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Bored to Death – Season 3

Januar 25, 2012

Mit der Absetzung von „Bored to Death – Season 3″ findet eine der wohl skurrilsten Serien ihr verfrühtes Ende. Ihr Humor war ziemlich einzigartig und die Handlung herrlich absurd, weshalb die Serie wohl auch eine große Lücke hinterlassen wird. Nach insgesamt nur 24 Episoden heißt es nun also Abschied nehmen von Jonathan Ames, Super Ray und Mr. George Christopher – und auf eine feine Blu-ray-Edition der Serie hoffen.

Wenn eine Serie aus der grauen Masse heraussticht, dann darf man dies durchaus als etwas Besonderes betrachten. Speziell im Comedy-Segment geben zurzeit eher klassische Sitcoms, Mockumentarys oder – auf den Bezahlsendern – freizügige Erwachsenenunterhaltung à la „Californication“ den Ton an. Insofern darf man es sowieso als kleines Wunder betrachten, dass es „Bored to Death“ überhaupt bis in ihr drittes Jahr geschafft hat. Eine Comedy ohne platte Anzüglichkeiten, Humor abseits der Massenkompatibilität und Anspielungen, die sich weniger auf die Popkultur, als auf klassische Literatur beziehen. Hinzu kommen skurrile Charaktere und ein herrlich stilisiertes Film-Noir-Setting.

Im Vergleich zu den ersten beiden Staffeln hat die Qualität der erzählten Geschichten zwar etwas abgenommen, dennoch ist es weiterhin ein meisterliches Vergnügen den drei Hauptfiguren bei ihren Abenteuern zuzusehen. Das zusätzliche persönliche Drama (Vater-Tochter-Beziehung, Suche nach Samenspender usw.) wirkt teils etwas forciert, doch werden auch diese Elemente mit dem richtigen Maß an Skurrilität präsentiert. Man kann diese Figuren einfach nur lieben – und das auch (oder gerade weil) sie eben unzählige kleine und große Charakterschwächen besitzen.

Wie bereits angesprochen finde ich es extrem schade, dass die Serie abgesetzt wurde. Glücklicherweise ist das Finale absolut stimmig und stellt ein Highlight innerhalb der dritten Staffel dar. Gaststars wie Stacy Keach oder Isla Fisher erweitern das „Bored to Death“-Universum und auch wenn ich mir nun wünschte zu sehen, wie es mit den Figuren weitergeht, so wurde ich doch zufrieden entlassen. Wie sagt Super Ray so treffen? ‘In a ridiculous situation, it’s important to think positively.’ In diesem Sinne kann ich nur noch einmal meine dringendste Empfehlung aussprechen: 8/10 (8.1) Punkte.

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Source Code

Januar 22, 2012

Es gibt so gewisse Themengebiete, deren Verarbeitung in einem Film diesen sogleich mit höherer Priorität auf meinem Radar auftauchen lassen. Zu diesen gehören u.a. Zeitreisen, Identitätsverlust und parallele Welten. Kein Wunder also, dass es Duncan Jones’ „Source Code“ ziemlich schnell gelungen ist mein Interesse zu wecken. Mir hatte ja bereits Jones’ Debütfilm „Moon“ ziemlich gut gefallen und auch wenn sein Zweitwerk größtenteils schwächer bewertet wird, so war ich doch äußerst gespannt auf die Verwebung der verschiedenen Grundthemen. Spoiler sind zu erwarten.

Oberflächlich betrachtet lässt sich der Film als Sci-Fi-Variante von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ beschreiben. Colter Stevens (Jake Gyllenhaal, „Donnie Darko“) wird durch ein quantenphysikalisches Konstrukt in das Bewusstsein eines Anschlagsopfers kurz vor dem Anschlag zurückgeschickt, um den Täter zu identifizieren. Solch ein Sprung kann aufgrund der Funktionsweise des menschlichen Gehirns nur 8 Minuten dauern, weshalb die Zeit im fremden Bewusstsein begrenzt ist und wir im Film diverse Herangehensweisen erleben, den Täter zu ermitteln. Die Zeitreise, die eigentlich keine ist, bildet jedoch nur einen kleinen Bestandteil des Films. Daneben hat Stevens mit Orientierungsverlust und dem Wechsel der Identitäten zu kämpfen. Diese Passagen erinnern sehr an Bruce Willis’ Befragungen in Terry Gilliams „12 Monkeys“ und lassen uns Zuschauer ebenso im Dunkeln tappen, wie die Hauptfigur.

Ähnlich wie in „Moon“ wird die Wendung des Films nicht als solche zelebriet. Die Hinweise sind zuvor ohnehin bereits vielfältig und auch der Zeitpunkt ist so gewählt, dass man als Zuschauer keinen aufgesetzten WTF-Moment erleben muss. Bereits nach der ersten Stunde scheint die eigentliche Geschichte abgehandelt. Der Täter ist überführt und weitere Anschläge sind verhindert worden. Ziel erreicht? Nein, denn auch in Jones’ zweitem Film steht die Reise der Hauptfigur im Vordergrund. Deren Auflösung mag man nun verkitscht oder unlogisch finden, doch ich für meinen Teil war wirklich angetan. Ein äußerst gelungenes Ende, das auch schön zeigt, dass die Prämisse des Films doch deutlich komplexer ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Mich hat „Source Code“ mindestens ebenso gut unterhalten wie „Moon“. Die Filme sind sich auch ähnlicher, als man dies zunächst vermuten würde. Duncan Jones hat sich somit als Genre-Regisseur bewiesen und spätestens jetzt freue ich mich schon auf seinen nächsten Film. Auch wenn die meisten Kritiken nicht sonderlich euphorisch sind, so kann ich den Film Genrefans doch nur ans Herz legen. Er erinnert zudem ein wenig an „Inception“, verzichtet jedoch auf die überbordende Action und erklärt dem Zuschauer nicht jedes noch so kleine Detail. Ihr seht: Ich war begeistert. Nun bin ich auf eure Meinungen gespannt: 8/10 Punkte.

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Kill the Boss – OT: Horrible Bosses

Januar 21, 2012

Gestern Abend stand wieder einmal eine Komödie auf dem Plan, auf die ich mich sehr gefreut hatte. Seth Gordons „Kill the Boss“ versprach überdrehte Unterhaltung, die einem „The Hangover“ in nichts nachsteht. Auf die Kinosichtung hatte ich jedoch aufgrund des fehlenden Angebots der englischen Originalfassung verzichtet, auf die ich – insbesondere bei Komödien – unbedingt Wert lege. So kam es also, dass der Film sein gesamtes Humorpotential auf dem heimischen Bildschirm wohl nicht entfalten konnte…

Die Idee des Films ist so einfach wie genial. Wer hat seinen Boss nicht schon einmal zum Teufel gewünscht? „Horrible Bosses“ – so übrigens der dezentere Originaltitel – geht noch einen Schritt weiter und lässt unsere drei Hauptcharaktere ihre Mordfantasien ausleben. Zumindest scheint es anfangs so. Auf jeden Fall bietet der Film eine Prämisse, die wohl jeder bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann. Um auch das größtmögliche Publikum zu erreichen lässt der Film deshalb kein Klischee aus. Man kann sich bis zu einem gewissen Grad sowohl in den Identifikationsfiguren wiederfinden, als auch die immense Antipathie gegen ihre Bosse verstehen. Von nachvollziehbar (Jason Bateman vs. Kevin Spacey) bis total überdreht (Charlie Day vs. Jennifer Anniston) ist alles dabei.

Die Handlung bleibt dabei oft erschreckend vorhersehbar – und gerade hier ist der Unterschied zum gerne als Vergleich herangezogenen „The Hangover“ enorm. „Horrible Bosses“ setzt eher auf Starpower und weiß diese auch effektiv einzusetzen. Kevin Spacey, Jennifer Anniston und Colin Farrell als fiese Chefs auftreten zu lassen, ist das Ergebnis eines wahrlich großen Besetzungscoups. Auch Jamie Foxx weiß als Kleinkrimineller zu überzeugen. Doch am meisten begeistert haben mich immer noch die Darsteller der drei Hauptcharaktere – allen voran Jason Bateman (Michael Bluth, „Arrested Development“) und Charlie Day (Charlie Kelly, „It’s Always Sunny in Philadelphia“).

Erstaunlicherweise hat mich besonders die erste halbe Stunde des Films relativ kalt gelassen, in der man den größten Teil der Interaktion mit den titelgebenden Chefs sieht. Wahrscheinlich auch deshalb, weil wieder einmal zu viel durch den Trailer verraten wurde. Danach haben es mir besonders die teils absurden Wortgefechte angetan, wenngleich ich auch stets das Gefühl hatte, dass hier noch mehr möglich gewesen wäre. Am Ende ist der Film zu brav und in seiner Erzählstruktur zu konventionell, um 100%-ig überzeugen zu können. Durchaus unterhaltsam, doch ohne Starpower und die mir ans Herz gewachsenen Seriendarsteller würde die Bewertung deutlich schlechter ausfallen. Knappe 7/10 Punkte.

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Abenteuer Kind #9: Sprechen Sie Kind?

Januar 18, 2012

Manchmal ist es gar nicht so leicht zu verstehen, was der Zwerg von einem will. Dies kann für beide Seiten manchmal ganz schön frustrierend sein. Dennoch – oder gerade deshalb – ist es einfach herrlich zu hören, wie sich so langsam eine ganz eigene Sprache entwickelt.

Anbei eine kleine Auswahl der Sprachkreationen unseres Plappermäulchens:

Deutsch Kind
Bitte/Danke Bibi
Esel Ih Ah
Gurke Guge
Hase Hahi
Hummel (Bumblebee) Bambibi
Hund Wawa/Wawi
Jana Ahna
Katze Mimi
Licht Li
Martin Maddi
Nudel Nudi
Nein Na
Oma/Omi Moma/Momi
Opa/Opi Popa/Popi
Pferd Hobba
Pinguin Wiwi
Sabine Bie
Schnee Neh
Schnuller Nu/Nuddi
Trinken Tidi
Vogel Piepie
Wasser Wadda
Wienerle Wiwiwi
Winnie Puuh Mitapu

Perfekt beherrscht werden dagegen natürlich Mama und Papa in diversen Variationen sowie Teddy und Lotte (die Freundin vom Teddy). Alle Wörter also, die man so braucht um durchs Leben zu kommen… ;)

Also liebe Leser, wie lautet die Moral der Geschichte?

Fremdsprachen werden überschätzt – Kinder sind die wahre Herausforderung!

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Man Up! – Season 1

Januar 16, 2012

Auch im vergangenen Jahr sind wieder etliche neue Serien gestartet, die es nicht in die zweite Runde geschafft haben. Zu diesen gehört auch „Man Up! – Season 1″, deren Ende leider ziemlich schnell besiegelt war. Auch wenn die meisten Serienfreunde nicht gerade zimperlich mit ihrer Kritik waren, so hatte ich für meinen Teil jedoch ziemlich viel Spaß mit der Comedy rund um das Kind im Manne. Dementsprechend schade finde ich die vorzeitige Absetzung.

Die Idee ist wahrlich nicht neu und wird auf die eine oder andere Art und Weise in jeder aktuellen Sitcom zelebriert: Männer wollen als Männer wahrgenommen werden, benehmen sich dabei jedoch wie Kinder. Was unterscheidet „Man Up!“ nun von anderen Comedys, wie der parallel angelaufenen Tim Allan-Show „Last Man Standing“? Der ungleich höhere Nerd-Faktor und eine extrem hohe Dichte an popkulturellen Anspielungen. Hinzu kommen schrullige Charaktere, denen von äußerst sympathischen Schauspielern (z.B. Dan Fogler, „Fanboys“) Leben eingehaucht wird.

Die Handlung der einzelnen Episoden beschränkt sich meist auf irgendeine Dummheit, die von einer unserer drei Hauptfiguren begangen wird. Aufgrund der Konstellation (ein Familienvater, zwei Singles) gibt es stets unterschiedliche Lösungsansätze zu sehen, die nicht selten von den Frauen der Serie (u.a. Teri Polo, „The West Wing“) vereitelt werden. Wirklich innovativ ist diese Struktur nicht, doch wird sie hier äußerst sympathisch und unterhaltsam präsentiert.

Ich für meinen Teil habe mich über die kurze Laufzeit der Serie wirklich mit „Man Up!“ angefreundet. In meinen Augen läuft sie den meisten anderen 2011 angelaufenen Comedys sogar den Rang ab. Schade, dass die meisten Zuschauer und das Network dies anders gesehen haben. Wer jedoch auf der Suche nach einem kurzweiligen Sitcom-Snack ist und popkulturell geprägtem Humor mag, der sollte ruhig den einen oder anderen Blick riskieren: 8/10 (7.8) Punkte.

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Going Postal (Ab die Post)

Januar 15, 2012

Gestern Abend stand endlich ein weiterer Besuch der Scheibenwelt auf dem Plan. Mit „Going Postal“ hatte man dieses Mal sogar wieder einen Roman verfilmt, dessen Vorlage mir bekannt ist. Bereits damals fragte ich mich, wie man die komplexe und technisch teils äußerst aufwendige Geschichte jemals verfilmen könnte. Umso überraschter war ich insofern, dass man sich gerade dieses Buch ausgesucht hatte – andererseits: Welches Terry Pratchett-Werk wäre aufgrund seiner überbordenden Fantasie nicht schwierig zu verfilmen?

Wie bereits zuvor „Hogfather“ und „The Color of Magic“ wurde auch diese dritte Scheibenwelt-Verfilmung vom britischen TV-Sender Sky One produziert. Demzufolge handelt es sich bei „Going Postal“ auch um einen TV- und keinen Kinofilm. Dies hat Vor- und Nachteile, doch meiner Meinung nach kann man als Zuschauer und Terry Pratchett-Fan wirklich froh sein, dass man sich bei der Adaption für dieses Format entschieden hat. So gibt es zwar deutliche Einschränkungen was das Budget angeht, doch kann man sich aufgrund der Laufzeit von gut drei Stunden wunderbar auf die Geschichte und die Charaktere konzentrieren. Und mal ehrlich: Würden sich Hochglanz-Effekte tatsächlich gut bei der Visualisierung von Ankh-Morpork machen?

Als Adaption funktioniert „Going Postal“ wirklich tadellos. Ich war wirklich überrascht, wie gut es gelungen ist das Gefühl, die Figuren und die Struktur der Vorlage abzubilden. Eine Verfilmung, die „Ab die Post“ – so der deutsche Titel der Vorlage – absolut gerecht wird. Natürlich gibt es Abweichungen und manche Charaktere sind nicht so gut ausgearbeitet, wie ich mir das gewünscht hätte. Insgesamt jedoch kann man sich auch als Freund und Kenner der Vorlage absolut nicht beschweren und auch wenn “Ab die Post“ nicht zu meinen Lieblingsbüchern der Scheibenwelt-Reihe zählt, so funktioniert der Film als Adaption doch noch einmal deutlich besser, als dies bei „The Color of Magic“ der Fall war. Bitte mehr davon, Sky One!

Neben der natürlich exzellent ausgearbeiteten Geschichte, die eine Satire auf das Unternehmertum, die moderne Telekommunikation und noch unzählige andere Elemente des modernen Leben ist, überzeugen vor allem die allesamt exzellent gewählten Schauspieler: So wird die Hauptfigur Feucht von Lipwig von Richard Coyle (Jeff, „Coupling“) gespielt, Charles Dance (Tywin Lannister, „Game of Thrones“) gibt einen herrlich undurchschaubaren Lord Vetinari und Tamsin Greig (Beverly Lincoln, „Episodes“) ist in einer Nebenrolle als Reporterin zu sehen. Auch die restlichen Darsteller passen erstaunlich gut ins Scheibenwelt-Setting und vermitteln das richtige Gefühl für diese herrlich absurde Welt.

Glaubt man den Gerüchten, so soll die nächste Scheibenwelt-Verfilmung bereits in den Startlöchern stehen. Sky One hat sich anscheinend „Unseen Academicals“ (deutscher Titel: „Der Club der unsichtbaren Gelehrten“) ausgesucht, das bereits in Buchform allerdings erstaunlich schlechte Kritiken bekommen hat. Ich bin dennoch gespannt und kann die Bemühungen des Senders weitere Verfilmungen zu produzieren nur unterstützen. Sie haben das Unmögliche möglich gemacht und Terry Pratchetts wunderbare Welt glaubhaft auf den Bildschirm gezaubert. Für Fans und solche, die es werden wollen eine großartige Erfahrung: 9/10 Punkte.

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Top 10: Guilty Pleasures

Januar 14, 2012

Nachdem Maloney vorgelegt hat, verbreitet sich das Guilty Pleasures-Stöckchen rasend schnell in der filmischen Blogosphäre. Eigentlich wollte ich nicht mitmachen, doch da Xander neugierig auf meine Liste war, habe ich mich nicht lange bitten lassen. Ich kann schließlich verstehen, dass meine Meinung besonders gefragt ist… ;)

Was bedeutet nun Guilty Pleasures? Beim Durchsehen der anderen Listen sind mir häufig Filme aufgefallen, die ich nie als Guilty Pleasure bezeichnen würde. Xander hat bereits einen interessanten Ansatz gefunden, indem er seine Liste mit den Durchschnittswertungen von Internetnutzern vergleicht und somit eine Diskrepanz zwischen Massengeschmack und persönlichen Vorlieben abbildet. Ich für meinen Teil habe mir noch gedacht, dass Guilty Pleasures im Idealfall Filme sein sollten, für deren Qualität man in einer Diskussion kaum objektive Argumente findet. Filme also, die dem Zuschauer nur aufgrund subjektiver Einschätzung gefallen – und für die man sich vielleicht auch etwas schämt.

Lange Rede, kurzer Sinn. Hier nun meine Top 10, sortiert nach absteigender IMDB-Wertung:

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Welcome to the Jungle – OT: The Rundown

Januar 13, 2012

Es gibt Filme, von denen weiß ich bereits zuvor, dass sie mir gefallen werden. Ebenso gibt es Filme, denen gehe ich bewusst aus dem Weg, da ich weiß, dass sie nicht auf meiner Wellenlinie liegen. Dann wiederum gibt es Filme, die kann ich überhaupt nicht einschätzen und deren Erstsichtung somit zum Glücksspiel verkommt. Peter Bergs „Welcome to the Jungle“ ist solch ein Film. Schon oft dachte ich mir, dass er eigentlich recht unterhaltsam sein müsste, doch gewisse Faktoren hielten mich stets von einer Sichtung ab. Bis heute. Und das Ergebnis dieses filmischen Glücksspiels?

Ich wurde tatsächlich erfolgreich unterhalten. Zwar habe ich kein Meisterwerk des Actionkinos gesehen, doch war die Dschungelreise von Dwayne ‘The Rock’ Johnson (Boxer Santaros, „Southland Tales“) und Seann William Scott (Stifler, „American Pie“) erfreulich kurzweilig. Irgendwie hat mich der Film stets etwas an Sylvester Stallones „The Expendables“ erinnert, nur dass die dort misslungenen Elemente – übertriebene Kampfszenen mit nur mangelhaftem 80er/90er Jahre Actiongefühl – in „The Rundown“ viel besser funktionieren. Herrlich, wie bereits in einer der ersten Szenen Arnold Schwarzenegger das Action-Zepter symbolisch an den Star des Films weiterzureichen scheint: „Have fun!“ Ganz soweit ist es ja nicht gekommen, doch der Spaß war ohne Zweifel vorhanden.

Neben dem launigen Setting und den gut aufgelegten Darstellern (inklusive Christopher Walken als Bösewicht), gibt es wahrlich wunderbar choreographierte Kampfszenen zu bewundern. Leider jedoch ist die Kamera stets etwas zu hektisch unterwegs und mit diversen Schnittspielereien hätte sich Peter Berg auch gerne zurückhalten dürfen. Hier geht dem Film viel von seinem Potential ab, da die an sich klassiche Inszenierung und Handlung – übrigens ähnlich wie in „The Expendables“ – dadurch zu einem gewissen Teil wieder zerstört wird.

„The Rundown“ ist wahrlich kein Meisterwerk, doch Actionfreunde dürften garantiert ihren Spaß damit haben. Hinzu kommt ein wenig Indiana Jones-Feeling für Arme und ein paar knackige Oneliner. Fertig ist der nahezu perfekte Feierabendfilm. Wäre ich bei der heutigen Sichtung nicht ganz so müde gewesen, hätte ich vermutlich noch mehr Spaß mit dem Film gehabt: 7/10 Punkte.

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Planet der Affen: Prevolution – OT: Rise of the Planet of the Apes

Januar 6, 2012

Gestern Abend habe ich einen weiteren Blockbuster des vergangenen Jahres nachgeholt. Auch „Planet der Affen: Prevolution“ hätte ich gerne auf der großen Leinwand gesehen, doch konnte mich der Film auch auf dem heimischen Sofa überzeugen. Als ich von einem Neustart der Reihe hörte, war ich zunächst jedoch skeptisch. Komplett computergenerierte Affen? Ein inhaltlicher Bruch mit den Filmen der 60er/70er Jahre? Kann das wirklich gut gehen?

Das Experiment ist geglückt. Tim Burton hatte ja bereits 2001 versucht dem Franchise neuen Schwung zu verleihen und ist damit gnadenlos gescheitert. Besonders Kritiker ließen an dem Remake des 1968er „Planet der Affen“ kein gutes Haar, was vermutlich auch ein Grund ist, warum man mit „Rise of the Planet of the Apes“ – so der Originaltitel des jüngsten Films – einen radikalen Neuanfang wagte. Sowohl inhaltlich, als auch inszenatorisch hat man sich auf neues Gebiet gewagt und damit den einzig richtigen Weg eingeschlagen, um sowohl Fans der Reihe als auch neue Zuschauer gleichermaßen zu begeistern.

Wenn man ehrlich ist, dann ist die Handlung des Films nicht sonderlich innovativ. Man hat den Ursprung des Aufstiegs der Affen an die heutige Zeit angepasst: Die atomare Bedrohung wurde durch die Gentechnik ersetzt. Wie bereits im 1972er „Eroberung vom Planet der Affen“ steht ein Schimpanse namens Caesar im Mittelpunkt der Handlung, doch waren damals Rassenunruhen der thematische Hintergrund, steht heute die Selbstbestimmung der Natur im Zentrum. Der Ablauf der Handlung ist somit vorgegeben und weist nur wenige Überraschungen auf. Dennoch ist der Film wunderbar mitreißend erzählt.

Wie kaum ein zweiter Blockbuster der letzten Jahre setzt „Planet der Affen: Prevolution“ auf Emotionen, um seine Geschichte zu erzählen. Dies ist umso bemerkenswerter, da die tierischen Hauptfiguren komplett aus Bits und Bytes bestehen. Dank Einsatz des hochentwickelten Performance Capture-Verfahrens gelingt es jedoch die Darbietungen der Schauspieler – allen voran Andy Serkis (Gollum, „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“) – nahezu 1:1 auf die computergenerierten Figuren zu übertragen. Der Effekt ist atemberaubend – und das weniger vom visuellen Standpunkt, als vom emotionalen her gesehen. So erlebt man echte Charaktere mit echten Gefühlen. Großartig!

Mich hat „Planet der Affen: Prevolution“ wirklich wunderbar unterhalten. Die mitreißende Inszenierung lässt glücklicherweise über so einige Logikfehler hinwegsehen und die emotionale Wucht der Geschichte ist unerwartet unmittelbar. Nach dem Ende des Films wollte ich sofort wissen, wie es weitergeht und ich hoffe sehr, dass eine Fortsetzung geplant ist. Starkes Blockbusterkino, das besonders für den VFX-Einsatz neue Maßstäbe setzt. Inhaltlich nur ein Prolog, doch einer, der unbeschreiblich viel Lust auf mehr macht: 8/10 Punkte.

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Halloween (2007)

Januar 5, 2012

Den heutigen kinderlosen Nachmittag habe ich genutzt, um mir einen Film anzusehen, der schon seit einer halben Ewigkeit in meinem Regal schlummert. Über Rob Zombies „Halloween“ wurde damals viel geschrieben. So berichteten manche Kritiker von einer visionären Neuinterpretation und wieder andere taten den Film als ideenloses Flickwerk ab. Der Film hätte somit theoretisch alles sein können, doch wie rücksichtslos Rob Zombie den Mythos Michael Myers zerstört, damit hatte ich wahrlich nicht gerechnet.

Bekannterweise erzählt Rob Zombie in seinem Remake die bisher nur angedeutete Hintergrundgeschichte einer der größten Ikonen des Horrorkinos. Auch wenn ich dies als großen Fehler sehe, da die geheimnisvolle Figur des Michael Myers vollkommen entmystifiziert wird, hätte man mit dem richtigen Ansatz das Franchise um einen neuen Blickwinkel erweitern können. Leider jedoch zaubert Zombie klischeehafteste Szenen aus dem Hut, die mit ihrer Küchenpsychologie eher peinlich komisch rüberkommen, als uns Zuschauer auch nur in irgendeiner Art und Weise an die Charaktere zu binden. Auch die nun folgende Zeit im Sanatorium samt Berfragung durch den als Dr. Loomis seltsam hilflos wirkenden Malcolm McDowell bringt keinerlei neue Erkenntnisse und ist zudem unglaublich langatmig und langweilig inszeniert.

Nach dem Sprung ins heutige Haddonfield wird John Carpenters Original nahezu unverändert nacherzählt. Dennoch liegen Welten zwischen den beiden Filmen. Angefangen bei den Darstellern, die in Zombies Remake keinerlei Sympathien auf ihre Seite ziehen können, bis zum desaströsen Drehbuch, das oft eher nach Parodie als nach einem ernsthaften Skript klingt, wirkt der Film wie eine der unzähligen und vernachlässigbaren Fortsetzungen des Originals und keinesfalls wie eine eigenständige Neuinterpretation. Teils musste ich mich tatsächlich durch den Film quälen, der immerhin ein paar nett anzusehende düster-dreckige Aufnahmen zu bieten hatte.

Ich kann Rob Zombies Remake nicht einmal den hartgesottensten Genrefans empfehlen. Schaut euch lieber noch ein dutzend Mal das stilprägende Original an. Zombies Machwerk langweilt dagegen nur mit 40 Minuten pseudo-psychologischem Geseiere in teils grotesken Bildern und zerstört den ursprünglich atmosphärischen Slasherteil durch nervige Charaktere und zu viel Blut. Für ein paar nett besetzte Nebenrollen und ein paar schöne Bilder gibt es knappe 3/10 Punkte.

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