The Walking Dead – Season 1

Für Genrefreunde dürfte die Verfilmung des Zombie-Comics „The Walking Dead – Season 1“ wohl die Seriensensation des Jahres gewesen sein. Doch selbst genreübergreifend konnte die von Frank Darabont („Die Verurteilten“) produzierte Serie überzeugen und hat einen wahrlich beeindruckenden Start hingelegt – sowohl was Zuschauerzahlen, als auch was die Qualität der erzählten Geschichte angeht.

Trotz ihres Erfolgs musste die Serie in den Wochen seit ihrer Ausstrahlung viel Schelte einstecken: Den Zombiefreunden war die Serie zu ruhig und mit zu geringem Actionanteil erzählt, anderen war das zwischenmenschliche Drama zu ausladend und wieder anderen mangelte es an Charakterentwicklung. Ich jedoch hatte enorm viel Spaß mit der Zombieserie, welche sich und ihre Monster – in Zeiten von „Shaun of the Dead“ und „Zombieland“ durchaus erfrischend – einmal wieder ernst nimmt und damit mehr an Romeros frühere Werke erinnert, als an die satirisch geprägten Spätwerke des Genres.

Zunächst muss ich vorausschicken, dass ich Robert Kirkmans Vorlage nicht kenne und somit relativ unbedarft an die Verfilmung herangehen konnte. Hinzu kommt, dass ich das Genre durchaus mag, aber auch kein eisenharter Verfechter von bestimmten Regeln bin, die durch die Klassiker des Genres aufgestellt wurden. Nach der Sichtung der sechs Episoden, muss ich feststellen, dass sich „The Walking Dead“ aller Zombiefilmklischees bedient und dennoch erfrischend wirkt. Dies liegt wohl vor allem an der Zeit, die sich die Serie für ihre Figuren nimmt. Zombieaction ist ja immer gerne gesehen, doch muss ich wahrlich nicht alle paar Minuten einen blutigen Kopfschuss sehen – und diese bietet die Serie ohnehin zu Genüge.

So sehr die Serie von ihren Charakteren lebt, so fremd bleiben diese jedoch über weite Strecken. Erst gegen Ende der Staffel meint man sie besser zu kennen und kann wirklich mit ihnen mitfühlen. Eine Ausnahme ist hier einzig Sheriff Rick Grimes, den man vom ersten Moment an begleitet. Seine Einführung – und damit die Pilotfolge – war auch die stärkste Episode der Staffel. Tolle Bilder, eine unglaublich dichte Atmosphäre und man hat sich mit dem Charakter zusammen einfach nur verloren gefühlt. Auch die weiteren Folgen waren sehr sehenswert und erlaubten sich – wohl auch aufgrund der kurzen Laufzeit – kaum Längen.

Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden mit Darabonts Adaption. Natürlich wird das Genre nicht neu erfunden, doch gibt es besonders für den Genrefreund viele tolle Szenen zu bewundern. Für die zweite Staffel wünsche ich mir eine ausführlichere Reise durchs zerstörte Amerika und hoffe, dass man den Charakteren noch näher kommt. Die beklemmende Atmosphäre hat bereits die erste Staffel astrein hinbekommen: 8/10 (8.3) Punkte.

10 Gedanken zu “The Walking Dead – Season 1

  1. Ich fand die Show auch sehr gelungen und verstehe die kritischen Stimmen nicht, die die Serie niedermachen. Gerade der Pilot war überragend, die zweite Episode knüpfte sehr gut daran an, der Rest bot sehr gute Unterhaltung – bis halt auf das Finale, das ich wirklich als Enttäuschung brandmarken muss (wundert mich, dass du das nicht erwähnt hast). Ich hätte lieber die Story um den ge’hand’icappten Bruder weiterverfolgt gesehen, aber dem kann sich ja – neben deinen Punkten – die zweite Staffel annehmen.

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  2. Ich hatte im Vorfeld auch einige negative Stimmen zum Finale gelesen. Dementsprechend niedrig waren auch meine Erwartungen und vielleicht fand ich es deshalb eigentlich recht gelungen. Zumindest die anfänglichen Szenen im CDC, die den Charakteren endlich einmal wieder eine Pause beschert haben. Über das Ende (Countdown, Explosion usw.) kann man natürlich streiten. Aber insgesamt hat mir die Bunker-Atmosphäre recht gut gefallen. Der Handlungsbogen um den Bruder wird garantiert in Staffel 2 wieder aufgenommen, hätte aber auch eher erwartet, dass er noch in der aktuellen abgeschlossen wird.

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  3. Trotz der Tatsache, dass es nur sechs Folgen waren, bin ich auch schon sehr gespannt, was da noch so kommt. Ich finde die Mischung aus Drama und Horror eigentlich genau passend – allerdings frage ich mich, welche Zukunft die Serie hat. Die Comic-Reihe ist ja auch noch lange nicht zu Ende… hoffentlich wird „Walking Dead“ nicht auch so eine Endlos-Serie.

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  4. Ich glaube nicht, dass die Serie endlos laufen wird. Zumindest wird ja die Anzahl der Episoden pro Staffel – AMC sei Dank – eher begrenzt sein. In 12 Episoden lässt sich dann schon ordentlich was erzählen, ohne dass es zu Längen kommt. Insofern bin ich da recht guter Dinge…🙂

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  5. Pingback: The Walking Dead / 1. Staffel (Serie)

  6. Pingback: The Walking Dead – Season 2 « Tonight is gonna be a large one.

  7. Ja, die mangelnde Charakterentwicklung der meisten Charaktere, die Hauptfigur ist da ganz klar eine Ausnahme, ist meiner Meinung nach die größte Schwäche der Serie in der ersten Staffel. Ich sehe es aber noch kritischer als du, weil versucht wird, Drama durch ziemlich üble Tode aufzubauen – das funktioniert ohne gescheite Charakterzeichnung eben nur bedingt, deswegen auch insgesamt ein Punkt weniger bei mir.

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    • Der eine Punkt weniger geht auch völlig in Ordnung. Ich habe bei meiner Bewertung noch die Tatsache mit einfließen lassen, dass es sich eben um eine Zombie-Serie handelt und so etwas gab es ja bis dato nicht. Auf jeden Fall eine interessante Serie, die ich auch weiter verfolgen werde…

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  8. Pingback: Fear the Walking Dead – Season 1 | Tonight is gonna be a large one.

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