Der Plan – OT: The Adjustment Bureau (2011)

Manche Filmen sieht man sich aufgrund von großen Namen an, andere wegen ihrer Auszeichnungen oder herausragender Kritiken – und dann gibt es noch Filme, deren Prämisse ist Grund genug für eine Sichtung. Wie bei so vielen anderen Filme dieser Art steckt auch hinter „Der Plan“ eine Kurzgeschichte des berühmten Sci-Fi-Autors Philip K. Dick, der uns u.a. auch die Vorlagen zu „Blade Runner“ oder „Minority Report“ bescherte. Ist es Regisseur George Nolfi gelungen an die großen Genreklassiker anzuschließen?

Interessanterweise schlägt „The Adjustment Bureau“ einen anderen Weg ein, als man zunächst erwarten würde. Es wäre vermutlich naheliegender gewesen aus der Grundidee einen astreinen Sci-Fi-Thriller zu machen, einen Actionfilm oder ein Politdrama – doch man hat sich für eine Romanze entschieden. Die titelgebende Regulierungsbehörde tritt meist in den Hintergrund und räumt dem zentralen Liebespaar viel Freiraum ein, was einerseits die Glaubwürdigkeit der aufkeimenden Beziehung unterstützt, andererseits jedoch viele Fragen offen lässt. Glücklicherweise gelingt es George Nolfi die Geschichte in den kritischen Momenten stets mit so hohem Tempo voranzutreiben, dass man als Zuschauer über gewisse Logikfehler gerne hinwegsieht.

Vorbestimmung oder Entscheidungsfreiheit? Schicksal oder freier Wille? Themen wie diese sind nicht neu im Kino. Ja, selbst das TV-Phänomen „Lost“ drehte sich einzig und allein um diese entscheidende Frage. Auch „Der Plan“ hält keine Antwort parat. Er entlässt uns Zuschauer mit der Hoffnung, dass unser freier Wille zählt und dass unser Schicksal – wenn man nur stark genug kämpft – nicht unausweichlich ist. Ein hoffnungsvolles Ende, das jedoch nur zu leicht davon ablenkt, dass man sich um eine echte Auflösung gedrückt hat. Zumindest ein wenig. Doch wäre eine solche befriedigender gewesen?

George Nolfi ist mit „The Adjustment Bureau“ ein wunderbar klassisch inszenierte Mysteryromanze gelungen, die zwar zum Nachdenken anregt, letztendlich aber auf reinem Unterhaltungsniveau bleibt. Das Schicksal als graue Behörde zu inszenieren, deren Beamte sich schon einmal nach dem nächsten Urlaub sehnen, lässt übrigens noch ein weiteres Genre offen, das passend für die Prämisse gewesen wäre: die Komödie. Philip K. Dicks Idee funktioniert jedoch auch als Romanze tadellos: 7/10 Punkte.

6 Gedanken zu “Der Plan – OT: The Adjustment Bureau (2011)

  1. Ich hab von dem Film nichts – oder nur Schlechtes – erwartet und wurde positiv überrascht. Ist letztlich trotz der inhaltlichen Schwächen und Matt Damon dennoch ein guter Film geworden. Wertung kann ich so unterschreiben!🙂

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  2. Ich habe den vor einiger Zeit ja auch mal bei uns besprochen und mochte ihn auch. Gegen Ende wurden es mal etwas unfreiwillig komisch (als die „Zusammenhänge“ erklärt werden), aber das hat mich amüsiert, nicht verärgert.

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  3. @Flo Lieb: Das ist doch mal ein Wort. Ich kann meine Erwartungshaltung schlecht beschreiben: einerseits mag ich Philip K. Dick sehr, andererseits versagen viele Verfilmungen seiner Werke auf ganzer Linie. Insofern war ich mit dem Ergebnis – trotz Schwächen – auch sehr zufrieden.

    @claudia: Ganz dunkel erinnere ich mich auch noch an eure Besprechung. Du hast auf jeden Fall recht und die teils doch recht abstrusen Erklärungen waren eher amüsierend – wenn man aus der Prämisse nun einen toternsten Thriller gestrickt hätte, wäre die Empfindung wohl anders ausgefallen.

    Was ich vergessen hatte zu erwähnen: John Slattery scheint sich nach „Mad Men“ nur noch Rollen auszusuchen in denen er mit Anzug auftreten kann…😉

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  4. Der Trailer wirkte eigentlich ganz ok, vielleicht sollte ich dem Film mal eine Chance geben. Denn nach Sichtung des Trailers ist der Film auch ziemlich von meiner Bildfläche verschwunden. Danke insofern für den Reminder😉

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  5. Pingback: Der Plan (2011) | Film-Blogosphäre

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