The Walking Dead – Season 3

Wie im vergangenen Jahr die zweite Staffel, hat mich auch „The Walking Dead – Season 3“ stark in ihren Bann gezogen. Dabei ist es mir anfangs schwer gefallen, mich nach dem ruhigen Aufbau des Vorjahres an das neue Tempo zu gewöhnen – auch wenn dies viele Zuschauer anders sahen und die vorübergehende Ausrichtung auf Action und Splatter willkommen hießen. Bietet das dritte Jahr also ein grundlegend anderes Serienerlebnis?

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Im Gegensatz zu vielen anderen Zuschauern mochte ich das in der zweiten Staffel präsentiere Setting „Unsere kleine Farm“ während der Zombie-Apcalypse sehr gerne. Man vergaß mitunter die stets vorhandene Bedrohung, weshalb die Angriffe der wandelnden Toten meist noch viel drastischer wirkten. Ganz anders der Beginn der dritten Staffel: Unsere Helden wirken abgeklärt und eine knallharte Zombie-Metzelei folgt auf die Nächste. Das war mir schon fast zuviel des Guten, machte im Gesamtzusammenhang der Staffel aber Sinn, denn spätestens mit Auftreten des Governors entsteht ein ganz neues Spannungsfeld – und die Zombie-Apocalypse verkommt abermals zum reinen Setting für menschliche Dramen.

Den Mittelteil der Staffel (ca. Episode 4 bis Episode 10) fand ich am stärksten: Es kommt zu interessanten Konstellationen, Beziehungen werden auf die Probe gestellt und die Spannungsschraube wird beständig angezogen. Leider verpufft der aufgestaute Druck im weiteren Verlauf ein wenig, doch mit den letzten beiden Episoden gibt es noch einmal Drama par excellence zu sehen. Das Warten auf die kommende Staffel wird folglich nicht einfach werden, doch hat es sich dieses Jahr auf jeden Fall gelohnt. Mal sehen, welchen Weg die Showrunner nun einschlagen und ob ich es bis dahin schaffe, doch einmal in die Vorlage reinzulesen.

Auch wenn die dritte Staffel von „The Walking Dead“ aufgrund so mancher dramaturgischer Entscheidung nicht perfekt ist, so wurde ich doch bestens unterhalten. Und wer weiß schon, ob man in solch einer Zombie-Apokalypse selbst stets einen kühlen Kopf bewaren und sinnvolle Entscheidungen treffen würde? Hat definitiv Spaß gemacht und ich bin immer noch erstaunt, wie sich solch eine Genrenische im Mainstream-TV etablieren konnte – und dazu noch so erfolgreich. Gerne mehr davon: 9/10 (8.5) Punkte.

17 Gedanken zu “The Walking Dead – Season 3

  1. Für mich die bis dato beste Staffel der Untoten. Gerade die Episoden 1-8 hauten voll rein, da konnte der Rest nicht mehr mithalten. Ich werde wohl nicht mehr eine Season erleben, wo von Anfang bis Ende ohne Durchhänger geliefert wird. Scheint fast schon ein Trademark der Show zu werden.

    Warst du vom Finale nicht enttäuscht? Gerade die Kenner der Vorlage waren da ja schwer entsetzt. Einer der Momente, wo ich froh war, den Comic eben nicht zu kennen.

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    • Ja, die ersten 8 Episoden waren wirklich stark was Tempo und Action angeht. Fast schon zu stark. Da habe ich mich fast nach meiner kleinen Farm zurückgesehnt…😉

      Durchhänger gab es tatsächlich immer mal wieder und auch dem Finale ist ein wenig die Puste ausgegangen, das stimmt. Allerdings fand ich es fast schon erfrischend auf solch einer ruhigen Note und ohne Cliffhanger zu enden. Irgendwie friedlich. Warum nicht?

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  2. Irgendwie wundert es mich ja nicht, dass diese Staffel, die im Grunde fast überall nur auf Missfallen stieß, hier mit den – *hust* obligatorischen *hust* – 9 von 10 Punkten bedacht wird😀

    Ich fand die erste handvoll Episoden (überraschend) stark und dann passiert leider das, was bei TWD immer passiert – die Handlung dreht sich im Kreis. Die vierte Staffel ist da nochmals ein qualitativer Niedergang. Im Grunde erschreckend, wie wenig die Showrunner mit dem Material anzufangen wissen.

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    • Hmm, da musst du andere Quellen lesen, als ich. Die dritte Staffel wurde doch überall abgefeiert bis zum Geht-nicht-mehr. Es war die zweite, die nur Schelte bekommen hat – und die mir persönlich besser gefallen hat, als die dritte. Wundert mich aber auch nicht, dass du natürlich weniger gefallen daran gefunden hast und dir die Serie dennoch weiterhin anschaust…😉

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  3. Also, ich bin begeistert von der Serie und vor allem von Staffel 3. Meiner Meinung nach eine willkommene Abwechslung, nachdem es in Staffel 2 ein wenig schleppend verlief (eeeeeendlich ist Shane weg! Der ging mir voll auf den Keks.)

    Allerdings finde ich auch die bisher erschienen Folgen der 4. Staffel richtig gut, vor allem Folge 7 und 8. Ich finde die Figur des Governors aber auch ziemlich interessant. Wundert mich ein wenig, dass der Poster vor mir so wenig gefallen dran gefunden hat. Darf man fragen, woran’s liegt? Dass die Handlung sich ein wenig im Kreis dreht, ist hier natürlich zu erwarten, fand ich jetzt aber nicht so schlimm, sondern eher spannend.

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    • Also ich fand ja den eher schleppenden Verlauf der zweiten Staffel gerade so gelungen. Dennoch hat mich auch die dritte Staffel sehr begeistert!

      Was die vierte Staffel angeht, so kann ich leider noch nicht mitreden. In einem Jahr dann. Den Governor finde ich auch spannend, besonders wie er jetzt nach der Niederlage weiter vorgehen wird. Einerseits besitzt er ja viel Charisma, andererseits ist er ein kompletter Nut job. Dürfte noch interessant werden. Aber bitte keine Spoiler!😉

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  4. Das ist ja mal eine Serie bei der die Meinungen drastisch auseinander gehen. Ich für meinen Teil bin ganz deiner Meinung und fand die 3. Staffel sogar noch ein bisschen stärker.

    Ich würde dir raten die Comicvorlage nicht zu lesen, oder vielleicht erst wenn die Serie zu Ende ist. Das Comic hat nämlich durchgehen ein sehr schnelles Tempo, ist viel gewalttätiger, viel mehr Leute sterben und die Handlung bewegt sich sehr schnell vorwärts. Das ist auch der Grund, warum den meisten die die Vorlage kennen, die Serie nicht gefällt, denn sie weicht in all den Punkten sehr ab. Der Governor z.B. ist in der Serie fast nett im Vergleich zum Comic.

    „Wie sich solch eine Genrenische im Mainstream-TV etablieren konnte“, frag ich mich auch des Öfteren.

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    • Ich hatte die ersten 10 Episoden der dritten Staffel fast komplett in einer Woche gesehen, was dem Serienerlebnis deutlich zugute kam. Für die restlichen sechs Episoden hatte ich dann nur sporadisch Zeit. Vielleicht auch ein Grund, warum ich diese schwächer wahrgenommen habe. Ich war einfach nicht mehr so drin.

      Die Comicvorlage ist noch gewalttätiger? Es sterben noch mehr Leute? Der Governor ist noch krasser drauf? Für mich waren das eigentlich schon alles Extreme in der Serie. Besonders der Gewaltgrad. Hmm, mal sehen. Irgendwann schau ich bestimmt mal rein. Besonders da die Handlung ja auch von der Serie abweichen soll. Aber die liebe Zeit halt.

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  6. Ich habe mir die dritte Staffel durch die Comics total versaut. In fast allem wurde ich enttäuscht, weil die Serie halt wirklich ganz andere Wege beschreitet als der Comic. Ohne die Comics hätte mir die dritte Staffel vielleicht auch mehr zugesagt, aber so war ich dann doch irgendwie sehr enttäuscht.

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    • Vielleicht doch gut, dass ich die Comics nicht gelesen habe. Hier muss man wohl zwischen beiden Medien trennen und vielleicht ist es ja auch als Vorteil zu sehen, dass man zwei verschiedene Geschichten in dieser Welt erzählt bekommt?

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