Rent (2005)

Die Kinder sind immer noch krank. Ich bin müde. Dennoch ist es Freitagabend und somit Zeit für einen Film. Die Wahl fiel heute auf die Musical-Verfilmung „Rent“, welche bereits seit einiger Zeit bei mir im Regal steht. Das Musical war mir zwar ein Begriff, doch ist Chris Columbus‘ Filmversion erst mit der zweiten Staffel der TV-Serie „Smash“ auf meinem Radar erschienen, deren Show-in-der-Show „Hit List“ lose nach dem ungewöhnlichen Broadway-Hit gestaltet wurde…

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Ich mag Musicals. Auch im Film. Dennoch war es zu Beginn wieder ein wenig befremdlich die Schauspieler in perfekter Choreografie singen zu sehen, besonders da die real wirkenden Sets sehr bühnenhaft eingesetzt werden. Nach ein paar Minuten war ich jedoch drin und mit der Zeit habe ich auch die Kameraarbeit zu schätzen gewusst, die einerseits bewusst filmisch ist, den Schauspielern aber auch genügend Platz für ihre Performance lässt. Hinzu kam die mitreißende Musik und die stets fortschreitende Handlung, die mich auch bald emotional für sich vereinnahmte.

Die Handlung von „Rent“ ist ungewöhnlich für ein Musical: Lose auf Puccinis „La Bohème“ basierend, erzählt Jonathan Larson die Geschichte erfolgloser Künstler, die versuchen ihren Platz in New York City zu finden. Starke Themen sind Homosexualität und Aids, Armut und Selbstaufgabe. Auch vor Todesfällen macht das Musical nicht halt. Es ist nahe am Leben dran und dennoch artifiziell. Eine seltsame Mischung, die aber funktioniert und von den mitreißenden und kraftvoll vorgetragenen Songs lebt.

In manchen Momenten mag der Film ein wenig zu glatt und auf Hochglanz getrimmt inszeniert sein, doch hat man die Stimmung der späten 80er/frühen 90er Jahre samt der damals und auch heute noch relevanten Themen gekonnt und auf recht spezielle Art und Weise eingefangen. Natürlich lebt diese Atmosphäre auch besonders von den Schauspielern, die nahezu allesamt der Originalbesetzung des Musicals entsprechen – inklusive einiger bekannterer Gesichter, wie z.B. Taye Diggs oder Idina Menzel (u.a. „Glee“).

Wenn man über „Rent“ schreibt, muss man natürlich auch den tragischen Tod des Autoren und Komponisten Jonathan Larson erwähnen: Er verstarb mit 35 Jahren am Tag der Premiere. Auch wenn die Filmversion teils etwas zu poliert erscheint, so strahlt sie doch diese besondere und ungewöhnliche Energie aus, die das Musical zu berühmt machte. Musicalfreunde sollten auf jeden Fall einmal reinschauen: 8/10 Punkte.

5 Gedanken zu “Rent (2005)

    • „Team America: World Police“ habe ich dagegen nicht gesehen. Die Parodie ist schon ziemlich treffend, war damals aber gerade das Thema und so verarbeitet hat man es auch noch nie gesehen. Ich zumindest bin froh das Musical bzw. den Film für mich entdeckt zu haben.

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