Men of a Certain Age – Season 1

Eine Serie, über die ich durch eine Empfehlung von Kollege Inishmore gestolpert bin, ist „Men of a Certain Age – Season 1“ mit zwei nicht unbekannten Größen des TV-Geschäfts. Sowohl Ray Romano als auch Scott Bakula habe ich schon immer gerne gesehen und auch wenn ich noch nicht ganz zur Zielgruppe der Show gehören dürfte, so konnte ich mich doch erschreckend gut mit ihren Charakteren identifizieren.

Sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch sticht „Men of a Certain Age“ deutlich aus dem TV-Einerlei heraus. Die Serie ist ungewöhnlich unaufregend anzusehen und die Charaktere sind ungewöhnlich sympathisch gezeichnet. Die Geschichten verlaufen meist ohne größere Höhepunkte und sind überhaupt erfrischend altmodisch inszeniert. Einzig die dokumentarische Kamera mag teils etwas zu modern wirken, doch wird einem als Zuschauer dadurch die Distanz genommen, was ich in diesem Fall durchaus positiv sehe – und das schreibe ich als jemand, der normalerweise mit übertriebener Wackelkamera in ruhigen Szenen so rein gar nichts anfangen kann.

Inhaltlich geht es größtenteils um die Widrigkeiten des Alltags. Insbesondere um die Widrigkeiten mit denen Männer in ihren besten Jahren zu kämpfen haben. Familie, Gesundheit, Beziehungen, Beruf und der Sinn des Lebens im Allgemeinen. Dramaturgisch bleibt die Serie eher seicht, doch die Themen berühren und werden mit einem wunderbar leichten Humor unterfüttert. Dies lässt „Men of a Certain Age“ in den meisten Szenen unglaublich sympathisch erscheinen – auch oder gerade weil es kaum Spannungsmomente gibt.

Da sich die drei Erzählstränge unserer Charaktere oft nur am Rande berühren, wirkt die Serie oft sehr episodisch erzählt. Dennoch steht die Freundschaft stets im Vordergrund – und ist es im Leben (zumindest ab einem gewissen Alter) nicht auch so, dass jeder sein eigenes Leben lebt und gute Freundschaften dennoch funktionieren? Ich für meinen Teil habe „Men of a Certain Age“ auch aus diesem Grund sehr gerne gesehen. Wohl eine der sympathischsten Serien zurzeit, die zwar keine großen Geschichten erzählt, doch oft an das erinnert, was im Leben wirklich zählt: 8/10 (7.9) Punkte.

6 Gedanken zu “Men of a Certain Age – Season 1

  1. Unaufgeregt trifft es perfekt auf den Punkt, mich hat die Show auch deswegen für sich beanspruchen können. Einfach eine sympathische Show um alte Männer mit ab und an ein wenig Drama-Einsprengseln (wie oft habe ich den Ray wegen seiner Spielsucht vorm Fernseher angeschrien).

    Wahrscheinlich zu altbacken für das aktuelle Serienpublikum, aber hat halt etwas Wohliges. Die zweite Staffel fand ich allerdings ein ganzes Stück schwächer, weshalb mich die Absetzung nicht überraschte. Schön, dass Andre Braugher noch eine Emmy-Nominierung mitnehmen konnte.

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  2. Ja, wegen der Spielsucht habe ich den ansonsten äußerst sympathischen Charakter auch öfter einmal verflucht. Aktuell bin ich noch gespannt, ob er am Ende der ersten Staffel wirklich die Kurve gekriegt hat. Einzig seinen Bookie würde ich vermissen. Die beiden haben eine gute Dynamik.

    Schade, dass die zweite Staffel anscheinend schwächer ist. Ich werde sie mir dennoch mit Genuss anschauen. Unaufgeregte Unterhaltung gibt es ja leider nicht mehr allzu oft zu sehen. Insofern danke für den Tipp!🙂

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  3. Pingback: Men of a Certain Age – Season 2 « Tonight is gonna be a large one.

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