Air Force One (1997)

An manchen Filmen sieht man wie alt man geworden ist. Als ich Wolfgang Petersens „Air Force One“ damals im Kino sah war ich gerade einmal 17 Jahre alt. Danach habe ich noch ein paar TV-Ausstrahlungen mitgenommen, doch wirklich begleitet hat mich der Film beim Erwachsenwerden nicht. Vielleicht hatte ich ihn deshalb auch noch als recht modern in Erinnerung – und vielleicht hat mich sein Alter deshalb auch fast schon etwas erschrocken…

Man sieht es vor allem an Frisuren, Kleidung und Technik. Früher hatte man dieses Gefühl bei Filmen aus den 70er und 80er Jahren, doch mit der Zeit wirken auch die modernen Kinostarts der eigenen Jugend angestaubt. Es ist immer wieder faszinierend, wie die eigene Wahrnehmung hier funktioniert. Diese Anmerkungen sollen jedoch nicht die Qualität des Films in Frage stellen, denn er wirkt nach wie vor flott inszeniert und kommt mir heute mehr denn je wie „Stirb langsam“ über den Wolken vor. Aus heutiger Sicht sind John McClane und Präsident James Marshall also näher zusammengerückt, als ich mir dies vor 15 Jahren jemals hätte träumen lassen.

Bereits damals – wohlgemerkt vor den Terroranschlägen vom 11. September – wurde der Hurra-Patriotismus des Films gescholten. Heute wirkt „Air Force One“ durch die folgenden realen Ereignisse oft noch absurder, aber teils auch erschreckend nah dran an der amerikanischen Politik der Bush-Ära. Wobei der von Harrison Ford dargestellte Präsident mit George W. Bush natürlich nicht zu vergleichen ist. Mir ist es nicht schwer gefallen die politischen Untertöne auszublenden und mich auf den reinen Spaßfaktor zu konzentrieren, was den Film erneut zu einem rundum gelungenen Erlebnis machte.

Wer sich gerne in der fiktiven US-Politik tummelt, handgemachte 80er/90er Action mag und fragwürdige Handlungselemente nicht bis ins Detail analysiert, der dürfte auch heute noch viel Spaß mit Wolfgang Petersens Ausflug über die Wolken haben. Zwar schafft es der Film nicht ganz unter die Genreklassiker, doch wer nach der hundertsten Sichtung der „Stirb langsam“-Reihe etwas Abwechslung braucht, der ist mit „Air Force One“ gut beraten: 7/10 Punkte.

35 Gedanken zu “Air Force One (1997)

    • Puh, ich weiß gar nicht mehr, ab wann der damals bei uns im Kino lief. Mag schon sein, dass er gekürzt war. Kann man sich auf jeden Fall heute noch gut anschauen. Ein schöner Old-School-Actioner.

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      • Hatte da vor Jahren mal in der OFDB geschaut, da ist er für Deutschland gekürzt angegeben.
        Nachgeschaut hatte ich das, weil ich mich gewundert habe wie ich damals wohl ins Kino gekommen bin, da die DVD ja FSK: 16 ist.
        Zwar gibt es Fälle wo ein Film im Kino ab 12 und auf DVD ab 16 ist, aber Air Force One war scheinbar dafür gekürzt worden.

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      • Mag schon sein, dass der damals gekürzt lief. Ist aber auch schon wieder so lange her, dass ich mich wahrlich nicht mehr daran erinnern, kann ob es im Kino genauso viele blutige Einschüsse gab, wie gestern auf der Blu-ray…😉

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  1. Ihr habt wohl „Dave“ vergessen… Und natürlich, für mich eigentlich die beste Nennung hier, Jack Nicholson in „Mars Attacks“. (Könnte aber noch so Beispiele wie Lloyd Bridges in „Hot Shots 2“ bringen…😉 )

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    • Jetzt aber nicht einfach anfangen alle fiktiven US-Präsidente zu nennen! Das muss man schon differenzierter betrachten… obwohl Jack Nicholson in „Mars Attacks!“ schon auch recht witzig war.

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  2. Die find ich aber alle klasse😀
    Aber ok, dann nenne ich Abraham Lincoln. In diversen Filmen. Vor allem in „Abraham Lincoln, Vampire Hunter“, auch wenn er da noch kein Präsident ist, und ich den Film noch nicht gesehen habe😉

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    • Stimmt, der kommt ja auch noch demnächst. Ich bleibe bei Jed Bartlet. Der einzig wahre fiktive US-Präsident. Einen gewissen Unterhaltungswert möchte ich den von dir genannten jedoch nicht absprechen…😉

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  3. Pingback: In the Line of Fire: Die zweite Chance (1993) | Tonight is gonna be a large one.

  4. Pingback: Air Force One (1997) | Film-Blogosphäre

  5. Bei dir war es im Kino, bei mir im TV. Und trotzdem behält man ihn bzgl. der eigenen Jugend gerne in Erinnerung. Vermutlich ginge es mir ganz genauso wie dir, wenn der in naher Zukunft wieder laufen sollte.
    Der Zahn der Zeit nagt einfach an allem, was nicht in den Jungbrunnen gefallen ist… manches macht es immerhin noch nostalgischer und Air Force One ist ein angenehmes Beispiel dessen.

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