My Name is Earl

Seitdem ich exzessiv dem Genuss englischsprachiger TV-Serien fröhne, gehört „My Name is Earl“ zu meinem Standardprogramm. Mit der Absetzung der Show verlässt mich nun einer meiner ersten langjährigen Serienbegleiter, dem ich bis zum bitteren Ende treu geblieben bin.

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Die Serie um den geläuterten Kleinkriminellen Earl Hickey war für mich damals wirklich etwas Besonderes. Die Prämisse war simpel und doch unterhaltsam. Die Geschichten waren oft mit bösem Humor gespickt und doch siegte stets das Gute im Menschen. White Trash wurde fast schon symapthisch und das nicht ohne Selbstironie und Seitenhiebe auf jede nur erdenkliche Randgruppe. Durch Earls Wiedergutmachung der Woche gab es zudem stets neue und interessante Figuren zu bestaunen.

Irgendwann gegen Ende der zweiten Staffel hatte sich das Konzept in meinen Augen etwas festgefahren. Insofern war ich ganz froh, als Anfang der dritten Staffel ein Wechsel vom doch recht formelhaften Ablauf vorgenommen wurde. Leider jedoch wurde die neue Storyline (Earl im Gefängnis) auch relativ schnell langweilig und die viel zu langwierige Auflösung (Koma samt Fantasiewelt) hätte mich beinahe Goodbye, Earl! sagen lassen. Doch glücklicherweise bin ich dran geblieben, denn die finale Staffel war wieder richtig gut, wenngleich auch die Klasse der ersten beiden Jahre nicht wieder erreicht wurde.

Wie jede andere Comedy-Serie lebt „My Name is Earl“ vor allem von seinen Darstellern. Jason Lee ist Earl. Earl ist Jason Lee. Fantastisch. Ein Schauspieler. Ein Charakter. Eine Serie. Immer wieder schön anzusehen. Auch Ethan Suplee in der Rolle von Earls Bruder Randy ist eine kleine Offenbarung. Ebenso wie Jaime Presslys Darstellung von Earls Ex-Frau Joy. Große Klasse! Nein, Ausfälle gibt es hier wahrlich nicht und ich könnte noch Seiten – wahrscheinlich schon alleine mit sehenswerten Gaststars – füllen.

Alles in allem ist „My Name is Earl“ eine wirklich gelungene Comedy, welche mir vier äußerst unterhaltsame Jahre beschehrt hat. Danke dafür. Nicht ohne Schwächen, aber insgesamt doch qualitativ stets hochwertig und somit immer wieder gerne gesehen. Sollte sich ein anderes Network doch noch für eine Verlängerung entscheiden, ich wäre auf jeden Fall wieder mit von der Partie: 8/10 Punkte.

Auf die immer wieder erwähnte Verbindung der Serienschaffenden zu Scientology werde ich übrigens nicht weiter eingehen, sondern verweise auf folgenden Artikel: ‚My name is L Ron Hubbard‘ (James Donaghy, guardian.co.uk, 2007).

8 Gedanken zu “My Name is Earl

  1. Staffel 3 war schlicht und ergreifend grausam, anders kann ich das nicht nennen. Gut möglich, dass viele deshalb Earl den Rücken gekehrt und damit eine sehr gute 4. Staffel verpasst haben. Stimmt mich auch traurig. Alleine die Erinnerungen, wie Jaime Pressly als Joy meine Englischhörverständnisfähigkeiten bis an meine letzten Kapazitäten ausgelotet hat.

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  2. Earl begleitet mich auch schon seit ein paar Wochen durch mein Fernsehprogramm. Also ich schau mir die Serie auf DVD an, aber nicht am Stück. Habe immer wieder mal meine Abendliche Unterhaltung mit ein paar Episoden gewürzt.🙂

    Beau Bridges als Earl Vater ist einfach köstlich, vor allem wenn man sich seine Rolle aus Stargate vor Augen führt.

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  3. @Kaiser_Soze: Schwierig die Serie zu charakterisieren. Ist eine single camera show und keine Sitcom. Der Humor ist anfangs sehr speziell, aber doch leicht zugänglich. Bin gespannt, wie dir die Serie gefallen wird!

    @Inishmore: Ja, die Aussprache war teils wirklich hart an der Grenze. Anfangs war ich demnach wirklich froh über Untertitel! Es ist ja übrigens noch nicht 100% sicher, dass die Serie nicht doch noch von einem anderen Network aufgekauft wird. Würde mich freuen!

    @DarKesT: Beau Bridges war klasse, stimmt. Ich habe die Serie auch nicht am Stück geschaut, sondern immer mal wieder eine Episode. Stets dann, wenn ich das Camden County Feeling vermisst habe…😉

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  4. So, habe jetzt die erste Staffel von Earl beendet. Einfach köstliche Comedy die einem da präsentiert wurde.
    Sehr gut gefallen haben mir sicher die Kopfgeldjäger Episode und die Polizeimarken Episode.
    Juliette Lewis und Jaime Pressly die sich gegen ende der Folge Leone mässig umkreisen mit Musik die an Morricone erinnert, genial.🙂
    Oder die Polizeimarke, mit der Lizenz für alles, herrlich.😉

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  5. Freut mich, dass dir die Serie gefällt! Alles andere hätte mich aber auch beinahe gewundert…😉

    Die zweite Staffel steht der ersten – so ich mich recht entsinne – übrigens in nichts nach. Viel Spaß damit!

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