Verschnaufpause und die von Sandra Bullock verkörperte Hauptfigur Dr. Sarah Stone stolpert von einer Katastrophe in die nächste. Mitreißend und – ja, auch auf kleinem Bildschirm und in 2D – atemberaubend. Nachdem ich nun einen Blick in das absolut sehenswerte Making of werfen konnte, habe ich noch mehr Respekt vor den Filmemachern. Mit „Gravity“ kann man jetzt schon einen Blick in die Zukunft des Kinos werfen.

Und wie funktioniert „Gravity“ mit bereits bestehender Kenntnis der einzelnen Handlungselemente? Erstaunlich gut. Die Geschichte wirkte auf mich dieses Mal noch kondensierter und fokussierter. Sehr angenehm in Zeiten überlanger Blockbuster. Auch emotional konnte mich Cuaróns futuristisches Überlebensdrama erneut packen; vielleicht sogar noch mehr als beim ersten Mal. Die Symbolik der Wiedergeburt ist omnipräsent, doch macht dies im Rahmen eines solch persönlichen Katastrophenfilms auch absolut Sinn.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass ich immer noch von „Gravity“ begeistert bin. Ich hätte nicht gedacht, dass ich nach nur einem Jahr wieder so viel Lust auf den Film haben würde. Er funktioniert auch in den eigenen vier Wänden immer noch fantastisch. Sollte irgendwann einmal ein Upgrade des Heimkinos anstehen, dann wird „Gravity“ wohl einer der ersten Filme sein, die es einweihen dürfen – und dann auch wieder gerne in 3D. Er war mir erneut ein Vergnügen, Herr Cuarón: 9/10 Punkte.

16 Gedanken zu “Gravity (2013) (WS1)

  1. Ich selbst finde ja, die Handlung baut mit jeder Sichtung mehr ab. Spätestens beim Rumgejaule mit den Chinesen denk ich mir „Ist gut“ – auch das Thema der Wiedergeburt nach dem *seufz* Tod des Kindes find ich leidlich originell. Scheue mich allein wegen der schlecht ausgearbeiteten Handlung daher vor der 3. Sichtung (nachdem der Film schon gut 1 Punkt zwischen 1. und 2. Sichtung einbüßte), obschon der Film natürlich technisch – auch ohne Kenntnis des „Making Ofs“ – superb ist.

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    • Dass Themen, wie der Verlust eines Kindes, bei mir auf nahrhaften Boden stoßen, dürfte inzwischen wohl keine Überraschung mehr sein. Ich finde übrigens auch nicht, dass die Handlung sonderlich komplex ist und die Charaktere viel zu bieten haben, aber in Kombination mit den wirklich mitreißenden Set Pieces fügt sich das alles zu einem ca. 80-minütigen Höllenritt zusammen, der mich einfach nur begeistert. Hinzu kommt, dass ich – wenn natürlich auch auf ganz anderem Niveau – selbst ein paar Jahre im CGI/Compositing-Bereich gearbeitet hatte, was mir für die in dem Film dargebotenen Leistungen nur Ehrfurcht abringt.

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      • Der Verlust des Kindes ist ja hier lediglich ein hingeworfener Brocken, um einen Charakter-Tick zu erklären – der Film setzt sich mit der darin innewohnenden Tragik gar nicht auseinander. Letztlich hätte man das auch einfach ganz fallen lassen können. Ohne Space Shuttle im Erdorbit auf sich allein gestellt rumzuschweben ist beängstigend genug, da braucht es kein totes Kind oder einen fremdgehenden Partner als banalen Nebenplot in meinen Augen. Die technische Umsetzung reißt hier schon viel raus, da geb ich dir Recht.

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      • Man hat der Figur irgendeinen Hintergrund schreiben müssen, der ihren Wandel erklärt – von Das Leben hat mir eh nichts mehr zu bieten zum zurückgewonnenen Lebenswillen. Der Verlust eines Kindes ist – wie auch Clooneys Charakter feststellt – das Schlimmste was passieren kann. Das weiß auch jeder Zuschauer, somit konnte man die Hintegrundgeschichte knapp halten und dennoch die nötigen Emotionen hervorrufen. Fand ich in dem Rahmen wirklich schlüssig.

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  2. Hätte ich nicht erwartet, aber das macht Laune auf ein Wiedersehen. Wobei mich schon im Kino die Technik in ihren Bann zog. Die Handlung empfand ich dabei als immer anstrengender. Mir war es leider zu sehr mit Tragik zugekleistert, dass es bei mir gar nicht mehr gezündet hat. Und beim Ende… hätte nur noch gefehlt dass ein Dino durchs Bild läuft. (Hätte sogar irgendwie gepasst). Naja, mal sehen wie es beim zweiten Mal wirkt, habe dank deinem Text Hoffnung geschöpft. Die Plansequenz ist einfach der Wahnsinn.

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    • Im Grunde ist der Film ein simpler Katastrophenthriller in ungewohntem Setting. Das macht ihn in meinen Augen auch so sympathisch. Einfach 80 Minuten Nervenkitzel ohne Durchschnaufen. Die letzte Szene fand ich im Kino auch fast ein wenig zuviel des Guten, doch macht sie im Kontext der Wiedergeburt einfach Sinn. Sie kriecht natürlich nicht aus dem Schlamm, sie ist jetzt schon so weit gekommen, lächelt ihrem Schicksal entgegen und steht auf. Symbolik pur, aber doch mitreißend. Fand ich zumindest…🙂

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  3. Seltsam, dass du den Film als „kondensierter und fokussierter“ empfindest – nach dem vierten oder fünften Zusammenstoß stellte sich halt doch die typische Blockbuster-Langeweile ein. Alles schon passiert, alles schon überstanden. 70 Minuten hätten es auch getan. Ich habe den Film alles in allem wirklich genossen, aber ein Meilenstein der SciFi-Geschichte ist er nun nicht gerade.

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    • Ich nehme den Film weniger als Sci-Fi-Meilenstein wahr, denn als Katastrophenthriller in ungewöhnlichem Setting – und als solcher funktioniert er tadellos. Ich empfand die unterschiedlichen Handlungselemente zudem nicht als redundant, sondern als Crescendo, das sich am Ende emotional und inhaltlich entlädt. Nimmt man noch die audiovisuellen Aspekte hinzu, besitzt der Film für mich tatsächlich fast schon Klassikerstatus.

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