
Die Verurteilten – OT: The Shawshank Redemption
Februar 10, 2008Es gibt einige hochkarätige Filme da draußen, die sich nicht so wirklich ins kollektive Gedächtnis der Zuschauer gebrannt haben. Zu diesen gehört Frank Darabonts “Die Verurteilten” – und spätestens jetzt höre ich erste Protestschreie. Man darf jedoch nicht vergessen, dass ihr – die Leser dieses Beitrags – echte Filmfreunde seid. Ihr beschäftigt euch mit der Materie und setzt euch mit dem Medium auseinander. Spricht man jedoch den Einmal-im-Jahr-Kinobesucher auf “Die Verurteilten” an, dann erntet man meist nur einen fragenden Blick.

Unter Filmfreunden wird “The Shawshank Redemption” dagegen schon seit Jahren zurecht gefeiert. Auch bei der gestrigen Sichtung – endlich auf einer dem Film gerecht werdenden DVD – war ich wieder verblüfft, wie perfekt Darabont den Film umgesetzt hat. Das fängt schon beim Drehbuch an, das eine unglaublich gut funktionierende Dramaturgie besitzt. Selbst die Zeitsprünge – immerhin über einen Zeitraum von 20 Jahren – werden elegant und beinahe schon nebenbei in die Geschichte eingeflochten. Hier merkt man das Zusammenspiel mit der Inszenierung. Wieder perfekt. Keine Spielereien, keine aufgesetzten Effekte. Altmodisches Erzählkino im allerbesten Sinne.
Die Geschichte nach Steven King entwickelt eine unglaubliche Sogwirkung, was klar den wunderbar gezeichneten und gespielten Figuren zu verdanken ist. Tim Robbins und Morgan Freeman erweisen sich als perfekte Besetzung. Da ist es wieder. Das kleine Wörtchen pefekt. Es gibt meiner Meinung nach wirklich nur wenige Filme, die man in allen Kategorien als fehlerfrei bezeichnen kann – eben als perfekt.
Selbst die anscheinend nicht sonderlich originelle Handlung hat sich zum Archetypen des Gefängnisfilms entwickelt. Sieht man sich heute thematisch verwandte Geschichten an, dann wird man schnell feststellen, dass “Die Verurteilten” Pate stand. Man nehme nur einmal “Prison Break” – die Kameraflüge über das Gefängnis, die archetypischen Charaktere, selbst der Fluchtversuch. Ohne Darabonts Meisterwerk wäre die Serie in dieser Form wohl nicht denkbar gewesen.
“Die Verurteilten” sei allein Filmfreunden – und solchen, die es werden wollen – wirklich ans Herz gelegt. Wunderbar gespieltes und inszeniertes Erzählkino der alten Schule. Ein perfektes Filmerlebnis mit magischen Szenen: 10/10 Punkte.


Neben “The Green Mile” auch mein Lieblingsknastfilm. Hat mich schon beim ersten Anschauen zutiefst beeindruckt. Mit “Prison Break” hingegen bin ich bis heute nicht warm geworden.
Dafür stürzt mich dein Beitrag gerade in eine Krise. Ich könnte schwören, “Die Verurteilten” auf DVD zu haben und finde ihn nicht in meiner Sammlung. Das wird mich jetzt den ganzen Tag über nicht ruhen lassen.
“The Green Mile” finde ich auch sehr gelungen, wenngleich er meines Erachtens nicht an “Die Verurteilten” herankommt. Mein Interesse für Darabonts dritte Steven King-Verfilmung “Der Nebel” ist – trotz schlechter Kritiken – auf jeden Fall geweckt.
Deine DVD ist dann bestimmt nur eine der unwürdigen Frühauflagen und somit zu Recht verschwunden. Hol dir am besten die neue Special Edition. Es lohnt sich!
Ist ja – unter IMDb-Usern – der beste Film aller Zeiten, er lebt fraglos von seinem unglaublichen Charme, ganz großes Kino, äußerst magisch!
Da sind wir ja ausnahmsweise ganz und gar einer Meinung!
Die zweitbeste King-Verfilmung. Die beste hast Du ja schon abgehandelt
Dem ist wahrlich nichts mehr hinzuzufügen!
Bei der ersten Sichtung hat er mich auch umgehauen. Bin mir aber nicht sicher, ob der mir heute noch so gut gefällt wie damals.
Bei mir war es genau andersrum: Bei der ersten Sichtung konnte ich noch nicht so ganz verstehen, warum dieser so unspektakuläre Film bei Filmfreunden so angesagt war. Aber das war auch während meiner Tarantino-Phase.
Heute weiß ich die inszenatorischen und narrativen Stärken viel mehr zu schätzen.
[...] BR Die Verurteilten: Erst neulich bei bullion hat die Doktorin wieder zustimmen müssen. Ein irgendwie unterschätzer, leicht in Vergessenheit [...]
[...] und Lucas nur geritten, auf dieses Skript zurückzugreifen? Mich würde zu sehr Frank Darabonts (“The Shawshank Redemption”) Version interessieren - selbst wenn es in dieser bereits Aliens gegeben [...]
[...] Unter diesen Autoren befand sich u.a. niemand Geringeres als Frank Darabont (Drehbuch und Regie: “The Shawshank Redemption”). Für mich sicherlich eine der – wenn auch unbekannterweise – vielversprechendsten [...]
“Die Verurteilten” ist wirklich ein erstaunlicher Film. Wahrscheinlich der populaerste und beliebteste Geheimtipp. Die Wertung bei IMDB spricht ja auch Baende. Was mich an diesem Film immer wieder fasziniert, ist die Lebensfreude, die er ausstrahlt.
Interessant, dass sowohl “Stand By Me” als auch “Die Verurteilten aus der selben Kurzromansammlung von King stammen. Leider faellt die dritte Verfilmung der vier Kurzromane “Der Musterschueler” qualitativ aus der Rolle. Kein schlechter Film, aber aus der Geschichte waere sicher mehr rauszuholen gewesen.
Der merkwuerdige vierte Kurzroman aus “Fruehling, Sommer, Herbst und Tod” wird wohl kaum verfilmt werden. Aber immerhin, zwei so unterschiedliche Filmklassiker, entstanden aus einem Buch, das muss erstmal einer nachmachen.
Von King habe ich noch nie etwas gelesen. Auch die meisten Verfilmungen finde ich panne – Darabonts Werke und natürlich “Stand by Me” bilden da die rühmlichen Ausnahmen. Interessanterweise sind das gerade die genrefremden Geschichten.
“Der Musterschüler” habe ich noch nicht gesehen. Habe bisher aber auch nur schlechte Kritiken dazu gelesen. Im Moment steht noch Darabonts “Der Nebel” in meinem DVD-Regal.
“Fruehling, Sommer, Herbst und Tod” lohnt sich schon zu lesen. Anders als bei den meisten anderen King-Werken ist man auch flott durch und drei der vier Kurzromane sind wirklich wunderschoen.
“Der Nebel” hat mir auch sehr gut gefallen, auch wenn es diesmal auf den ersten Blick nicht genrefremd ist. Da wuensche ich Dir jetzt schon viel Spass bei der “Sichtung”.
Danke! Halloween würde sich als Zeitpunkt für die Sichtung ja anbieten. Mal sehen was der Abend dann noch so bringt…