Archiv für die Kategorie ‘05 Hör- und Lesestoff’

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Southland Tales: The Prequel Saga (Richard Kelly)

Juni 20, 2008

Das war also Richard Kellys “Southland Tales: The Prequel Saga” - und eigentlich müsste ich die ca. 300 Seiten noch einmal lesen. Vielleicht würde ich dann mehr verstehen. Vielleicht geht es auch gar nicht um Verständnis. Vermutlich nicht. Das Comic-Prequel zum Kinofilm ”Southland Tales” strotzt nur so vor Ideen. Vor verrückten Ideen - und wenn ich verrückt schreibe, dann meine ich das auch so. Man wird beim Lesen förmlich von Kellys Ideenreichtum überrollt. Unglaublich.

Wenn ich davon ausgehe, dass ich auch nur die Hälfte des Inhalts richtig interpretiert habe - dann ist das ein guter Schnitt. Wenn ich mir dann vorstelle, dass diese Informationen für den Film auch nur ansatzweise wichtig sind, dann kann ich verstehen, warum der Film in Cannes beim Publikum durchgefallen ist. Auf Basis meiner bisherigen Kenntnisse kann ich sagen, dass “Donnie Darko” im Vergleich zu “Southland Tales” wie simples Popcornkino erscheint. Ein endgültiges Urteil kann und will ich mir allerdings erst nach Sichtung des Films erlauben.

Worum geht es also? Einen Filmstar mit Gedächtnisverlust. Eine telepathisch begabte Pornoqueen. Eine mysteriöse Energiequelle mit der wohlklingenden Bezeichnung Fluid Karma. Den verrückten Baron Von Westphalen. Einen furzenden Messias. Ein mysteriöses Drehbuch namens “The Power”. Die Serpentine Dream Theory. Achja, und den Weltuntergang nicht zu vergessen.

Für jeden, der sich mit Richard Kellys jüngstem Werk beschäftigt, ist “Southland Tales: The Prequel Saga” Pflichtlektüre. Für alle anderen macht das abgedrehte Comic wohl nicht viel Sinn. Eines ist sicher: Es ist verdammt unterhaltsam und kratzt ein paar interessante Themen an. Im Zusammenspiel mit “Southland Tales” kann daraus eine wirklich große Saga werden: 8/10 Punkte.

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Das Magische Messer (Philip Pullman)

Juni 15, 2008

Knapp ein Monat ist vergangen, als ich mit Lyra Listenreich in eine neue Welt übergewechselt bin. In Philip Pullmans “Das magische Messer” befinde ich mich nun in dieser neuen Welt. Anfangs jedoch nicht an Lyras Seite. Man macht sich zu Beginn mit Will - einem Jungen aus wieder einer anderen Welt - auf die Suche nach einem Versteckt. Dort trifft Will auf Lyra und die Geschichte bekommt eine vollkommen neue Dimension.

Nach “Der Goldene Kompass” war ich zunächst verwundert, wie anders der zweite Teil der “His Dark Materials”-Trilogie doch wirkt. Eine neue Hauptfigur, neue Welten, neue Charaktere, neue Regeln. Ein komplett neues Ausmaß an Möglichkeiten. Auch die Sprache hat sich geändert: Herrschten in der Beschreibung von Lyras Welt eher karge und kalte Beschreibungen hervor, so blüht die Sprache in Cittàgazze regelrecht auf. Doch man darf sich davon nicht täuschen lassen. Die Geschichte wird düsterer und epischer. Es sind Tote zu beklagen, Blut fließt und es steht ein Kampf bevor. Ein Kampf gegen die höchste Autorität. Gegen Gott.

“Das Magische Messer” bringt die ohnehin schon grandiose Geschichte aus “Der Goldene Kompass” auf einen ganz neuen Level. Ich hatte so viel Spaß beim Lesen, wie schon lange nicht mehr und kann den finalen Teil “Das Bernstein-Teleskop” kaum mehr abwarten. Ein in jeder Hinsicht fantastisches Buch: 10/10 Punkte.

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Serenity: Those Left Behind

Mai 24, 2008

Nachdem ich gestern Abend wieder einmal von Joss Whedons “Firefly” Abschied nehmen musste, habe ich gerade eine Pause eingelegt und den direkt an die Serie anschließenden Comic “Serenity: Those Left Behind” gelesen. Dieses Mal ist mir der Wechsel des Erzählmediums deutlich leichter gefallen und somit hatte ich beinahe das Gefühl eine weitere Episode der Serie zu sehen.

Der erste Teil der Geschichte ist sehr typisch für das Universum: Ein Auftrag läuft schief, einiges an Action und markige Sprüche. So und nicht anders möchte man die Crew der Serenity sehen. Im weiteren Verlauf zeichnet sich dagegen ein deutliches Voranschreiten in der übergreifenden Handlung ab. Ein gehetztes Voranschreiten, welches eher zum nachfolgenden Kinofilm “Serenity” passt, als zur vorangehenden TV-Serie.

So schön es ist, zu sehen was zwischen Serie und Film mit Inara und Shepherd Book passiert ist und warum die Hands of Blue durch The Operative ersetzt wurden, so enttäuschend ist es auch, dass solch große Handlungsschritte auf ein paar Seiten abgehandelt werden. Das gleiche Gefühl, das sich bei mir auch während des Kinofilms einstellte.

Trotz Schwächen ist es schön mit “Serenity: Those Left Behind” noch einmal in das “Firefly”-Universum abtauchen zu können. Sobald es den Nachfolger “Serenity: Better Days” in der Gesamtausgabe gibt, werde ich auch darauf garantiert mehr als einen Blick werfen. Für Fans ist dieser Brückenschlag zwischen Serie und Film auf jeden Fall Pflicht: 8/10 Punkte.

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Der Goldene Kompass (Philip Pullman)

Mai 15, 2008

Als ich Ende letzten Jahres die Verfilmung von Philip Pullmans “Der goldene Kompass” im Kino sah, wusste ich sofort: Die Vorlage muss ich lesen. Zum einen weil der erste Teil der “His Dark Materials”-Trilogie sehr plötzlich endete und eine Fortsetzung auf der Kinoleinwand leider recht unwahrscheinlich ist, zum anderen weil mich die von Pullman erschaffene Fantasywelt sofort in ihren Bann gezogen hat. Eine faszinierende Welt mit faszinierenden Charakteren. Vertraut und doch ganz anders als alles mir bisher bekannte - besonders wenn man die Welt mir der typischer Fantasyromanene vergleicht.

Die Geschichte um Lyra Belaqua reißt den Leser sofort mit. Man wird ohne große Erklärungen in diese fremdartige und doch so bekannte Welt hineingeworfen. Wie bereits im Film werden die den Menschen verwurzelten Dæmonen nicht näher vorgestellt. Die tierischen Begleiter sind ab der ersten Seite einfach Teil dieser Welt - und das ist bei näherer Betrachtung auch gut so. Die Welt beginnt somit zu leben, man wird als Leser ein Teil von ihr. Kennt ihre Regeln und lernt sie zu schätzen.

Pullmans Stil ist seltsam nüchtern. Besonders für einen Fantasyroman. Im Vergleich zu z.B. Cornelia Funkes “Tintentod” fallen sofort die zurückhaltenden Beschreibungen - insbesondere der Gefühlslage der Figuren - auf. Anfangs war das etwas ungewohnt, doch passt dieser beinahe karge Stil perfekt zur Atmosphäre dieser nordischen Welt. Auch Lyra ist deutlich herber als andere kindliche Helden. Gerade dies macht viel von der Faszination des Romans aus. Inhaltlich und formal ein rundum gelungenes Werk.

Das Ende - welches ich aus der Verfilmung bisher noch nicht kannte - ist düster und verspricht weitere Abenteuer. Ob Lyra den Feind jemals besiegen kann? Eine interessante Frage, zumal die Kirche in Pullmans Werk hinter allem Bösen zu stehen scheint. Offene Kirchenkritik, die ungewohnt für einen Fantasyroman mit jugendlicher Heldin ist, vermutlich aber gerade deshalb umso interessanter wirkt.

Ich freue mich nun sehr auf die Fortsetzung “Das magische Messer”, welche die Geschichte nun endlich fortsetzt. Doch bereits der erste Teil hat mir ausgezeichnet gefallen. Absolut empfehlenswert: 9/10 Punkte.

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Risk (Scott Frost)

März 19, 2008

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Es ist schon faszinierend, wie schnell man sich durch ein Buch frisst, wenn man nur ans Bett gefesselt ist. Scott Frosts  “Risk” kam eindeutig die Grippe zugute, mit der ich in den letzten Tagen zu kämpfen hatte. Trotz Kopfschmerzen und beständiger Müdigkeit habe ich den Thriller verschlungen, wie schon lange nichts mehr.

Die Geschichte ist an sich recht konventionell. Konventionell erzählt, konventionelle Figuren, konventionelle Handlung. Im Grunde nichts besonderes. Doch irgendwas hat die Geschichte um den bombenlegenden Serienkiller, der eine Polizistin aus L.A. an ihrer verwundbarsten Stelle trifft. Die ersten 100 Seiten lesen sich noch recht schleppend, doch sobald sich die ersten Puzzleteile zusammenfügen, entwickelt die Geschichte eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Allein das Ende fällt wieder etwas ab. Hier hätte ich mir mehr - bzw. weniger - gewünscht.

Anzukreiden ist dem Roman zudem der plumpe Twist, den ich bereits bei nach einigen Seiten durchschaut hatte. Ansich zwar eine nette Idee, doch viel zu offensichtlich und breitgetreten beschrieben. Vermutlich bin ich auch einfach schon zu sehr darauf bedacht solche Wendungen zu entlarfen - vielleicht ist dieser Punkt aus Scott Frosts Geschichte aber auch zu sehr nach Schema F geschrieben. Man merkt hier deutlich seine Wurzeln als Drehbuchautor (u.a. “Twin Peaks”), die er nicht abschütteln kann.

Alles in allem bietet “Risk” gute Unterhaltung für lange Nachmittage. Zwar kein Überflieger, aber teils äußerst spannende Thrillerkost, die zudem noch gut geschrieben ist: 7/10 Punkte.

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Tintentod (Cornelia Funke)

März 3, 2008

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Unglaubliche fünf Monate sind ins Land gezogen, seit ich angefangen habe Cornelia Funkes Roman “Tintentod” zu lesen. So lange habe ich selten für ein Buch gebraucht - besonders nicht für eines, auf das ich so sehnlichst gewartet habe, wie auf den Abschluss der fantastischen Tintenwelt-Trilogie. Mein neuer Job und diverse andere Tätigkeiten/Interessen haben jedoch nicht mehr Spielraum zugelassen. Letztes Wochenende habe mir schließlich die Zeit genommen und die letzten 200 Seiten auf einen Rutsch zu verschlungen. Es hat sich gelohnt.

Schon am Anfang des Romans fällt auf, dass ein deutlich düsterer Ton angeschlagen wird. Weit düsterer als im direkten Vorgänger “Tintenblut” und selbst “Harry Potter and the Deathly Hallows” wirkt im Vergleich zu “Tintentod” wie ein waschechtes Kinderbuch. Hier wird geblutet, gemordet und gestorben. Auch der psychologische Horror nimmt zu und es gibt für die Hauptfiguren kaum mehr die Aussicht auf ein glückliches Ende.

Man merkt, dass Cornelia Funke hier wohl den Tod ihres Mannes verarbeitet hat. Zumindest bis zu einem gewissen Grad. Auch generell ist “Tintentod” über weite Strecken eine Auseinandersetzung mit dem Sterben. Nicht ohne Hoffnung, aber oft doch tragisch und unausweichlich. Besonders in den letzten Kapiteln kann man sich kaum mehr vorstellen, wie diese Geschichte jemals glücklich enden könnte. Cornelia Funke schafft es jedoch auch hier zu bezaubern und schreibt ein Ende, mit dem bestimmt auch Meggie und Mo zufrieden gewesen wären. Ich für meinen Teil hätte mir allerdings etwas mehr Rückbesinnung zum Anfang der Trilogie gewünscht, wenngleich auch das tatsächliche Ende eine entsprechende Weiterentwicklung nahe legt.

Mit “Tintentod” geht eine der gelungensten Fantasy-Trilogien der letzten Jahre zu Ende. Auch der dritte Teil lebt von der bildhaften und wirklich reichen Sprache der Autorin. Man wird in die Tintenwelt hineingesogen und auch mir als Leser fällt es schwer ihr zu entrinnen. Ich für meinen Teil werde mit “Tintenherz” nahezu nahtlos wieder in diese zauberhafte Welt abtauchen - dieses Mal mit dem Hörbuch, wodurch ich auch bei häuslichen Tätigkeiten o.ä. der Geschichte lauschen kann.

Insgesamt gesehen kommt auch der dritte Teil nicht an den zauberhaften ersten Teil der Geschichte heran und bekommt von mir daher nur 9/10 Punkte. Die gesamte Trilogie verdient in meinen Augen jedoch die volle Punktzahl.

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Tripods - Die dreibeinigen Monster (John Christopher) / Hörbuch

Januar 7, 2008

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Innerhalb des letzten halben Jahres habe ich John Christophers berühmte Trilogie “Tripods - Die dreibeinigen Monster” in der Hörbuchfassung gehört. Nicht immer lange an einem Stück (meist beim Frühstücken, Bügeln etc.) und leider auch nicht regelmäßig. Die letzten freien Tage habe ich nun dazu genutzt, meinen Aufenthalt in der fantastischen Welt der dreibeinigen Herrscher zu beenden. Die hohe Qualität des Hörbuchs führt nun auch zur Aufnahme des Mediums in meine Kategorieliste.

In “Dreibeinige Monster auf Erdenkurs” werden wir in die Welt der Tripods eingeführt. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der Hauptfigur, was mich als Zuhörer die Distanz völlig vergessen ließ. Die ersten Schritte in dieser Welt, die von Dreibeinern beherrscht wird und in der die Menschen Kappen tragen, fühlen sich bereits vertraut an. Vermutlich habe ich damals die TV-Serie gesehen oder die Geschichte anderswo gehört. Zudem erinnern die Dreibeiner sehr an “Krieg der Welten”.

Weiter geht es mit “Das Geheimnis der dreibeinigen Monster”. Hier erfahren wir mehr über die Herrscher und erleben großartige Abenteuer in der Stadt der Tripods. Durch die tolle Erzählstimme von Thorsten Michaelis werden die verschiedenen Personen perfekt dargestellt und man wird als Zuhörer regelrecht in die Geschichte hinein gesogen.

“Der Untergang der dreibeinigen Monster” beschreibt letztendlich - wie der Titel bereits andeutet - das finale Kapitel im Aufstand gegen die Herrscher. Hier merkt man besonders deutlich, wie sich die Charaktere weiterentwickelt haben und welch enorme Reise man als Zuhörer mit ihnen unternommen hat. Ich hatte hier öfter das epische Gefühl, welches mir zuletzt bei “Der Herr der Ringe” begegnet ist. Der Abschied ist dementsprechend schwer gefallen.

Ich habe bisher einige Hörbücher gehört. Meist irgendwelche Dan Brown-Geschichten zur Berieselung bei stupiden Haushaltstätigkeiten. Auch wollte ich nie ein Buch hören, welches ich unbedingt lesen wollte, da die Aufmerksamkeit (bei mir) beim Zuhören nicht so hoch ist, wie beim aktiven Lesen. “Tripods - Die dreibeinigen Monster” habe ich jedoch aktiv gehört und es hat sich jede Sekunde gelohnt: 10/10 Punkte.

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Creepers (David Morrell)

Oktober 7, 2007

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Bei David Morrells “Creepers” hat mich zunächst die schöne Aufmachung angesprochen. Nettes Cover und eine vielversprechende Beschreibung auf der Rückseite. Der Roman versprach äußerst spannend zu werden. Leider habe ich ihn dann nicht so schnell gelesen, wie ich es gewollt hätte. Die Spannung der Geschichte wurde dadurch leider etwas verwässert. Wie es eben oft passiert, wenn man nur abends bzw. nachts zum lesen kommt.

Die Geschichte handelt von einer Gruppe von Leuten - “Creepers” oder Infiltratoren - die alte, verfallene Gebäude erkunden. Als wäre dies alleine nicht gefährlich genug, stoßen sie bei ihrer aktuellen Expedition in das aufgegebene Paragon Hotel auf eine Gruppe von Kriminellen, die hinter einem verschollenen Schatz her sind. Nebenbei macht noch ein verrückter Serienkiller den Ort unsicher. Das labyrinthartig angelegte Hotel, das von einem exzentrischen Millionär gebaut wurde, macht das Überleben dabei zum reinen Glücksspiel.

“Creepers” ist für einen doch recht reißerischen Thriller erstaunlich gut geschrieben. Die Geschichte ist nicht neu, jedoch wirklich mitreißend - und aufgrund der Location oft einfach nur unheimlich. Ich musste beim Lesen öfter an Davin Finchers “Panic Room” denken. Die Prämisse ist ähnlich und auch die Interaktion zwischen den Figuren erinnert etwas an Finchers Spannungskino.

Großartige Überraschungen sollte man nicht erwarten. Der Roman lebt von seiner Atmosphäre und den relativ gut ausgearbeiteten Figuren. Für Thrillerfreunde auf jeden Fall empfehlenswert: 7/10 Punkte. Eine Fortsetzung ist meines Wissens nach auch schon geplant bzw. bald erhältlich.

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Timeline (Michael Crichton)

September 3, 2007

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Dank eines freien Montags habe ich nun Michael Crichtons “Timeline” endlich zuende gelesen. Begonnen hatte ich bereits im Urlaub, doch dann bin ich einmal wieder nur Abends zum Lesen gekommen, was stets viel von der Qualität des Lesevergnügens nimmt.

“Timeline” ist ein Wissenschaftsthriller mit Anklängen an den Historienroman. Stets interessant und flott zu lesen. Besonders der Spannungsaufbau im ersten Teil weiß zu überzeugen. Man wird in die Welt eingeführt und betrachtet die Vergangenheit durch die Augen von Historikern. Im zweiten Teil geht es dann direkt ins 14. Jahrhundert und da sich der Handlungsort nicht ändert, kommt es zu einigen nett eingestreuten Déjà-vus. In der Vergangenheit ist die Geschichte dann nicht mehr sonderlich ausgereift und teils überschlagen sich die Handlungsstränge etwas. Unterhaltsam bleibt das Buch jedoch allemal.

Das Ende konnte mich dann wieder voll und ganz überzeugen. Sicher nicht sonderlich überraschend, aber absolut passend. “Timeline” ist wahrlich nicht Crichtons bester Roman - weder vom Inhalt noch von der Sprache - doch er erlaubt sich keine wirklichen Schwächen. Ich bin nun schon einmal auf die Verfilmung gespannt und kann guten Gewissens 8/10 Punkte geben. Die 3,00 € für das Mängelexemplar haben sich auf jeden Fall voll und ganz bezahlt gemacht.

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Harry Potter and the Deathly Hallows (J. K. Rowling)

August 18, 2007

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Dank urlaubsbedingter Freizeit habe ich nun endlich J. K. Rowlings langerwarteten “Harry Potter and the Deathly Hallows” gelesen. Mein Verhältnis zu den Büchern der britischen Schriftstellerin habe ich hier ja schon einmal dargelegt. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass ich auch den finalen Teil ihres Fantasyepos mit großer Hoffnung erwartet hatte. Im Folgenden sind Spoiler zu finden. Weiterlesen sollte folglich nur, wer bereits in alle Geheimnisse des Potterschen Universums eingeweiht ist.

Wie erwartet ist das Buch teils sehr düster. Es fehlt die heimelige Atmosphäre von Hogwarts, es fehlen bekannterweise diverse Bezugspersonen und bereits auf den ersten Seiten wird die Truppe um Harry und Co. weiter dezimiert. Trotz aller Probleme und Widrigkeiten, mit denen die Charaktere in ihrer finalen Schlacht zu kämpfen haben, schafft es J. K. Rowling dennoch ihrem Stil treu zu bleiben und die Geschichte auf bekannte Art und Weise mit unzähligen, liebevollen Details zu erzählen. Es gibt sicherlich ab und an etwas Leerlauf, die diversen Rückblenden kennt der Leser inzwischen schon zu gut und auch wirkt die Geschichte über große Teile sehr konstruiert. Aber in welchem Teil der erfolgreichen Fantasyreihe war das nicht so? Insofern wurde ich in keinster Weise enttäuscht.

Das vielberedete Ende finde ich nun sehr gelungen. So irgendwie. Nach der letzten Wendung hatte ich einen Kloß im Hals. Der Ende des jugendlichen Helden schien besiegelt. Unausweichlich. So kam es dann auch. Der Endkampf war schnell und ohne großes Bramborium vorbei. Hier hat sich die Geschichte fast ausschließlich auf das Innenleben ihrer titelgebenden Figur konzentriert, was mir sehr positiv aufgefallen ist. Ich war wirklich begeistert und beeindruckt von Rowlings Konsequenz. Doch wie so oft im Potterschen Universum ist nichts so wie es scheint. Das wirkliche Ende wirkt etwas weichgespült. Leider. Hier hätte ich die drastischere Variante bevorzugt - das denkt zumindest ein Teil von mir. Der andere freut sich über das Happy End. Der Epilog hat mich zudem fast schon etwas wehmütig gemacht. Es waren schon tolle 7 Jahre.

Letztendlich ist “Harry Potter and the Deathly Hallows” für mich ein sehr gelungener Abschluss der Reihe. Es werden alle Fragen beantwortet und das Ende lässt mich nicht unbefriedigt zurück, wenngleich es in seiner letzten Konsequenz auch etwas enttäuscht - zumindest mein erwachsenes Ich. Als Gesamtwerk - und als dieses sehe ich die Geschichte um den jungen Zauberer - ist J. K. Rowling Fantastisches gelungen. Das sage ich als Freund der Magie. Als Freund der Bücher. Als Junggebliebener. Als solcher kann ich “Harry Potter” wirklich jedem Fantasyfreund empfehlen: 10/10 Punkte. Danke für 7 äußerst kurzweilige Jahre.