Kevin: Allein zu Haus – OT: Home Alone (1990)

Während die gesamte filmische Blogosphäre Kritiken zu Peter Jackson jüngstem Ausflug nach Mittelerde verfasst, schreibe ich heute meine erste Filmkritik nach knapp sieben Wochen unfreiwilliger Pause. Die Wahl fiel mit „Kevin: Allein zu Haus“ auf einen der Jahreszeit angemessenen und wohlbekannten Klassiker meiner Jugend. Ob die erste Sichtung seit bestimmt 12-15 Jahren an den Erfolg von damals anschließen konnte?

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Früher war „Home Alone“ einer dieser Filme, bei denen man eben eingeschaltet hat bzw. die Eltern überredete einzuschalten. Zwar war ich bei den ersten TV-Ausstrahlungen schon etwas älter, als der im Deutschen titelgebende Kevin, doch hatte der Film bei mir ganz klar einen Nerv getroffen. Als Teenager habe ich ihn dann jedoch aus den Augen verloren und so war ich heute umso erfreuter, zu erkennen, was John Hughes und Chris Columbus damals tatsächlich geschaffen haben: einen der zurecht großen Weihnachtsklassiker meiner Generation.

John Hughes hatte schon immer ein Händchen dafür die Gefühle von Kindern bzw. meist Jugendlichen auf die Leindwand zu bannen und ihnen somit eine Stimme zu geben. Auch wenn „Kevin: Allein zu Haus“ anders ist, als die meisten seiner Filme, so lassen sich gewisse Themen doch auch darin wiederfinden. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern wird in der Eingangsszene herrlich auf die Spitze getrieben und der wohl nur allzu bekannte Wunsch endlich einmal alleine sein zu wollen, bildet die Grundlage eines Feuerwerks aus Slapstick auf der einen und berührenden Weihnachtsszenen auf der anderen Seite.

Es ist schon erstaunlich, wie einen die Erinnerung trügen kann. Die eigentliche Konfrontation Kevins mit den beiden tölpelhaften Einbrechern (grandios gespielt von Joe Pesci und Daniel Stern) dauert tatsächlich nicht einmal 20 Minuten, doch hätte ich schwören können, dass diese Szenen einen Großteil des immerhin 100-minütigen Films ausmachen. Dennoch sind es gerade der Spannungsaufbau sowie Kevins Auskosten des Alleineseins, die den Ton setzen und „Home Alone“ wohl für nahezu alle Zielgruppen zu solch einem durchschlagenden Erfolg werden ließen.

Obwohl Chris Columbus‘ Weihnachtskomödie heute bereits über 20 Jahre alt ist, so wirkt sie immer noch erstaunlich frisch und ich musste bei den Slapstickeinlagen erneut herzlich lachen. Man mag von Macaulay Culkin – der mir mit „My Girl“ eines der traumatischsten Filmerlebnisse meiner Jugend bescherte – halten, was man will, doch damals war er wahrlich die perfekte Wahl für Kevin McCallister. Die Bewertung mag nostalgisch gefärbt sein, doch ist „Kevin: Allein zu Haus“ auch heute noch einer der am besten durchkomponierten – und das nicht nur aufgrund John Williams‘ famosen Scores – Feiertagsfilme: 9/10 Punkte.

25 Gedanken zu “Kevin: Allein zu Haus – OT: Home Alone (1990)

    • Ja, ich hab mir das Blu-ray-Doppelpack vor ein paar Tagen gegönnt. Die Qualität ist recht ordentlich. Zwar wurde – soweit ich das erkennen kann – etwas an der DNR-Schraube gedreht, doch sind die Details gut zu erkennen und die Farben (evtl. leichter Rotstich) auch schön kräftig. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß mit der Scheibe und den Film noch nie in solch einer Qualität gesehen – zumal die DVD ja recht grottig sein soll…

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    • Auch ich musste wieder kräftig schlucken. Ebenso bei der Versöhnungsszene am Ende. Jedes Mal. Aber auch das macht eben den Film aus: diese seltsame Mischung aus beinahe schon Anarcho-Slapstick und vorweihnachtlichen Gefühlen.

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  1. „Fuller macht immer ins Bett, wenn er Pepsi getrunken hat!“
    Keine Ahnung, warum mir grade die Szene so im Gedächtnis geblieben ist. Schöner Weihnachtsfilm, der, würde ich ihn jetzt noch einmal sehen, womöglich hauptsächlich aus nostalgischen Gründen punkten würde. In der damaligen Zeit hatte ich mir sogar andauernd die „Romane“ zum Film von Bastei-Lübbe gekauft, so auch zu diesem Film. Furchtbare Machwerke…

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    • Hehe, ist ja auch ein grandioses Zitat!

      Bestimmt funktioniert der Film heute nur noch so gut, weil man ihn eben von früher kennt und schöne Erinnerungen mit ihm verbindet. Aber das muss auch sein, denn so hat jeder einen wunderbaren Fundus an persönlichen Klassikern. Einige davon scheinen sogar generationsübergreifend zu funktionieren, wie eben auch „Kevin: Allein zu Haus“.

      Ich hatte damals nur Romane zu TV-Serien à la „Alf“ – waren genauso doof, aber ich fand sie irgendwie toll…😉

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  2. Ein MUSS zu Weihnachten. Mir allerdings gefällt der zweite Teil irgendwie besser. Mag vielleicht daran liegen, dass New York zur Weihnachtszeit einfach toll aussieht😉 Wird auf jedenfall noch geguckt vor Weihnachten!

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  3. auf DVD oder Blu Ray hab ich nicht, aber der wird ja zur Weihnachtszeit irgendwo im TV laufen und da heißt es wieder: mi einer Tasse Keksen und einer kuschligen Decke vor dem Fernseher sitzen und mal eben in die Vergangenheit reisen .D

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    • Ja, das klingt sehr gemütlich. Ähnlich war es gestern bei mir auch. Da ich kaum noch TV schaue kommt mir die Veröffentlichung solcher Klassiker auf Blu-ray bzw. DVD schon recht, zumal ich sie sehr gerne auch mal im O-Ton genieße. Ist dann meist ein ganz neues Erlebnis…

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  4. Vielleicht schaff ichs noch, mir den vor Weihnachten zu kaufen. Ansonsten wird eben wieder die alljährliche TV-Ausstrahlung geguckt…😉
    Aber was war denn das mit „My Girl“? Traumatisches Filmerlebnis?

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    • Die Blu-rays lohnen sich auf jeden Fall. Recht günstig und der Qualitätszuwachs zum TV ist auf jeden Fall gegen, zumal es ja ein Film ist den man zumindest alle paar Jahre wieder anschauen kann.

      Ja, „My Girl“. Sehr traumatisch! Damals im Freundeskreis geschaut und eine Komödie à la „Home Alone“ erwartet. Doch dann kamen sie unweigerlich, die Tränen – und das in einem Alter, in dem es natürlich als äußerst uncool angesehen wird zu weinen. War ich nach dem Film fertig…

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