Das Ding aus einer anderen Welt – OT: The Thing (1982)

Welchen Film schaut man sich am besten an einem eingeschneiten Sonntagnachmittag an? Da gibt es zwar einige Alternativen, doch John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ sollte ganz oben auf der Liste stehen. Die winterliche Umgebung kann somit die dichte Atmosphäre des Films noch zusätzlich unterstreichen.

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Für mich war die heutige Sichtung eine Premiere. Endlich konnte ich wieder einmal eine filmische Bildungslücke schließen, wofür ich weder Kosten noch Mühen gescheut habe. Leider wird einem der Zugang zu Carpenters Remake des 50er Jahre Klassikers durch die wunderbaren Jugenschutzmaßnahmen des Deutschen Staates seit jeher erschwert. Doch das ist ein anderes Thema. Zum Glück wirkt der Film auch heute – nach immerhin 26 Jahren – noch ziemlich frisch.

Die Geschichte ist mir nicht ganz unbekannt, bin ich doch bestens vertraut mit einem weiteren Remake des Stoffes: Der „Akte X“-Episode „Eis“, welche die nahezu identische Prämisse aufgreift und in die Serienhandlung einfügt. In Bezug auf die Atmosphäre des Films hatte ich somit ein kleines Déjà-vu, was durchaus als Kompliment (für beide Interpretationen) zu verstehen ist. Carpenters „The Thing“ lebt von dieser Atmosphäre. Würde sich die Geschichte nicht an diesem verlassenen Außenposten im ewigen Eis zutragen, würde der Film nicht funktionieren. Selten konnte sich der Handlungsort so sehr in den Vordergrund spielen, wie in diesem Film.

Neben der Umgebung kann vor allem die paranoiagetränkte Atmosphäre überzeugen. Diese Handlungselemente wurden formidabel in die Geschichte eigebettet und ich hätte mir fast noch einen stärkeren Fokus auf sie gewünscht. Nicht dass ich keinen Gefallen an den wunderbar altmodischen (im absolut positiven Sinne) Effekten gefunden hätte, doch glaube ich dass eine ausgewogenere Gewichtung dem Film zugute gekommen wäre. Besonders das Finale wirkte wie der typische Endkampf mit einem – wie sollte es anders sein – Riesenmonster.

Nach der heutigen Sichtung bin ich wahrlich beeindruckt von der dichten Atmosphäre des Films, welche zu großen Teilen wohl auch Ennio Morricones wunderbarem Score zu verdanken ist. Dennoch schafft es „Das Ding aus einer anderen Welt“ nicht meinen Lieblingsgenrefilmen (z.B. „ALIEN“) das Wasser zu reichen. Vermutlich hätte ich dazu bereits mit dem Film aufwachsen müssen. Alles in allem ein wirklich gelungener Sci-Fi-Schocker, der zurecht zum Pflichprogramm für Genrefans gezählt wird: 8/10 Punkte.

16 Gedanken zu “Das Ding aus einer anderen Welt – OT: The Thing (1982)

  1. Uneingeschränkte Zustimmung🙂 . Gerade das Eisszenario, Moriccones Score und die ganze, stets angespannt und beunruhigend erscheinende Atmosphäre rechtfertigen den renommierten Status von Carpenters Werk. Und die Effekte empfinde ich auch für heutige Maßstäbe noch derbe ekelig🙂 .

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  2. Ich muss zugeben, dass ich in Bezug auf Effekte schon recht abgestumpft bin. Zumindest auf klar phantastisch angelegte, wie in „The Thing“ – da schocken mich unblutige Gewalteinlagen in realistischen Filmen heute viel mehr. Eklig sind die Szenen aber auf jeden Fall!

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  3. Er ist schon erhältlich, nur eben indiziert. Da kann man die DVD nicht mal eben schnell im Laden mitnehmen und bis ich mich mal aufraffe in speziellen Shops zu bestellen vergeht einfach immer viel zu viel Zeit.

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  4. Oja, wirklich guter Carpenter, den ich auch mal wieder anschauen müsste. Rangiert unter meinen Top 3 des Regisseurs. Und die Stan Winston-Viecher sind für damalige Verhältnisse wirklich beeindruckend modelliert. Nur schade, dass es davon keine vernünftige DVD gibt.😦

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  5. @ Xander: Hey hey, 1982 wäre ich auch noch etwas jung für den Film – eigentlich für jeden Film – gewesen…😉

    @ fincher: Ich könnte jetzt gar nicht sagen, welche Carpenters zu meinen Favoriten gehören. Wohl auf jeden Fall „Halloween“ – aber dann? „The Fog“ überzeugt mich heute nicht mehr all zu sehr. „Die Klapperschlange“ evtl. und „The Thing“ spielt auf jeden Fall auch recht weit oben mit.

    Die deutsche DVD ist eigentlich ganz brauchbar. Leider fehlen die Extras komplett, doch mir war die anamorphe Bildqualität wichtiger. Die UK-DVD besitzt trotz ausführlicher Extras ja leider nur ein letterboxed Bild.

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  6. Ennio Morricones wunderbarem Score

    Der ja nur noch in kleinen Häppchen in den Film gelangte, da er Carpenter nicht gefiel. Kein Witz, der Score stammt bestimmt zu 70% von Carpenter selbst. Hört man doch raus Mensch.;)

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