Burn After Reading (2008)

Gestern relativ spontan im Fremdsprachenkino gewesen und „Burn After Reading“ gesehen. Schlappgelacht. Zuvor wusste ich von dem Film nur, dass es das jüngste Werk der Coens ist und dass es sich wohl um eine schwarze Komödie handelt. Man muss eben doch nicht immer perfekt informiert sein, um großartig unterhalten zu werden.

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Die Geschichte um einen gefeuerten CIA-Agenten (John Malkovich), dessen Memoiren Washington, D.C. auf den Kopf stellen, ist zu komplex, um sie hier auch nur annähernd wiederzugeben. Möchte ich auch gar nicht, denn wie hier unterschiedliche Handlungsfäden zusammenlaufen und wie sich die Geschichte entwickelt macht einen großen Teil des Unterhaltsungswertes des Films aus. Vom Aufbau her erinnert die Geschichte etwas an die früheren Coen-Werke, wie „Fargo“ oder „The Big Lebowsky“ – was als absolutes Kompliment zu verstehen ist.

Besonders großartig ist die Besetzung gelungen. Ob Brad Pitt als Fitnessjunkie, ein sexsüchtiger George Clooney, ein manischer John Malkovich oder Francis McDormand, die sich nach der großen Liebe (und unzähligen Schönheitsoperationen) sehnt – das zündet! Da sitzt jede Dialogzeile, das Timing ist perfekt und die 90 Minuten vergehen wahrlich wie im Flug. Der Humor ist dabei oft wirklich tiefschwarz, aber nur selten subtil – und spätestens wenn George Clooneys Charakter sein Heimwerkerprojekt enthüllt, bleibt wirklich kein Auge trocken.

Mit „Burn After Reading“ ist den Coens eine fabelhafte Komödie gelungen, die mich wohl öfter laut lachen ließ, als die letzten alle anderen Komödien des letzten Jahres zusammen. Ein kleiner, feiner Film. Absolut stimmig und mit prefektem comic timing inszeniert: 9/10 Punkte. In diesem Sinne: What a clusterfuck!

20 Gedanken zu “Burn After Reading (2008)

  1. Oh ja! Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.
    Nach dem Kinobesuch haben wir darüber diskutiert, ob der Film genauso „reinhauen“ würde, wenn er weniger gut besetzt wäre. Unser Fazit? Vermutlich nicht. Einfach weil die Rollen (besonders Clooney + Pitt, die einem schon sehr anders im Kopf sind) so herrlich absurd sind. Bei uns im Kinosaal ist die Stimmung wahrlich explodiert, alles hat geschrien vor lachen (mein Nebensitzer ist tatsächlich vom Stuhl gekippt) und die Stimmung hat sich immer weiter hochgeschaukelt.
    Großes Kino!

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  2. Genau so lässt sich mein Kinoerlebnis auch beschreiben. Schon lange habe ich keine so ausgelassene Stimmung mehr im Kinosaal erlebt. Die Besetzung trägt bestimmt einen großen Teil zum Funktionieren der Geschichte bei. Besonders Pitt und Clooney spielen ja herrlich selbstironisch und wirklich auf den Punkt. Auch sehr gelungen fand ich die schnoddrigen Kommentare im CIA-Hauptquartier gegen Ende. Ein Film, den ich mir in Zukunft bestimmt auf DVD noch öfter anschauen werde!

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  3. Schon lange habe ich keine so ausgelassene Stimmung mehr im Kinosaal erlebt.

    Depends on the cinema. Bei uns war’s ziemlich still, den Film fand kaum einer sonderlich amüsant. Aber Humor ist wenn man trotzdem lacht🙂

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  4. Liegt vielleicht auch an der Zuschauergruppe. Im kleineren Kreis der O-Ton-Gucker wurden manche Szenen regelrecht abgefeiert – im großen Multiplex wäre diese Stimmung vielleicht gar nicht aufgekommen. Wie du in den Kommentaren zu deiner Kritik geschrieben hast: Humor ist eben Geschmackssache!

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  5. Im kleineren Kreis der O-Ton-Gucker wurden manche Szenen regelrecht abgefeiert – im großen Multiplex wäre diese Stimmung vielleicht gar nicht aufgekommen.

    Joa, ich war in einem kleinen Kreis der O-Ton-Gucker und nicht in einem großen Multiplex😉

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  6. „Schlappgelacht“

    Dem Fazit kann ich mich anschließen!

    Allerdings wars bei mir im Kino nicht so entspannt wie bei Euch. Wir wurden von den Leuten vor uns angeschnauzt, weil wir so laut gelacht haben. Was solls, denn wer da nicht lacht, hat was falsch gemacht.😉
    Andererseits fand ich den Humor eher subtil. Womöglich kann man ihn doch übersehen, wenn man die Subtilität nicht bemerkt. Sollte man in diesem Fall aber tunlichst vermeiden.

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  7. Na, das will ich aber auch meinen!🙂

    Allerdings fand ich, dass die Coens neben ein paar bestimmt subtilen Anspielungen teils doch ganz schön auf die Humorpauke gehauen haben: Allein Brad Pitts Figur war so überzogen angelegt, dass man die Absurdität nicht übersehen konnte. Vermutlich macht es gerade die Mischung aus allen Komponenten, die hier wirklich ausgezeichnet funktioniert!

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  8. Bei mir wars auch Multiplex-Kino und die Stimmung dementsprechend nicht so richtig ausgelassen.

    Der Film hat mir allerdings auch ziemlich gut gefallen – vor allem die letzten Minuten mit der Zusammenfassung des Geschehens war grandios. Der Cast sowieso. Von daher natürlich Zustimmung, mal wieder.

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