Crazy, Stupid, Love. (2011)

Die Voraussetzungen für einen gelungenen Filmabend waren denkbar schlecht: Arbeitsstress bis zur letzten Minute, die gesamte letzte Woche zu wenig Schlaf bekommen und ein generelles Gefühl der Abgeschlagenheit. Doch erstaunlicherweise schlief ich bei „Crazy, Stupid, Love.“ – ganz im Gegensatz zu jedem anderen Abend dieser Woche – nicht völlig K.O. auf dem Sofa ein. Nein, ich hatte über die gesamten 118 Minuten Laufzeit enorm viel Spaß und ein beständiges Lächeln auf den Lippen – und dies hat wahrlich schon lange keine (romantische) Komödie mehr geschafft…

Aus der Prämisse des Films hätte man zweifellos auch eine der zurzeit so angesagten Brachialhumor-Komödien (z.B. „Kill the Boss“) machen können. Ein Familienvater (Steve Carell, „The Office“) trifft nach seiner Scheidung auf einen Womanizer (Ryan Gosling, „The Notebook“), der ihn unter seine Fittiche nimmt um einen richtigen Mann aus ihm zu machen. Das Regie-Duo Glenn Ficarra und John Requa zauberte daraus jedoch eine herzerwärmende und dennoch unglaublich lustige Komödie voller Witz und mit ausnahmslos sympathischen Charakteren. Warum sieht man so etwas nicht öfter? Im Gegensatz zu den erfolgreicheren – aber deutlich schwächeren Genrekollegen – hat man von „Crazy, Stupid, Love.“ nicht wirklich viel gehört, was für mich absolut unverständlich ist.

Die Geschichte ist nicht sonderlich temporeich und hat deshalb auch die nötige Zeit ihre Charaktere entsprechend zu entwickeln. Besonders Steve Carells gehörnter Cal Weaver wächst einem schnell ans Herz. Wirklich fantastisch gespielt! Schön ist auch, dass es keine klischeehaften Feindbilder gibt und man jeder Figur ihre Beweggründe abnimmt. Ryan Gosling bildet den perfekten Gegenpart, der in jedem Entwicklungsstadium seines Charakters zu überzeugen weiß. Hinzu kommen Emma Stone, Julianne Moore und Marisa Tomei als Love Interests, die erfrischenderweise auch fern der typischen Genreklischees agieren. Besser hätte man das Ensemble nicht besetzen können.

Erfrischend fand ich, dass man nicht jeden offensichtlichen Gag mitgenommen hat und zudem eine Geschichte abseits der Situationskomik zu erzählen wusste. Die Wendung des Films hatte ich somit überhaupt nicht vorausgesehen und war an der relevanten Stelle bestimmt für fünf Minuten mit einem dicken Grinsen vor dem Fernseher gesessen. Grandios! Auch im weiteren Verlauf des Films wurden schmalzige Szenen (z.B. Cals Rede vor der Abschlussklasse) glücklicherweise nur sehr dezent eingesetzt und man hat den Figuren ihre Handlungen stets abgenommen. Das offene, aber dennoch hoffnungsvolle Ende hat mich letztendlich glücklich aus dem Film entlassen. Schön, einfach nur schön!

„Crazy, Stupid, Love.“ dürfte wohl die positivste Überraschung sein, die ich seit langer Zeit sehen durfte. Ein famoses Ensemble in einer durchdachten und liebenswerten Geschichte, die zudem noch unglaublich lustig ist. Wer hätte das gedacht? Ich kann den Film nun all jenen ans Herz legen, die den Glauben an gute Romantic Comedies verloren haben, sowie denen, die mit dem Genre sonst nichts anzufangen wissen. Ein fantastischer Film, der einfach nur glücklich macht: 9/10 Punkte.

12 Gedanken zu “Crazy, Stupid, Love. (2011)

  1. Nein, schlecht war „Kill the Boss“ nicht, doch insgesamt eher platt und vorhersehbar. Da ist „Crazy, Stupid, Love.“ ein ganz anderes Niveau. Ich habe ihn auch neulich in der Amazon-Osteraktion mitgenommen und das war der beste Blindkauf seit langer Zeit. Ich bin immer noch ganz begeistert…

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  2. Selbst wenn man Carell nicht als den begnadeten Komiker sieht, der er ist, dann dürfte man mit Ryan Gosling und Emma Stone noch mindestens zwei gute Gründe zum Einschalten haben – und hey, außerdem bin ich ja wach geblieben…😉

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  3. Hmm, das überrascht mich jetzt extrem das Review. Als der Film im Kino lief hat ein Kicker-Turnier darüber entschieden ob wir uns diesen ansehen oder „Cowboys vs. Aliens“. Ich war für die Cowboys, was im Nachhinein ja nicht so toll war. Ich war aber auch eigentlich nur gegen „C. S. L.“ weil ich mir die Synchro nicht antun wollte.

    Jetzt kommt er aber definitiv noch auf meine Liste, denn das was du da schreibst klingt super.

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  4. „Cowboys vs. Aliens“ steht auch noch auf meiner Liste, doch bei diesem habe ich meine Erwartungen schon extrem heruntergeschraubt. Übrigens hätte ich „Crazy, Stupid, Love.“ ebenso beinahe im Kino gesehen, jedoch auch aufgrund der Synchro auf die Sichtung verzichtet. Im Heimkino hat man dann glücklicherweise die Wahl…🙂

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  8. Ich muss sagen ich war von Crazy, Stupid, Love auch positiv überrascht. Hab ihn damals nur gesehen, weil Freunde von mir ihn sehen wollten und ich nichts besseres vor hatte… Aber ich fand ihn wirklich gut

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    • Manchmal muss man eben zu seinem Glück gezwungen werden…😉

      Ich war ja zunächst – aufgrund des Genres – auch etwas skeptisch, doch nun habe ich ihn als sehr gut in Erinnerung. Wird Zeit, dass ich ihn mal wieder anschaue.

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  9. Pingback: Blogparade: My 100 Greatest Films of the 21st Century (So Far) | Tonight is gonna be a large one.

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