Flightplan: Ohne jede Spur (2005)

Nachdem mir der Film von einem Arbeitskollegen bereits seit Wochen ans Herz gelegt wird, habe ich die gestrige TV-Ausstrahlung genutzt, um mir Robert Schwentkes Thriller „Flightplan – Ohne jede Spur“ anzusehen. Bereits bei der Kinoverwertung fand ich die Thematik interessant, wurde jedoch von eher verhaltenen Kritiken von einer Sichtung abgehalten.

flightplan

Der Film beginnt emotional mitreißend. Die fast schon erhaben wirkenden Einstellungen reflektieren die seelischen Qualen Kyle Pratts (Jodie Foster) auf äußerst atmosphärische Art und Weise. Düster, kalt und unnahbar. Wie nahezu die gesamten ersten zwei Filmdrittel. Bis zum großen Wendepunkt in der Geschichte ist Robert Schwentkes Hollywood-Debüt ein mitreißender Psychothriller. Zwar nicht immer perfekt, doch zumindest spannend inszeniert und mysteriös erzählt. Ich war zudem mehr als nur einmal bereit das bereits Gesehene in Frage zu stellen und somit die Position eines weiteren unbeteiligten Passagiers einzunehmen. Mit dieser Möglichkeit hätte man noch mehr spielen müssen.

Ab dem Wendepunkt in der Handlung verkommt der Film leider zum völlig belanglosen 08/15-Thriller. Da gibt es Action, Verfolgungsjagden und Explosionen. Ansich nicht schlimm, doch leider wird die gesamte Geschichte (auch rückwirkend) in solch ein unwahrscheinliches Handlungskonstrukt gepresst, dass man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Von dieser qualitativen Zweiteilung her gesehen erinnert der Film an Wes Cravens Flugzeugthriller „Red Eye“, der ein ähnlich ernüchterndes Finale bot.

Insgesamt ist „Flightplan“ ein netter Thrillersnack für Zwischendurch. Besonders die erste Filmhälfte bietet äußerst spannende Unterhaltung. Wenn das misslungene Finale nicht wäre, könnte man durchaus von einem Pflichtfilm für Freunde von Flugzeugthrillern reden. So jedoch schrammt der Film nur knapp an der Mittelmäßigkeit vorbei: 6/10 Punkte.

11 Gedanken zu “Flightplan: Ohne jede Spur (2005)

  1. Dem kann ich mich nur anschließen: Guter Start, am Ende viel verschenktes Potential. Red Eye fand ich allerdings wesentlich überzeugender, auch wenns da am Ende etwas slasher-artig wurde (Craven halt).

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  2. „Red Eye“ habe ich gar nicht mehr so gut im Kopf. Dort gab es für mich allerdings keinerlei Überraschungseffekt mehr, da der Trailer bereits alles verraten hatte. Insgesamt nehmen sich die beiden Filme qualitativ wohl nicht viel. Das Setting hat auf jeden Fall etwas, allein an guten Drehbüchern scheint es zu mangeln…😉

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  3. Was gibt es eigentlich noch für Flugzeugthriller? Mir fallen gerade nur „Airforce One“ mit Harrison Ford und „Einsame Entscheidung“ mit Kurt Russell ein. „Con Air“ passt irgendwie nicht so recht ins Schema, da dort ja nur böse Jungs an Bord sind und „United 93“ fällt aufgrund des Realismus ja sowieso komplett raus.

    Und ist dieses Subgenre überhaupt interessant genug, um darüber zu diskutieren? Fragen über Fragen…😉

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  4. @Lars: Stimmt, den könnte man noch dazu nehmen. Fand ich eigentlich auch ganz unterhaltsam.

    @DarKesT: Gibt vermutlich auch nicht so viele sehenswerte Flugzeugthriller. Eventuell könnte man „Stirb langsam 2“ noch mit erwähnen, spielt dieser doch zumindest am Flughafen.

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  5. Also Air Force One tut wenigstens erst gar nicht so, als ob es um was Anderes als Explosionen und Verfolgungsjagden gehen würde…😉 Ist bei mir schon ne Weile her, dass ich den Film gesehen habe, aber ich hab das genauso in Erinnerung: Am Anfang mysteriös, am Ende nur noch mit dem Vorschlaghammer und die Auflösung ziemlich haarsträubend. Wobei ich Jodie Foster immer für einen Garanten für zumindest halbwegs gute Filme hielt.

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  6. Das deckt sich dann ja so ziemlich mit dem Eindruck, den ich von dem Film gewonnen habe. Schön übrigens, dass Sie mal wieder reinschauen Dr. T. und wie ich sehe gibt es auch bei Ihnen etwas Neues. Werde gleich mal reinschauen…🙂

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