The Color of Magic: Die Farben der Magie & Das Licht der Phantasie (2008)

Als wohl letzten Film meiner filmreichen Urlaubswoche habe ich mir gestern Abend „The Color of Magic“ nach den beiden Terry Pratchett-Romanen „Die Farben der Magie“ und „Das Licht der Phantasie“ angesehen. Im Gegensatz zur Verfilmung von „Hogfather“ kenne ich dieses Mal die Vorlage, wenngleich ich zugeben muss, dass ich mich nicht mehr an allzu viel erinnern konnte.

colorofmagic

Auf der Scheibenwelt ist er wohl meine Lieblingsfigur. Die Rede ist von Rincewind, dem glücklosen Zauberer. Nicht nur habe ich die Scheibenweltromane, in denen er eine tragende Rolle spielt, regelrecht verschlungen – ich habe ihm auch schon bei zwei Abenteuern zur Seite gestanden: „Discworld“ und „Discworld II: Missing Presumed…!?“ gehörten damals zu meinen Lieblingsadventures und haben meine Vorstellung von Rincewind maßgebend geprägt. Insofern war es anfangs schwierig sich den doch schon etwas in die Jahre gekommenen David Jason in der Rolle des chaotischen Rincewind vorzustellen.

Die Wahl Sean Astins für die Rolle von Twoflower hat mir dagegen sofort zugesagt. So und nicht anders habe ich mir den ersten Touristen der Scheibenwelt stets vorgestellt. Ebenso wunderbar wurde Zweiblums Truhe in Szene gesetzt. Da habe ich mich sofort heimisch gefühlt. Einfach wunderbar! Mit der Zeit ist mir auch David Jasons Interpretation von Rincewind ans Herz gewachsen und als dann noch Cohen der Barbar aufgetaucht ist, war ich endlich komplett auf der Scheibenwelt angekommen.

Wie bereits erwähnt, kann ich mich an die Vorlage nicht mehr sonderlich gut erinnern und demnach nur schwerlich eine Aussage in Bezug auf die Qualität der Adaption treffen. Für sich genommen funktioniert der Film allerdings tadellos. Trotz seiner Lauflänge von gut 3 Stunden erscheint er teils vielleicht etwas gehetzt, aber dennoch gibt es genug Zeit für satirische Spitzen und liebenswerte Details – ich denke hier allein an den Picture Imp oder den Bibliothekar.

Etwas zu knabbern hat der Film an seinem begrenzten TV-Film-Budget, welches die Effektszenen (Drachen, Troll usw.) leider etwas billig erscheinen lässt. Darüber kann man allerdings wirklich hinwegsehen, denn der Rest des Films ist absolut stimmig inszeniert und man kann die Achtung vor der Vorlage in jeder Szene spüren. Ich würde mir wirklich weitere Verfilmungen wünschen. Gibt es diesbezüglich schon irgendwelche Informationen?

„The Color of Magic“ ist wohl der wahrgewordene Traum aller Scheibenwelt-Reisenden. Endlich kann man Rincewinds Abenteuer auch in Bewegtbildern verfolgen. Mich hat die Verfilmung noch weit mehr begeistert, als dies bereits „Hogfather“ konnte. Also macht es wie Twoflower und begebt euch nach Ankh-Morpork! Ihr werdet es nicht bereuen: 9/10 Punkte.

13 Gedanken zu “The Color of Magic: Die Farben der Magie & Das Licht der Phantasie (2008)

  1. Ich habe leider den 2. Teil noch nicht gesehen.
    Vom ersten allerdings, war ich teilweise enttäuscht…
    Sean Astin macht seine Sache recht gut, zugegeben. Allerdings ist Zweiblum in den Büchern doch eher..imho ist er älter, in den Büchern. Das Problem mit Rincewind ist das genaue Gegenteil. Stellt man sich bei den Büchern Rincewind als.. allerhöchstens Mitte 40 vor, bringen die hier Sir David Jason als Rincewind… Meiner Meinung nach deutlich zu alt, und seine Mimik will mir irgendwie nicht zu Rincewind passen. Ich konnte mich den ersten Teil über nicht damit anfreunden… Bei Truhe muss ich allerdings zustimmen, klasse. Wenn die Truhe in den Büchern deutlich ähm.. deutlich mordlüsterner ist. Im Film kommt sie recht harmlos rüber.. Weatherwax ist ziemlich gelungen, ebenso Trymon, Tim Curry spielt super. Alles in allem, hat der Film schon Spaß gemacht. Für den ersten Teil geb ich 7/10. Wenn ich den 2. gesehen hab (auf Cohen freu ich mich😉, schreib ich nochmal.
    Bis denn🙂

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  2. Mit der Darstellung von Rincewind hatte ich anfangs wie gesagt auch größere Probleme. Doch mit der Zeit hat sich das glücklicherweise gegeben. Natürlich ist er nicht der Rincewind, den man sich selbst beim Lesen vorgestellt hat – doch so ist es schließlich meist bei Verfilmungen und soweit ich weiß, wird in den Romanen kein Wort über das Alter verloren.

    Der gesamte Rest hat mir sehr gut gefallen, wohl auch weil mir die Handlung selbst besser gefallen hat, als die von „Hogfather“. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was du vom zweiten Teil hältst! Cohen stellt darin nochmal einen deutlichen Mehrwert dar…🙂

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  3. Der Abspann läuft gerade noch.. Der Film ist also noch nicht mal kalt, und ich schreibe hier schon..😉
    Ich muss sagen.. klasse. Der 2. Teil hat mir noch ein Stück besser gefallen, wobei ich sogar rückblickend 8/10 statt 7 gebe. Und für den 2. Teil lass ich 9/10 springen. Weil man Scheibenwelt-Verfilmungen einfach würdigen muss^^. Wobei ich 1-2 Sachen vermisst habe, die keinen zeitlichen Unterschied verursacht hätten (z.B. der „Endkampf“ mit Trymon. Im Buch komplett anders, und das hätte man auch so machen können, dass allerhöchstens ne halbe Minute mehr rausgekommen wäre. Was ich allerdings besser fand als im Buch, war, dass sich Rincewind und Zweiblum richtig voneinander verabschiedet haben. Im Buch bleibts bei einem Händedruck (wobei das allerdings den eher reservierten Rincewind richtig darstellt. Und du hattest Recht. Gegen Ende hin wurde Rincewind doch noch zu Rincewind, aber die hätten ihm ruhig den Bart färben können😉 Was ich allerdings schade fand, war, dass Ian Richardson nicht mehr für die STIMME VOM TOD verfügbar war. Christopher Lee hat ne super Stimme, aber nicht ganz so passend zu diesem Charakter. Aber die „another near-Rincewind experience“ war grandios😉

    Bei beiden Teilen ist natürlich der Scheibenwelt-Bonus dabei, 1 Punkt jeweils.

    Und.. mein Favorit für die nächste Verfilmung wäre.. Small Gods / Einfach göttlich!
    Glaubst du, man kann das irgendwem vorschlagen?😉

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  4. Na das freut mich, dass dir der Film am Ende doch so gut gefallen hat! Es stimmt schon, man es einfach würdigen wenn die Scheibenwelt mit so viel Liebe auf die Leinwand bzw. den Bildschirm adaptiert wird. Das Budget dürfte ja auch nicht sonderlich hoch gewesen sein (TV-Film) und dafür ist das Ergebis sehr gelungen, wie ich finde.

    „Einfach göttlich!“ kenne ich auch. Das war sogar mein allererster Scheibenweltroman – und ich kann mich auch nicht wirklich mehr daran erinnern. Als letztes habe ich „Voll im Bilde“ gelesen, den ich auch wirklich amüsant fand. Doch egal was noch verfilmt wird: Ich werde wieder reinschauen!🙂

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  5. Haha.. war auch mein erstes Buch über die Scheibenwelt^^
    Ist auf jeden Fall ein richtig lustiges, und auch abgedrehtes Buch. Der Gott Om hat mir da am besten gefallen =)) „Das Licht der Fantasie“ habe ich zufälligerweise erst vor kurzem fertig gelesen, hat gepasst.

    Ja, das mit dem Budget hab ich vergessen zu schreiben.. für einen TV-Film waren die Effekte ziemlich gut. Gab schon deut(sch)lich schlechteres… ; )

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  6. Das erinnert mich daran, dass ich „Das Licht der Fantasie“ auch noch einmal lesen wollte. Mal sehen, vielleicht komme ich ja demnächst einmal dazu. Das Winterhalbjahr eignet sich für Fantasy sowieso famos – obwohl Terry Pratchett ja eher ein eigenes Genre darstellt…😉

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